49er EM: Schmidt/Böhme holen den Titel – Heil/Plößel mit starkem Finale achte

Europameister!

Kurzinterview:

Justus Schmidt und Max Böhme haben ihren unglaublichen Aufstieg der vergangenen Monate mit dem EM-Titel bestätigt. Im spannenden Finale behielten sie bis zum Schluss die Nerven.

49er EM

Schmidt/Böhme holen sich im Endspurt den EM-Titel. © Ricardo Pinto

Das hätte niemand für möglich gehalten. Die beiden 23-jährigen Justus Schmidt und Max Böhme sind Europameister! An einem dramatischen Finaltag sicherten sie sich in drei Final-Rennen den Titel und in der Gesamtwertung Platz zwei hinter den Neuseeländern Burling/Tuke. Das Medalrace fiel mangels Zeit nach langer Wartezeit am Morgen aus.

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Die erfolgreiche deutsche 49er Mannschaft mit Coach Thomas Rein in der Waagerechten. © HP Sailing

Damit gewannen die Kieler auch den ersten Teil der internen Olympiaqualifikation gegen ihre Freunde und EM Titelverteidiger Heil/Plößel. Durch den zweiten Platz erhalten sie 25 Punkte, ihre Gegner sammeln auf Rang acht 13 Punkte.

Dabei erwischten Heil/Plößel mit den Rängen 1/4/10 den zweitbesten Tag in der Goldfleet. Mit Steuerbord-Starts hinter dem Feld und freiem Wind auf der rechten Seite holten sie in der Geasmtwertung immer weiter auf ihre Kontrahenten auf.

Kontrahenten versperrten den Weg

Nur im letzten Rennen klappte es nicht. Da versperrten ihnen Schmidt/Böhme den freien Weg auf der Anliegelinie zum Startschiff. Die Titelverteidiger mussten wenden, verloren danach den Zweikampf auf den ersten Metern nach dem Start, wurden erneut zum Manöver gezwungen und versackten im Feld.

Die neuen Europameister erkämpften sich dagegen in einem ganz starken Rennen einen sauberen Weg durch den Verkehr, lagen an der Luvtonne auf Rang vier und segelten einen sauberen fünften Platz nachhause.

Dabei verwiesen sie die Olympiasieger Outteridge/Jensen von den Medaillenplätzen, die als Führende in den letzten Tag gegangen waren. Die Australier hatten am Vortag einen Protest gewonnen, in dessen Verlauf die bis dahin führenden Neuseeländer und die zweitplazierten Briten disqualifiziert wurden. (Marcus Baur erklärt den Vorfall hier).

Burling/Tuke fielen durch die Disqualifikation zurück und es schien, als könnte ihre unglaubliche Siegesserie von bisher 17 ungeschlagenen Regatten seit der Silbermedaille 2012 dem Ende zugehen. Aber das passierte nicht. Die Kiwis legten die Hammer-Serie von 1/2/1 hin und siegten erneut überlegen mit 24 Punkten Vorsprung.

49er EM

Wichtiger Moment beim deutschen Zweikampf. Heil/Plößel (rechte deutsche Fahne) hoffen, dass Schmidt/Böhme die Lücke zwischen ihrem Heck und dem Startschiff aufmachen. Die warten aber bis zum Schluss mit der Beschleunigung. © Ricardo Pinto

Jurczok/Lorenz gewinnen erste Quali

Am Tag zuvor hatten die 49er FX Frauen ihre Meisterschaft beendet. Und dabei sicherten sich Victoria Jurczok und Anika Lorenz Rang sechs bei der EM und Platz sieben in der offenen Wertung. Nach einer schwierigen Finalserie konnten sie sich mit dem Sieg im Medalrace nicht mehr entscheidend verbessern.

Die nationale Konkurrenz musste als 14. (Lutz/Beucke), 15. (Meyer/Stoffers) und 16. (Wedemeyer/Wedemeyer) tatenlos zusehen, ob ihre Rivalinnen um den Olympiaspot im Medalrace noch einmal punkten könnten. Aber so ist der Abstand noch nicht sehr groß geworden und die Entscheidung bleibt bei den folgenden beiden Qualifikationen heiß umkämpft. An Boden verloren haben allerdings die Görge Zwillinge, die es nicht unter die Top 20 schafften.

Ergebnisse 49er EM 2015

Ergebnisse 49er FX Frauen EM 2015

49er EM

Die Überflieger aus Neuseeland Burling/Tuke. Seit drei Jahren in 18 Rennen unbesiegt. © Ricardo Pinto

Replay des Finaltages (Start bei 3:32):

Jurczok/Lorenz Interview während der Woche:

Schmidt/Böhme Interview in der Woche:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „49er EM: Schmidt/Böhme holen den Titel – Heil/Plößel mit starkem Finale achte“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Gratulation An Schnmidt / Böhme und das gesamte deutsche 49er 7 49erFX Team zu dieser starken Euro! Sehr schön!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Quersegler sagt:

    tja, überall plötzlich unglaublicher aufstieg. Ich weiß bloß nicht wem ich gratulieren soll. den sportlern, oder diesem systemsport wie in der ehemaligen DDR der sich nun im segeln bei uns breit gemacht hat , mit startrainern, mitteln, materialexperten. etc. klar, total krank alles im segeln mittlerweile. na ja solange die mädels noch keinen schneuzer haben geht’s ja noch.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 12

  3. avatar Andreas sagt:

    immer locker bleiben….jeder sucht sich seinen Fetisch….alle Segler da ganz vorne wollen nur eines….gewinnen….und dafür muss man heutzutage ne ganze Menge machen….wer das nicht will oder kann…der macht halt was anderes….so ist das nun mal….das normale segeln um die Tonnen gibt es und wird es auch immer geben….musst ja nicht hinschauen :-(-)

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