Kunst am Wind: Theo Jansen baut “Wesen”, denen der Wind das Laufen lehrt

Strandbiester

Der Holländer Theo Jansen baut kinetische Kunstobjekte, die vom Wind angetrieben selbstständig laufen. Die filigranen Maschinen wirken wie Wesen aus einer anderen Zeit, von einer anderen Welt.

„Strandbeester“ nennt der Holländer Theo Jansen seine Babys, Strandbiester auf gut Deutsch. Seit 1992 beschäftigt er sich damit und gebärt Jahr für Jahr neue Konstruktionen, filigranere Bauten, wie lebendig wirkende Monster. Oder leben sie tatsächlich?

Musste man sie früher zumindest noch schubsen oder stückweise über weichen Sand ziehen, so wurden die Biester im Laufe der Jahre immer beweglicher.

Mit Wind angetriebene Strandbiester vor dramatischem Endzeithimmel © jansen

Mit Wind angetriebene Strandbiester vor dramatischem Endzeithimmel © jansen

Wichtigste Antriebsart: der Wind. Oder Druckluft. Mit teils irrwitzig anmutenden Bewegungsrhythmen laufen diese an Fabelwesen erinnernden Konstruktionen mitunter Hunderte Meter weit über den Strand. Hin zum Wasser, hinaus ins Watt bei Ebbe oder, wenn der Wind auflandig dreht, auf der „Flucht“ vor der Flut zurück ins Trockene.

Sie können sich sogar bei aufkommendem Sturm selbständig im Boden verankern. Manche der Biester sind so konstruiert, dass sie bei Wasserkontakt umdrehen und wieder zurück Richtung Düne laufen. Und manche erkennen über Fühler Hindernisse und umgehen dieselben.

Mittlerweile in der achten Generation „unterwegs“, sollen die „Strandbeester“ einen neuen Schritt der Evolution darstellen, beschreibt Theo Jansen. Vielleicht sehen ja so die „neuen Wesen“ aus, die in Jahrmillionen, nachdem fast alles Leben auf dieser Erde von einem evolutionären Irrtum namens homo sapiens ausgelöscht wurde, diesen Planeten bevölkern werden.

Kusnt, Strand

die “rhinosculpture” – herr Lucas hätte seine wahre Freude mit Theo! © jansen

Zumindest das Baumaterial, das Jansen heute nutzt, würde dann noch existieren. Der holländische Künstler baut ausschließlich aus PVC-Rohren und hält seine Konstruktionen mit Kabelbindern zusammen – was auf den ersten Blick ökologisch sündhaft erscheint, könnte vielleicht jetzt schon ein Blick auf das Recycling unseres Umweltmülls in fernster Zukunft sein.

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Michael Kunst

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6 Kommentare zu „Kunst am Wind: Theo Jansen baut “Wesen”, denen der Wind das Laufen lehrt“

  1. avatar Heinrich sagt:

    Ist das Kunst oder kann das wech?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 21

    • avatar T.K. sagt:

      1. Ist der Artikel von Herrn KUNST!
      2. Ist das KUNST!
      3. Kann die Frage nur von einem KUNSTBANAUSEN kommen!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 1

    • avatar M. Hari sagt:

      Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die F****e halten!

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  2. avatar Christian1968 sagt:

    Der Hammer, so was abgefahrenes habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen.
    Wow !

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 24 Daumen runter 0

    • avatar Luke sagt:

      Apropos Hammer: Seit ein paar Jahren haben die Strandbiester einen solchen um sich bei Sturm am Strand zu verankern… Lösen muss man den Hammer zwar wieder manuell, aber der Totalverlust des Biests wird verhindert.

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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