America’s Cup: Die Oatley Aussies sprechen über ihre Vision

Eine Hand am Cup

Bob & Sandy Oatley Press Conference – 1 Oct 2013 from Valencia Sailing on Vimeo.

Das australische Vater und Sohn Duo Bob (76) und Sandy Oatley (56) erklären bei einer Pressekonferenz in Sydney ihre Absichten für den 35. America’s Cup. Sie seien zutiefst begeistert gewesen von der Show in San Francisco und hätten sich relativ spontan entschlossen, als Challenger of Record mehr Einfluss auf den 35. America’s Cup zu nehmen.

Für Oracle mag es kein schlechter Schachzug sein, die angegrauten Australier zum Partner zu machen. Ellison mussVertrauen schaffen, um einen Cup zu gestalten, bei dem deutlich mehr Teams teilnehmen als diesmal. Die Oatleys machen auf den ersten Blick den Eindruck, dass es ihnen mehr um den Erfolg der Veranstaltung geht als um ihren Sieg.

America's Cup, Bob Oatley

Australier mit einer Hand am Cup. Boab Oatley, James Spithill und Ianin Murray. © ACEA/Martin Raget

Der letzte Challenger of Record Artemis hat viel von diesem Vertrauen verspielt, seitdem er sich sehr bewusst auf die Seite der Amerikaner geschlagen und auch mit ihnen trainiert hatte. Von einer Interessenvertretung der Herausforderer konnte nicht mehr die Rede sein.

Die Australier kommen neu und unbelastet in das Spiel. Die beiden Oatleys scheinen ehrlich begeistert zu sein von der neuen Regatta, obwohl sie eigentlich in ihrem Alter das konservative Yacht Establishment präsentieren. Sie stehen für den Wandel, den viele Segler bei ihrer Beurteilung des modernern Ellison-America’s Cups vollzogen haben.

Dabei formulieren die Oatleys durchaus ihre Vision vom nächsten America’s Cup, der möglicherweise 2016 mit den Olympischen Spielen kollidieren könnte. Im Interview wird deutlich, dass sie sich noch nicht persönlich mit Larry Ellison ausgetauscht haben. Die Verhandlungen fanden mit dem Golden Gate Yacht Club statt und dessen Vize Präsidenten Tom Ehman.

Aber Sandy Oatley fromuliert vorsichtig eine Tendenz Richtung Nationalitäten Regel und Katamaranen. Sie sollten nach seiner Meinung in vielen Bereichen einer strikten Box Rule unterliegen aber auch Spielraum für Entwicklungen lassen.

Außerdem formuliert der Australier die Überzeugung, dass eine Veranstaltung wie die America’s Cup World Tour Sinn macht, die in jedem Land eines Herausforderers Halt machen könnte. Er stellt aber auch klar, dass die Segler eine große Rolle spielen sollen und betont dass Australien auf diesem Gebiet sehr gut aufgestellt ist.

Der legendäre Coach Victor “The Medalmaker” Kovalenko habe schon seine Unterstützung angeboten. Mit den australischen Schlüsselfiguren des Oracle Teams seien allerdings noch keine Gespräche gelaufen.

Für Ellison ist es sicher gut, dass nicht ein weiterer Multi-Milliardär im Spiel auftaucht. Die Oatleys verfügen im Vergleich nur über einige bescheidene Milliönchen. Wenn sie eine Chance gegen Ellison haben wollen, müssen sie besonders darauf dringen, dass die Teilnahme am 35. America’s Cup erschwinglich wird. Ihre Leidenschaft für den Sport, die sie mit ihren langjährigen Yacht-Projekten bewiesen haben, ist gleichzeitig eine gute Werbung für den America’s Cup.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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7 Kommentare zu „America’s Cup: Die Oatley Aussies sprechen über ihre Vision“

  1. avatar stefan sagt:

    …ein paar Milliönchen mehr sind es dann doch. Aktuell etwa 950 Mio. US$

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Australians_by_net_worth

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

  2. avatar Alex sagt:

    Eine “America’s Cup World Tour ” mit Nationalitäten Regel find ich gut.

    Den AC damit zu regeln entspricht nicht dem Charakter vom AC.
    Außer kleinen Ausnahmen (mitunter auch erfolgreiche wie ETNZ) ist der AC die Spielwiese für die Superreichen dieser Welt und die sollen zusammenkaufen was sie meinen zu brauchen um den AC zu gewinnen.

    Was würde Fußballdeutschland sagen, wenn die Profiliga in der Worldsoccer-Championsleague mit einer Nationenregel belegt wird?

    Der AC ist keine WM sondern eben der AC.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

    • avatar Kauni sagt:

      Was hat dann die ACWS mit dem AC zu tun wenn da unterschiedliche Regeln sind???
      Es müssen die gleichen Team sein die auch im AC segeln sonst ist es nur ne Dog and Pony show

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      • avatar Alex sagt:

        Weshalb müssen es die gleichen Teams sein? Die Protagonisten aus den vergangenen LV´s segeln ja nebenher mitunter auch in Serien wie Extrem40.
        So eine “World tour” wird wenn dann auf maximal auf baugleichen Booten wie den AC45 laufen, also auf anderen Booten als im AC. Ansonsten ist das Verbilligen des AC schon im Keim erstickt, weil die Reisekosten und der Platzbedarf in den Häfen die Kosten sicher explodieren lässt.

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        • avatar Stefan sagt:

          …das kommt ja ganz auf die Art und die Größe der Boote an.

          …die Serie der Act-events, die Alinghi for dem 2007er AC ausgerichtet hat, wurde ja auch auf der selben Art von Booten gesegelt, mit denen die späteren Ausscheidungen zum AC und der AC selber gesegelt wurden. Wenn ein AC72 modular zerlegbar wäre, dann wäre es auch nicht aufwändiger diese zu transportieren, als es mit den IACC Booten war

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        • avatar Kauni sagt:

          Dann nenn es Super Cat World Tour oder so – wenn es keinen Bezug zum AC hat.
          DIe ACWS ist ein reines Marketingtool, welches den AC Teams helfen soll Sponsoren zu finden und diesen auch in der Vorbereitungszeit eine internationale Plattform bieten zu können .

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  3. avatar Kauni sagt:

    P.S. die Teams die im 2011/2013 ACWS Circus dabei waren wollten ja alle in den AC – sind aber an den finanziellen Hürden gescheitert – sie mussten ja auch dementsprechende Verträge mit dem ACEM unterschreiben……

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