America’s Cup: Luna Rossa verliert Start, siegt aber klar gegen Artemis

Ein bisschen spannend

Start Replay:

Replay des Rennens:

Luna Rossa hat das erste Halbfinal Match gegen Artemis mit einem Vorsprung von 1:57 Minuten gewonnen. Die Schweden gewannen klar den Start, hatten aber vor dem Wind das langsamere Boot.

Artemis Luna Rossa

Artemis startet deutlich vor Luna Rossa. © ACEA / GILLES MARTIN-RAGET

Kurz vor dem Start mussten die Italiener ein Loch in ihrer Flügel-Folie flicken und tauchten deshalb deutlich spät in die Startbox ein. Aber Artemis verzichtete auf die mögliche Attacke. Es zeigte sich die Priorität, möglichst heil über den Parcours zu kommen.

Dabei schaffte es Artemis Steuermann Nathan Outteridge, kurz vor dem Start auf Tragflächen von Luv über das italienische Boot zu rutschen und mit perfektem Timing eine Länge vor den Gegenern über die Linie zu gehen.

Auch der kurze Highspeed-Kurs zur ersten Tonne glückte dem schwedischen Team, bei dem kein Schweden und auch nicht Loick Peyron an Bord war, mit beeindruckendem Speed im 40 Knoten Bereich. Nach dem Abfallen betrug der Vorsprung gut drei Bootslängen.

Artemis Luna Rossa

An der ersten Luvtonne liegt Artemis klar voraus. © ACEA / GILLES MARTIN-RAGET

Aber dann zeigte sich, dass jedes Risiko beim Vorstart auch unklug für Luna Rossa gewesen wäre. Die Italiener wussten, dass sie schneller sind. Der Unterschied zwischen 9 und 80 Tagen auf dem Wasser zeigte sich. Artemis beherrscht noch keine Halsen, bei denen das Boot auf den Tragflächen bleibt. Luna Rossa rauschte nach der ersten Halse mühelos vorbei.

Es zeigte sich bei dieser neuen Art des America’s Cup Segelns, wie gering die taktischen Möglichkeiten sind, einen Gegner am Überholen zu hindern. Der Abdeckungskegel der schnellen Katamarane ist so schmal, dass ein schnelleres Boot kaum klockiert werden kann.

Die Kurse werden einfach mit maximalem Speed abgesegelt. Und im weiteren Verlauf der Vorwindkurse zeigte Luna Rossa auch abgesehen von den besseren Halsen eine höhere Grundgeschwindigkeit.

Artemis Luna Rossa

Artemis kommt vor der Halse aus der Balance. Die Bugspitzen steigen. Danach klatschen sie ins Wasser. © ACEA / GILLES MARTIN-RAGET

Hoffnung auf ein spannendes Match keimte nach der ersten Kreuz auf. Artemis verkürzte den Rückstand um 9 auf 21 Sekunden. Aber diese Entwicklung wurde später auf Winddrehung zurückgeführt. Danach segelten die Italiener kontinuierlich weiter davon.

Beide Teams jubelten nach dem Rennen. Den Luna Rossa Segelern war eine schwere Last von den Schultern genommen und die Artemis Crew freute sich, wenigstens am Anfang ein spannendes Match geliefert zu haben und heil über den Parcours gekommen zu sein.

Das ist auch aller Ehren wert, aber es ist wohl klar, dass der Zuschauer weiterhin auf spannende Rennen warten muss. Heute schon findet  das zweite Habfinalmatch der best of seven Serie statt und bis dahin wäre es ein Wunder, wenn die Mannen um Iain Percy und Nathan Outteridge das Halsen auf Flügeln lernen.

Artemis Luna Rossa

Aur der ersten Kreuz kommt Artemis wieder heran und holt 9 Sekunden auf. © ACEA / GILLES MARTIN-RAGET

Tom Slingsby von Oracle Racing erklärte, dass ein extremes Feintuning der Systeme wichtig sei, um die Balance zu halten. Der Winkel der gebogenen Schwerter im Wasser kann per Knopfdruck vom Steuermann angestellt werden, wenn von den Grindern genug Power im Hydraulik-System aufgebaut wurde.

Wenn das Luvschwert für die Halse gefiert wird gebe es komplizierte Abläufe, die das sieben Tonnen schwere Boot auf den Tragflächen halte. Slingsby gibt zu, dass die Neuseeländer das zurzeit am besten beherrschen. Er glaubt aber, dass Oracle dieses Defizit in dem einen Monat bis zum ersten Cup-Rennen ausgleichen kann. Seit Tagen trainiert das Team mit zwei Booten auf dem Wasser.

Daten zum ersten Halbfinale

Sieben Bahnen
Länge: 15,83 Seemeilen
Zeit: Luna Rossa 43:20 Minuten, Artemis Racing 45:20 Minuten
Gesegelte Distanz: Luna Rossa 18,78 Seemeilen, Artemis Racing 18,69 Seemeilen
Durchschnittsgeschwindigkeit: Luna Rossa 26,04 Knoten (48,23 km/h), Artemis Racing 24,75 Knoten (45,84 km/h)
Höchstgeschwindigkeit: Luna Rossa 39,19 Knoten (72,58 km/h), Artemis Racing 40,56 Knoten (75,12 km/h)
Windgeschwindigkeit: Durchschnitt 16,1 Knoten, in Böen bis 20,4 Knoten

Die nächsten Rennen im Louis Vuitton Cup (Start jeweils um 13.15 Uhr Ortszeit/22.15 Uhr Deutschland)
Mittwoch, 7. August , Halbfinale, Rennen 2
Freitag, 9. August, Halbfinale, Rennen 3
Samstag, 10. August, Halbfinale, Rennen 4

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Carsten Kemmling

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12 Kommentare zu „America’s Cup: Luna Rossa verliert Start, siegt aber klar gegen Artemis“

  1. avatar 12er Enthusiast sagt:

    Nach 34 Tagen das erste Überholmanöver….Spannung pur…

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    • avatar Stefan sagt:

      Der gefühlt 34.000 Kommentar mit dem Tenor …… Langeweile pur…

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Es ist natürlich extrem unglücklich, daß die Italiener erst jetzt gegen Artemis eine derartig gute Form zeigen.

      Wären sie gegen ETNZ durch die Halsen gefoilt, hätten die Rennen der Vorrunde durchaus spannender sein können.

      Bei Artemis hat mich die gute “Am Wind”-Performance überrascht. Gefühlt konnten sie bei vergleichbarer Geschwindigkeit sogar einen Tick höher segeln. Der Winkel raumschots war eigentlich auch recht gut. Wenn sie nur die Halsen besser in den Griff bekommen…

      Ich freu mich auf die nächsten Rennen!

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  2. avatar Finnbollo sagt:

    oh schon vorbei, muss wohl eingeschlafen sein. Wie wars denn ?

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  3. avatar Martin sagt:

    75 km/h Höchstgeschwindigkeit – irre! Ich fand schon 7 Knoten auf dem Zürichsee enorm schnell.

    Bei der Live-Übertragung hat mir auch die Umgebung super gefallen: Golden Gate Bridge, Alcatraz, die Piers von San Fransisco.

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  4. avatar wooling sagt:

    Warum nur in aller Welt, investiert Artemis so viel Geld, um sich vorführen zu lassen? Die Frage kann man auch Luna Rossa stellen, die im Duell mit ETNZ verbröselt worden sind. Das Geld hätten die doch besser beide gespendet und alle wären davon nett drei Wochen in Polynesien zumgesegelt.

    Irre finde ich aber die Kommentatoren, die sich diese Langeweile frohquatschen.

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  5. avatar hard to get exited sagt:

    5 knoten Speed-Diff. auf raumen Kursen? Fast alles, was Match Racing normalerweise spannend macht, wird hier völlig egal – wer den Vorstart gewinnt, Wegerechte, Innenpos. an der Tonne. Allein die Manöver sind noch von Belang,

    Vielleicht sollten Sie einen Wechsel der Foils einbauen, Boxenstops, damit man irgendwie auf ein Malheur hoffen kann, das die Sache wieder spannend macht.

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  6. avatar Alex sagt:

    Für uns und die teilnehmenden Crews würde ich mich über etwas Spannung freuen.
    Und die Boote sind einfach nur geil.

    Dem LE aber gönne ich nur die pure und öde Langeweile. Der soll mit seinem Supercup mal so richtig auf die Fresse fallen.

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  7. avatar Philson sagt:

    Wer auf spannende enge Rennen mit vielen Booten steht sollte an Ostern an den Gardasee und die Opti-Regatta mitverfolgen. Wer sich von moderner Technik begeistern lassen kann und wer sich nicht daran stört, dass das Aushängeschild des Segeln anders aussieht als vor 20 Jahren, der hat Spaß an der Action. Gruss an die ewig Gestrigen :*
    ( auch in der Pioneerzeit der Moths waren die Abstände im Ziel mehr als ein paar Sekunden groß. 75 Fuss große Foilercats sind halt einfach #Neuland;) )

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  8. avatar wooling sagt:

    Völlig unnötig, Philson, ist deine Anmerkung zu den “ewig Gestrigen”. (wie dein Beitrag insgesamt)

    Wer diesen AC toll findet ist modern, wer nicht “ewig Gestrig”? Soll das die Formel sein?

    Für mich ist dieser AC ein Megaflopp, inkl. der technischen Konzeption. Mit der Hälfte dieser Mittel, hätte man durchaus was Sinnvolles machen können und dabei noch 15 Teams am Start gehabt. Das ist völliges Versagen. Das toll zu finden ist nicht modern und zeitgemäß. Aber das lasse ich dir. Wenn man das aber nicht toll findet, ist man noch lange nicht “ewig Gestrig”, sondern möglicherweise etwas cleverer.

    Junge, du hast noch einen langen Weg vor dir. Bis dahin wirst du vermutlich noch mehr von diesem absoluten Blödsinn schreiben. Vielleicht verstehst Du auch irgendwann den Zusammenhang.

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