TP 52: Acht Neubauten 2015 – Harm Müller-Spreers “Platoon” in Dubai fast fertig

Panzerkreuzer

platoon TP52

Die neue Platoon entsteht in Dubai im martialischen Panzerkreuzer Outfit

Die neue “Platoon” erregt Aufsehen mit einem ganz besonderen Anstrich.  Sie ist eine von acht TP52-Neubauten für die neue Saison. 12 bis 14 Boote sollen insgesamt sollen die fünf Regattaevents der Barclays 52 Super Series in der kommenden Saison eine nie gekannte Größe erreichen.

Ein kleiner, aber finanzkräftiger Kreis von Eignern, die ihre Yacht teilweise selber steuern, weckt Erinnerungen an die Blüte der TP52-Klasse zu MedCup-Zeiten. Nach ein paar Jahren Abstinenz gehört auch der Hamburger Harm Müller-Spreer wieder dazu.

Die 'Platoon' von 2008 wird nächstes Jahr durch einen Neubau aus Dubai für die 52 Super Series ersetzt.  ©Carlo Borlenghi/Rolex

Die ‘Platoon’ von 2008 wird nächstes Jahr durch einen Neubau aus Dubai für die 52 Super Series ersetzt. ©Carlo Borlenghi/Rolex

Seine neue „Platoon“ wird bei Premier Composites Technologies (PCT) in Dubai gebaut. Die Werft lieferte auch die Carkeek 47 als Leihboot zur Überbrückung der Saison. Die Zeichnungen stammen von judel/vrolijk engineering aus Bremerhaven.

Taktiker an Bord wird der Starnberger Markus Wieser, der schon die TP52 „Container“ von Udo Schütz sehr erfolgreich gesteuert hatte, ehe der Unternehmer aus Selters dem Regattasegeln wieder den Rücken zukehrte.

Für den 52-jährigen Immobilieninvestor Müller-Spreer, der unter anderem in Berlin mit großen Projekten in verschiedenen Stadtteilen für Aufsehen sorgte, ist es ein Comeback. 2008 stellte er seine damals neue TP52 als Wettkampf- und Trainingsgrundlage in den Dienst einer möglichen zweiten deutschen America’s Cup-Kampagne.

Die „Platoon powered by Team Germany“ mit Jochen Schümann am Steuer sollte verhindern, dass die Premiere des United Internet Team Germany beim 32. Cup in 2007 eine Eintagsfliege bleibt. „Deutschland soll die Kanne einmal gewinnen“, wünschte sich Müller-Spreer seinerzeit.

Zielauftrag America's Cup: die 'Platoon powered by Team Germany' vor sechs Jahren mit Eigner Harm Müller-Spreer (hinten stehend) und Steuermann Jochen Schümann sowie unter anderem (von links) Tim Kröger, Jan Schoepe, Matti Paschen und Tony Kolb (ganz vorn).  ©Platoon

Zielauftrag America’s Cup: die ‘Platoon powered by Team Germany’ vor sechs Jahren mit Eigner Harm Müller-Spreer (hinten stehend) und Steuermann Jochen Schümann sowie unter anderem (von links) Tim Kröger, Jan Schoepe, Matti Paschen und Tony Kolb (vorn hängend). ©Platoon

Bei den Neubau-Designern für die neuen TP52 ist das Feld zweigeteilt. Eine Hälfte vertraut den deutschen Designern. Dazu gehören neben Müller Spreer auch der schwedische Skype-Erfinder Niklas Zennström mit der „Rán“ und ihr britisches Schwesterschiff „Gladiator“ von Tony Langley, die bei Presico in Italien entstehen, sowie die „Provezza“ (Ergin Imre/Türkei), die bei Cookson in Neuseeland in Bau ist.

Gewohntes Bild der Saison: die 'Azzurra' jagt den Klassenprimus 'Quantum Racing'.  ©Carlo Borlenghi/Rolex

Gewohntes Bild der Saison: die ‘Azzurra’ jagt den Klassenprimus ‘Quantum Racing’. ©Carlo Borlenghi/Rolex

Angeführt vom amtierenden Klassenchampion „Quantum Racing“ (Doug DeVos/USA) setzt die andere Hälfte auf die Ideen von Botin Partners. Sie wird genau wie ein noch unbekanntes Schwesterschiff bei Longitud Cero in Spanien auf Kiel gelegt.

Ebenfalls in Spanien aber bei King Marine lässt die argentinische Seglerfamilie Roemmers ihre „Azzurra“ unter italienischer Flagge bauen. Dieselbe Werft wie Imre, aber die anderen Designer beauftragte Takashi Okura mit der japanisch-amerikanischen „Sled“.

Die neuen TP52 bekommen Kohlefaserriggs, Deflektoren, mehr Tiefgang sind leichter als zuvor und segeln jetzt schon mit einem spaktakulär langen Bugspriet. Insgesamt wurde die Box-Rule jedoch enger gefasst, so dass weniger Spielraum für die Entwicklung bleibt.

„Azzurra“-Skipper Guillermo Parada erwartet vornehmlich eine Ausrichtung auf Am-Wind-Performance. „Wenn du in einem Feld von 14 Booten an der ersten Luvtonne nicht mit vorn bist, nützt guter Vorwindspeed nicht mehr genug“, erklärt der Italiener.

Der Boom 2015 wird die Zahl der weltweit gebauten TP52 schon auf insgesamt 70 erhöhen. Dabei wurde die Klasse nach dem strittigen Ausstieg von Audi aus dem MedCup vor drei Jahren schon totgesagt. Damals war das deutsch-französische Audi Sailing Team powered by ALL4ONE mit Skipper Jochen Schümann ebenfalls am Ende.

TP 52 SUPER SERIES 2015

– Valencia Sailing Week, Valencia, May 19 – 23.
– Week of the Straits, Porto Cervo, YCCS, June 9 – 13
– TP52 World Championship, Portals, RCNP, July 14 – 18.
– Copa del Rey, Palma, August 4 – 8.
– Royal Cup, Cascais, September 16 – 20.

TP52 Klassenseite

Die TP52-Klasse - hier vor Capri - ist mit acht Neubauten für 2015 im Aufwind.  ©Carlo Borlenghi/Rolex

Die TP52-Klasse – hier vor Capri – ist mit acht Neubauten für 2015 im Aufwind. ©Carlo Borlenghi/Rolex

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7 Kommentare zu „TP 52: Acht Neubauten 2015 – Harm Müller-Spreers “Platoon” in Dubai fast fertig“

  1. avatar Jonas sagt:

    “Wir kommen mit 25 Knoten angeschossen, und plötzlich steht eine Telefonzelle im Weg”. Bei dem Design werden Telefonzellen mit Wegerecht sicherlich bald das Weite suchen.

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  2. avatar steehl sagt:

    Mit dem Boots-Design zeigt HMS einmal mehr seine geistige Reife…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 18 Daumen runter 20

  3. avatar Johannes Bahnsen sagt:

    Na, da hat Harm ja endlich die “Schusswaffe”, die er schon immer gern propagierte. Auch optisch nah am Thema. Ob man das gut finden muss, soll jeder für sich selbst wissen.
    Ich bin gespannt, wie die Jungs um Markus Wieser sich dann auf der Bahn schlagen.

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  4. avatar oliver@segelnmallorca.de sagt:

    Wer wird denn das Teil steuern? Und was zum Henker ist mit Deflektoren gemeint?
    Ich lerne gerne dazu, danke.

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    • avatar wm sagt:

      Deflektoren sind m.W. die Dinger die zwischen Achter-/Backstag und Mast gespannt sind. Mit diesen kann die Mastkurve beeinflusst werden. Schätzungsweise 2-3 bei dem Rigg…

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  5. avatar Hurghamann sagt:

    Panzerkreuzer Optik?
    Naja, ich hätte jetzt eher Steampunk assoziiert, oder Lehrlingswerkstatt Schlosserei.

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  6. avatar dubblebubble sagt:

    Auch wenn ich das meinem kleinen Schnellboot niemals antun könnte, finde ich die Lackierung leider geil.

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