„Nina“-Suche: Eltern und Freunde geben nicht auf

Ihre Hoffnung ist "nichts"

Selbst mit kleinen Charity-Aktionen wird Geld gesammelt. Unterstützung erhalten die Angehörigen der “Nina”-Crew überall

Seit Juni 2013 wird der Schoner „Nina“ und seine siebenköpfige Crew in der Tasmanischen See vermisst. Die Behörden brachen die intensivste Suchaktion aller Zeiten ergebnislos ab – die Angehörigen suchen weiter!

Die "Nina" am letzten Steg © wright

Eines der letzten Fotos der “Nina” © wright

„Wir können und werden die Hoffnung nicht aufgeben,“ beteuerten Robin und Ricky Wright, Eltern der 18 jährigen Danielle, die als Chartergast auf der „Nina“ unterwegs war. „Wir wollen sie alle hier haben, mit ihren Eltern und Freunden. Wir wissen, dass Schiffe sinken können. Aber wir wissen auch, dass nach einem Untergang immer irgendwelche Wrackteile auf der Wasseroberfläche schwimmen. Erst recht bei einem Holzboot! Wir können nicht aufgeben, wir müssen sie alle wiederfinden!“

Vor Weihnachten sagten die beiden Verzweifelten diese Sätze dem „New Zealand Herald“ und unterstrichen damit ihren schon mehrfach geäußerten Aufruf, alles nur Menschenmögliche zu tun, um die „Nina“ und ihre siebenköpfige Besatzung wiederzufinden. Doch ihr Wunsch ging  nicht in Erfüllung, Dutzende Personen, die meisten Familienangehörige und enge Freunde der Vermissten, suchen verzweifelt weiter.

Nina, Rettung, Charity

Die Suche kostet viel Geld. Also wird gesammelt… © wright

Kein Unglück ohne Wrackteile?

Der 70-Fuß-Schoner war im Juni in der Tasmanischen See von einem außergewöhnlich starken Sturm überrascht worden. „Das Wetter ist ziemlich mies bei uns hier, wie kommen wir wohl am besten wieder raus?“ lautete der letzte Kontakt von der „Nina“ – seitdem fehlt jede Spur von dem Klassiker. Die neuseeländischen und australischen Behörden, unter Mithilfe der US-amerikanischen Küstenwache (die „Nina“ fuhr unter der Flagge des New York Yachtclubs) führten darauf die größte Suchaktion aller Zeiten in der Tasmanischen See durch und fanden… nichts!

Nina, gesunken, Satellitenfoto

Nina unter Vollzeug © marine museum

Die Hoffnung heißt „nichts“

Und genau an diesem „nothing“ klammern sich die Angehörigen und Freunde. Denn wo keine Überreste eines Unglücks zu finden sind, muss nicht unbedingt ein Unglück stattgefunden haben – so die Theorie.

Rund um die beiden Wrights, die ebenfalls erfahrene Segler sind, bildete sich im Laufe des letzten Herbst ein offenbar akribisch und enthusiastisch arbeitendes Suchteam aus Freiwilligen und Profis, die unentgeltlich helfen. Mit Spendenaufrufen wurde eine halbe Million Dollar gesammelt, die hauptsächlich für das Chartern von Suchflugzeugen und –booten sowie Satellitenaufnahmen ausgegeben wurden. Man setzte alles in Bewegung, um die „Nina“ und ihre Besatzung zu finden.

Seenot, Nina,

Ist die Nina an eines dieser unbewohnten Eilande getrieben? © marine museum

Es gab hoffnungsvolle Momente, als etwa ein Satellitenbild mit einem Objekt auftauchte, dessen Konturen der „Nina“ ähnelten aber vom Flugzeug aus nicht wiedergefunden wurde. Es wurden vermeintliche Wrackteile aus Holz von einem Fischer gesehen, auf denen sogar „na“ in roter Schrift noch zu erkennen war – Reste von einem Dock. Die Fischereibehörden der Anrainerstaaten mahnten ihre Fischer zu doppelter Wachsamkeit, die Piloten kleiner Airlines, die mit tief fliegenden Flugzeugen unterwegs sind, suchen ebenfalls. Alle Yachten, die durch die Tasmanische See kreuzen, werden zu besonderer Aufmerksamkeit angehalten… alles ohne Ergebnis.

Nadel im  Heuhaufen

„Die ganze See ist mit unzähligen Atollen gespickt,“ erklären die Wrights weiter. „Zudem gibt es dort völlig unberechenbare Strömungen, die in alle möglichen Richtungen führen. Das vielleicht nur angeschlagene Schiff könnte also in ganz andere Richtungen getrieben worden sein, als wir bisher vermuteten!“

Alle suchen nach Danielle, irgendwie © wright

Alle suchen nach Danielle, irgendwie © wright

Hoffnung machte auch der Australier John Glennie, der sich öffentlich zu Wort meldete und die Behörden zu einer erneuten Suchaktion aufrief, diesmal mit Fokus auf die unbewohnten Eilande. Sein starkes Argument: „Ich bin 1989 mit meinem Katamaran gekentert und habe mit meiner Crew 109 Tage auf See überlebt, nur mit rohem Fisch und Regenwasser als Nahrung!“ Bis sie schließlich auf eine unbewohnte Insel stießen, von der aus sie gerettet wurden.

Auch Glennie meint, dass eine – etwa nach Mastbruch – wieder aufgerichtet treibende „Nina“ auch über Monate hinweg Chancen habe, ihre Besatzung durch die See zu tragen.

Vater Wright macht gerade den Pilotenschein, weil er die Salomon-Inseln persönlich abfliegen will © Wright

Vater Wright macht gerade den Pilotenschein, weil er die Salomon-Inseln persönlich abfliegen will © Wright

So geht die Suche nun weiter. Ricky Wright macht derzeit gerade den Pilotenschein, um in Kürze mit einem kleinen „Island-Hopper“ die unbewohnten Atolle der Fidschies- und Salomon-Inseln abzufliegen. Das spare Geld und Nerven, beschreibt er auf der „Bringing home the Nina and her crew“- Facebook-Site, denn es gebe nichts Schlimmeres, als tatenlos darauf zu warten, dass von irgendwoher endlich die erlösende Nachricht kommt: „Wir haben sie gefunden. Sie leben. Alle!”

Website mit aktuellen Info aus dem Suchteam

Nina, Rettung

Alle Mittel sind erlaubt, um auf die vermisste Nina aufmerksam zu machen © wright

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

2 Kommentare zu „„Nina“-Suche: Eltern und Freunde geben nicht auf“

  1. avatar SR-Fan sagt:

    Kann mir kaum vorstellen, dass in Zeiten von leistungsfähigen Spionagesatelliten und auch ziviler Pendants das abklappern einzelner Inseln mit nem Privatflugzeit der effizienteste Weg der Suche ist. Mit ein wenig Pech, muss man nachher den Piloten-Neuling auch noch suchen.

    Wie auch immer, trotzdem viel Erfolg!

    VG

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Nauticcus sagt:

    Wenn das Fahrzeug nicht mehr über Wasser sein sollte, ist von Satelliten auch nichts mehr zu orten bzw. zu erfassen. Zugang zu Spionagesatelliten ist so gut wie ausgeschlossen, weil eben streng geheim! AIS lässt sich abechalten. Also ist die altruidtisch anmutende Methode, alle infrage kommenen Punkte direkt aufzusuchen, um möglichst die letzte Sichtung zu ermitteln und von dort aus weiter zu suchen, die wohl einzig richtige.

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