Meinung B/one gegen J/70: Am Limit gesegelt – Welche neue Sportbootklasse durchstartet

Die neuen Sportskanonen

Nach drei J/70 Einsätzen bei der Segel-Bundesliga für den NRV war ich bei der Meisterschaft der Meister sehr gespannt auf den Vergleich zur B/one, die ich zum ersten Mal segeln durfte. Beide Boote bemühen sich um die gleiche Zielgruppe, die von vielen Werften angepeilt wird. Das Angebot in diesem Segment ist extrem groß.

J/70

In den USA hat die J/70 voll eingeschlagen. © J Boats

Die J/70 hat in diesem Jahr hierzulande ordentlich gepunktet in der Gunst der Segler. Die J-Boats Vertretung in Deutschland bei der Mittelmannswerft  nutzte ausgiebig die Bühne der ersten Segel-Bundesliga Saison. Und unabhängig davon gewann das Schiff am Bodensee die Wahl zur Sportbootklasse, um dort vergütungsfreies Segeln zu ermöglichen.

Auch die B/one zeigte Präsenz auf diversen Regattabahnen. Auf der boot im Januar wurde die Partnerschaft mit Audi verkündet. Sechs Boote seglten in der Saison 2013 bei  Veranstaltungen wie Kieler Woche und Rheinwoche unter der Flagge von Audi.

Bei der Kieler Woche durften auch diverse Spitzensegler die B/one in Augenschein nehmen. Auf SR erschien ein Erlebnisbericht mit eher kritischen Untertönen zum Boot. Um so gespannter war ich selber auf das Boot bei der Meisterschaft der Meister.

Stürmisches Wochenende

B/one

B/one an der Kreuz. Der Vorstag Durchhang ist während des Segelns schwer zu kontrollieren. © Bavaria

Es war ein stürmisches Wochenende, über das ich schon berichtet habe. Dabei kam das Schiff an seine Grenzen. Das hatte zum einen mit dem fehlenden Crewgewicht zu tun. Das Maximum wird mit 320 Kilogramm beziffert und sollte von einer Viermann-Crew wohl auch erreicht werden. Zu dritt kamen wir nur auf etwa 250 Kilo.

Aber die Aussagen von verschiedenen Crews, die bei der Kieler Woche auch zu viert bei viel Wind gesegelt sind, legen eine gewisse Unhandlichkeit bei Starkwind nahe. Das bewegte auch den MdM Wettfahrtleiter zu einem Gennaker-Verbot am zweiten Renntag. Das war wohl klug. Zu blöd nur, dass die NRV Kollegen beim Training für das Bundesliga Finale mit ihrer J/70 nahezu problemlos und kontrolliert unter Gennaker vorbei rasten, während wir unter Schmetterling über den Parcours hampelten.

Aber auch am Wind wird ist die B/one bei Starkwind störrisch. Das Druck-Ablassen   macht Probleme, weil im Gegensatz zu ähnlichen Booten dieser Größe das Achterstag fehlt, mit dem der Mast gebogen und das Großsegel flach gezogen werden kann. Sobald man in einer Böe die Großschot öffnet fehlt der Zug nach hinten, das Vorstag hängt durch und die Fock wird noch tiefer. Das Stag kann nur vor den Rennen über einen Flaschenzug vorne am Bug gespannt werden.

Wie ein Trecker

B/one

B/one beim Glitsch am Gardasee. © Bavaria

Auf dem Ruder liegt das Schiff im Vergleich zu J/70 wie ein Trecker. Dieses Gefühl hängt sicher auch mit dem gut 250 Kilogramm höheren Gewicht von 1050 Kilo zusammen. Das Schiff verhält sich einfach schwerfälliger.

Unangenehmer ist aber das Holpern des Kiels im Kasten. Beim Abfallen vom Kreuz- auf den Vorwindkurs rumpelte es so heftig im Schiff, dass wir an ein Auflaufen dachten. Auch andere Teams berichteten davon. Auf Nachfrage bei den Werft-Betreuern hieß es, das Problem sei bekannt.

Andererseits ist die B/one sehr zickig, wenn sie in Fahrt kommen soll. Die schmale Kielfinne sorgt für große Abdrift im Stand. Beim Regattasegeln ist das eigentlich spannend und nicht unbedingt ein Problem, aber beim Manövrieren im Hafen kann das zu unschönen Situationen führen.

J/70

Kontrollierter Surf Spaß mit der J/70. © J Boats

Das alles ist durchaus zu ertragen. Man würde vielleicht sogar darüber hinweg sehen, wenn gleichzeitig nicht die J/70 auf den Markt drängen würde. Und man darf auch nicht übersehen, dass die J  mehr als 9000 Euro teurer ist, wenn die hier veröffentlichen Zahlen noch stimmen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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28 Kommentare zu „B/one gegen J/70: Am Limit gesegelt – Welche neue Sportbootklasse durchstartet“

  1. avatar stefan sagt:

    Zudem sollte man anmerken, das die B/one anscheinend so schlecht in der Qualität ist, das bei der MdM sich einzelne Crews sich ein funktionsfähiges Schiff aus Teilen verschiedener Boote zusammenbauen mussten.

    Wenn man denn mit seinem Boot in einem Markt will, dann ist es sicherlich nicht dienlich, wenn man zu solchen Events, bei denen sich eine große Auswahl von Seglern aus der Szene zusammen finden, solche schlechtes Material bereit stellt.

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  2. avatar Ruhrgebiet sagt:

    Auch im Westen gibt es schon mindestens 4 J70. 1 Boot in Haltern und 3 (drei!!!) auf der Möhne.
    Gruß
    Holger

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  3. avatar Markus Gryps sagt:

    Es ist so bitterschade. Bavaria hat eine Riesenchance vertan. Nachdem die J24 nun deutlich in die Jahre gekommen, und J es auf Jahre versäumt hatte einen Nachfolger zu bringen, war der Markt leer.
    Melges viel zu teuer. Sowohl Unterhalt wie Kauf
    Platu 25, zu teuer im Unterhalt.

    Das waren die Eigentlichen Marktteilnehmer. Nichts gegen eine Esse, aber…

    Und dann kommt Bavaria mit der B/One und macht alles falsch. Dazu am besten den Bericht aus der IBN lesen. Da steht es klipp und klar.

    Wir hatten als Verein engen Kontakt zur B/One Mannschaft. Was wir dann erleben mußten in Friedrichshafen 2012 war der Marketing und Vertriebs GAU.

    Schade. Aber die J70 ist in allem besser. Auch bei Vertrieb und Marketing. Es ist vorbei, es wurde vertan.

    Für uns Segler: Ein wunderbares Boot. Wenn die ersten Gebrauchten auf den Markt kommen werden wir handeln, und 24 in 70 tauschen.

    Vielleicht bein nächsten Male in 20 Jahren, wenn ein Nachfolger für die J70 gesucht wird.

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  4. avatar BBB sagt:

    Mal im ernst, für den Preis einer j70 gibt es eine junge gebrauchte Melges 24, seit jahren funktionierende klasse und sie zieht gute Segler in ihren Bann. Segel sind von den top Teams gebraucht zu günstigen Preisen erhältlich. B/One scheidet meiner Meinung aus als regattaboot, ich denke die Gründe dafür wurden hier oft genug genannt. J70 ist um Längen besser und ein regattaboot. Wer ernsthaft regattasegeln möchte sollte sich aber die Melges 24 genau anschauen. Und ab nächsten Jahr mit kurzen relingstützen sogar noch angenehmer zu Hängen.

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    • avatar Torsten sagt:

      Melges schön und gut, aber ich möchte behaupten dass sie sich in diesem Land nicht durchgesetzt hat (ja…, kann man auch anders sehen). Die Melges 24 gibt es seit 20 Jahren, die KV-Rangliste verzeichnet 2013 6 deutsche Regatten und 17 deutsche Boote, die an 3 oder mehr Regatten teilgenommen haben.

      Zum Thema “günstige Gebrauchtsegel” liest man im Kieler Woche Bericht auf der KV-Seite:

      “Die Kieler Woche hat es mal wieder ganz deutlich gezeigt: Die Speed-Performance korreliert eindeutig mit nagelneuem Material. Unser Satz (Groß und Fock) ist nach diesen 15 Wettfahrten bestenfalls noch für Trainingszwecke zu gebrauchen – wer kann sich das auf die Dauer leisten?! Regelungen wie z.B. 1 x Groß und 2 x Vorsegel pro Jahr und Boot (siehe andere internationale Big-Boat Klassen) lösen das Problem!”

      Dass einer Melges vor einigen Jahren in Warnemünde der Kiel abgebrochen ist, mit anschließendem Totalschaden, war vielleicht auch keine optimale Werbung (wow, cool!)…

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      • avatar BBB sagt:

        Man sollte die Meinung eines einzigen nicht so hoch einschätzen. Viele Teams fahren mit gebrauchten Segeln sehr gut. Wieser will in den top Ten wildern, das ist gut unsachlich ganz klar. Das da nagelneues Material sicher nicht unentschiedent ist, auch ganz klar. Es spiegelt aber nicht das Niveau der “normalen” Teams wieder. Die kevlar Segel halten sehr lange, länger als eine aufgezwungene Dacron Option. Entscheidend ist wesentlich die Taktik.
        Zum abgebrochenen kiel: es war ein kiel der ein paar Jahre als modifizierte cantingkiel Variante gefahren wurde. Den anschließenden Umbau zum klassenstandart hat er scheinbar (oder eher offensichtlich ) nicht mehr vertragen können. Und bevor du noch weitersuchst, ein weiterer kiel ist mal gebrochen, bei 50 kn Wind. Ansonsten ist das bei 800 Booten als ein eher sehr unwahrscheinlicher Unfall zu betrachten. Ich habe in meiner Banner zeit wesentlich mehr Geld ausgegeben. (Segel mussten immer neu sein, kein gebraucht Markt vorhanden. Das Boot musste ständig aufgerüstet werden um konkurenzfähig zu bleiben) von daher. Melges Segeln ist teurer als Tennis spielen, aber das ist jedes Segeln.
        Solange kein Boot gebaut wird was mehr Performance zeigt, gehört die Melges noch lange nicht zum alten Eisen. Und die Anzahl der klassenRegatten in Deutschland ist absichtlich klein gehalten, da die eigner auch die Events in scandinavien und Italien und holland etc wahrnehmen wollen. Und den internationalen Kalender….der hat mehr zu bieten als irgendjemand zeit hat. Um es mit Quartett zu sagen: STICHT !

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        • avatar BBB sagt:

          Nicht unsachlich, sonder “und sachlich” sollte es oben im ersten Abschnitt heißen.

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  5. avatar Peter sagt:

    Ja die J 70 ist recht preiswert. Aber so sehr hypen würde ich das Boot nicht. Natürlich sollte und kann man die 70 nicht mit der B/One vergleichen. Sehr schnell stellte sich ja schon herraus wie schlecht es gebaut wurde.
    Aber die 70 ist in punkto Form und Material nichts neues. Ich weiß nicht ob wir in Deutschland oder in Europa schon wieder ein neues Sportboot brauchen. Meiner Meinung nach dezimiert dies nur das vorhandene seglerischen Und personelle Potenzial. Und das Mysterium von der zu teuren Melges 24 ist auch überholt. Super gebrauchte Boote gibt es genügend. Und in punkto Performance ist die M24 um einiges besser als fast alle Konkurenten. Nicht zu vergessen das hohe seglerischen Niveau, die internationale Beteiligung und die diversen Regatten in ganz Europa.

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  6. avatar Kersten sagt:

    Unabhängig von den ganzen Problemen der Klassen sich zu etablieren. Den Vergleich finde ich super! Davon würde ich gerne mehr lesen. Zum Beispiel: FD gegen H-Jolle, Korsar gegen 470er, RS100 gegen Laser, Fin gegen O-Jolle, Melges24 gegen J24, … Die meisten Profis im Portal werden jetzt sicher laut lachen aber für jemanden der um- oder einsteigen will, währen das wichtige Informationen. So viele kann man gar nicht probesegeln, um sich ein Urteil zu bilden.
    …Vielleicht müsste ich mal ein Leserbrief an die Yacht schreiben, aber die testen ja lieber ein Freizeitdampfer gegen drei andere Freizeitdampfer…

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    • avatar Breizh sagt:

      Schließe mich Kerstens Wunsch an. Für Einsteiger bzw. Segler ohne Regatter bzw. aktiver Club-Vergangenheit sind solche Berichte hoch interessant. Mir würden da spontan noch weitere Themen einfallen Trimmen, Grundregeln und -Taktik bei Regatten, Klassenvergleiche und meine Leidenschaft Offshore Segeln. Einiges bekommt man schon über die teilweisen guten Kommentare mit aber konzentrierter und fundiert wie in diesem Artikel ist noch besser.

      Diese Erwartungshaltung an die Yacht zu haben, habe ich schon aufgegeben. Seit Jahren bringt das Magazin doch keinen weiter.

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    • avatar Fons sagt:

      Schlimm,

      wenn sich jemand nicht selber ne Meinung bilden kann und für alles nen Vorturner braucht, und sich an dessen subjektiver Meinung orientiert.

      Was für ne Welt. *kopfschüttel

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  7. avatar andreas borrink sagt:

    Das mit dem Trecker ist ein schöner Vergleich; weckt bei mir sofort Erinnerungen an die KW!

    Aber mal ohne Sarkasmus: Wenn ich ein Boot konstruieren will, das für einen Sonnenschuß geradezu prädestiniert ist, gebe ich ihm:

    einen scharfen Eintritt
    ein rundes Heck
    ein kurzes Kielprofil
    ein labberiges Ruder
    einen tiefen, labberigen Kiel
    ein hohes Gewicht
    Ein hohes CoE des Riggs

    Da hat der gute Bruce (bzw. seine Jungs) wirklich einen Volltreffer gelandet!

    Schade.

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  8. avatar peterham sagt:

    die J 80 ist ja schon ein cooles Boot, keine Gadgets, alles funktioniert, überall mit vielen Booten am Start …Prima! Bei der J 70 ist alles besser gemacht was man aus der Erfahrung mit der J 80 gelernt hat: 3 Personen, slippen, Mast stellen usw. und auch die Anzahl an verkauften Booten ist topp! Das macht Hoffnung und wenn man sich die Anmeldungen für die Spi Quest ansieht ist man echt beeindruckt! J’s sehen, egal wie groß, nie super hipp aus, aber sie segeln immer super gut. Für’s one design racen ist die J70 meine Hoffnung und damit auch die Bank für eine zukunftssichere Investition! Würde ich mich ärgern wenn ich mir jetzt eine B/ one gekauft hätte

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  9. avatar Ralf sagt:

    Meines Meinung nach, ist das der ganze J 70 Zirkus nur auf einer Medienmasche gegründet. J stellt das Boot für diverse Veranstalltungen zur Verfügung, dann werden tolle Berichte über das Boot geschrieben und ruck zuck so dann alle begeistert.

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  10. avatar Ralf sagt:

    @Kersten: einige Boote kann man nicht vergleichen. z.B. Melges 24 und J24. Das wäre als wenn du einen Kampfjet mit mit nem Lenkdrachen vergleichen solltest.

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  11. avatar RVK sagt:

    Eine sehr spannende Diskussion. Mir stellt sich dabei die Frage, wie hoch ein Preisrabatt sein muss, dass man auf eine etablierte Flotte verzichtet. Die J/70 ist ca. 10.000 Euro günstiger als die Melges 24. Die B/One noch mal knapp 9000 billiger als die J/70.

    Ich setze mich gerade wissenschaftlich mit der Frage auseinander und habe dazu ein kleines Experiment vorbereitet. Wer will, darf gerne den oben genannten Fragebogen ausfüllen. Dabei bekommt ihr immer verschiedene Konfigurationen eines Sportbootes gezeigt, die sich anhand Preis, Designer, Flottenstärke und einigen anderen Attributen unterscheiden. Auf den ersten Blick wirkt es monoton, allerdings kommt es durch die Änderungen immer wieder zu interessanten Entscheidungsfragen. Auch wenn es bizarr und monoton wirkt, bin ich für jeden Teilnehmer sehr dankbar. Wenn ihr und vor allem Segelreporter darauf Lust hat, würde ich auch das Ergebnis der Studie hier einmal vorstellen! Auf jeden Fall vielen Dank an jeden, der 5 Minuten der Wissenschaft opfert.

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    • avatar Torsten Simon sagt:

      Kannst Du hier aktuelle Preise für die regattafertigen Boote mit Quelle nennen?
      Ich finde so etwas im Internet nicht. Kann mir nur schwer vorstellen, dass die Melges 24 nur 10.000 teurer sein soll als eine J 70. Was ein Satz Segel jeweils kostet ist auch ein ganz wesentlicher Punkt

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  12. avatar RVK sagt:

    Leider gibt es keine Preislisten mehr online. Ich habe aber einfach Devoti eine Mail geschrieben mit der Bitte um einen Kostenvoranschlag für ein ausgerüstetes Neuboot. Wenn man aktuelle Rabatte einrechnet, kommt das mit den 10k ziemlich genau hin.

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  13. avatar Peter der Zwote sagt:

    Das Hauptproblem liegt doch ganz woanders.

    Die Entscheidung, welches Boot sich durchsetzt, ist nur sehr bedingt von der Performance oder dem Marketing des Herstellers abhängig.

    Der Erfolg der J70 am Bodensee liegt vor allem an einem – nicht die Segler haben abgestimmt sondern die Finanziers.
    Für die Sportboot-Geschichte am See mussten sich die Vertreter mehrerer Vereine zusammenraufen. Und diese Vertreter müssen jeweils in ihrem eigenen Verein dann bei den Mitgliedern Geld locker machen.
    Da gibt es dann so Sprüche wie: “Ein Schlitzaugenboot kommt nicht in unseren Verein.” oder “Bavarias haben unsere Renter selber, da brauchen wir keine neue.” oder “Bei der letzten Mittwochsregatta war ein J80 vor mir. Die J/70 muss also auch super sein!”
    Damit war Longtze und B/one aus dem Rennen. Traurig aber wohl auch ausschlaggebend.

    Im Endeffekt ist die Entscheidung pro J/70 sicherlichgut vertretbar, nur die Gründe weswegen in den Vereinen dann tatsächlich pro J/70 oder contra B/one entschieden wurde sind nicht durch tausend Bootstests beeinflussbar.

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  14. avatar dibagiano sagt:

    Ich sag’ nur H-Boot.
    Bewährt, kein ewiges auf-/nachrüsten.
    Leicht 65+ Schiffe auf Feld-, Wald- und Wiesenregatten im Süden der Republik (u.a. wg. der Liegeplatzpolitik der Clubs),
    Leistungsdichte auf WMs in Skandinavien.

    Klar, auch hier ist das Phänomen der Überalterung zu beobachten. Mit einhergehender Regattafaulheit.
    Klar, wenn die “Jungen” 30plus sich auf diverse Klassen verteilen.

    Ja, man braucht ein gescheites Zugfahrzeug.

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    • avatar sailer66 sagt:

      Kann dir da nur zustimmen.
      Segele seit diesem Frühjahr auch eines. Und – absolut zufrieden – genau passend für unseren “Bedarf”. Kann es auch mal abends nach der Arbeit ALLEINE bewegen – also keine lange Terminabstimmung mit x-Leuten, nur um mal kurz spontan raus zu fahren. Und oh Wunder, gleich in der ersten Woche die erste Baggersee Regatta mit meiner Frau zusammen gewonnen. Ach ja – so ein Teil lässt sich ohne Probleme slippen!!! Bei viel Wind, entspanntes Segeln zu zweit ohne Reff und ohne x-Leute auf der Kante. Vom Hören-Sagen her ist mir zu Ohren gekommen, dass bei einigen Regatten an der Ostsee die super neuen Risse bei etwas mehr Wind lieber im Hafen bleiben, während die H-Boote ihr normales Wettfahrprogramm durchgezogen haben – ob es stimmt, keine Ahnung.

      Nichts gegen Inovation im Segelsport. Nur, jedes Jahr wird wieder der Regatta-Sport durch ein oder mehrere neue Boote neu erfunden. Irgendwie ist das Jahr ein Jahr aus die gleiche Leier. Aber die Werften wollen ja schließlich auch leben, Marketing Leute müssen ihr Geld verdienen und der Gebrauchtbootmarkt wächst ebenfalls ganz schön – nur Schade, dass es hier mit dem Absatz etwas lau ist… .

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  15. avatar Jan sagt:

    Obwohl ich noch keines der beiden Boote segeln konnte geht mein Urteil klar für die J/70 aus. Durchdachtes Boot und Chance auf eine überlebensfähige Klassengröße auch in Deutschland. Derzeit ist es jedoch noch sehr dünn, klassenregatten gibt es 2014 ggf. im Süden und die Meldezahlen sind noch sehr mau. Wo sind all die verkauften Schiffe wenn sich gerade mal 15 Boote zu einer Regatta zusammen finden? Bin mal auf die KiWo gespannt, ob es dort zu einem annehmbaren Feld reicht. Das hat bei der Melges bisher nicht geklappt, mal sehen ob die J/70 das packt.

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  16. avatar Eric sagt:

    Um diese Diskussion mal auf den Punkt zu bringen. Wer von euch, ist denn überhaupt schon mal ein derartiges” modernes” Sportboot gesegelt. Viele Leute reden ja meist nicht aus eigener Erfahrung und urteilen daher rein nach technischen Daten, Videos oder hören-sagen. Eigentlich keine gute Quelle. Ich kann nicht viel über die J 70 sagen, da ich sie noch nie gesegelt bin. Und bei einer Handvoll verkaufter Schiffe, sollte der Erfahrungsdichte eher klein sein. Ich selbst segel Melges und kann folglich nur über dieses Boot eine fundierte Meinung abgeben.
    Ein super

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    • avatar Peter der Zwote sagt:

      Ich bin bereits alle Kandidaten gesegelt:

      Melges, J/70, B/one, Longtze, J/80, Saphire, Viper, i550, Banner 23, diverse T-Boats, Esse, Onyx, blu26, Helium, Jantar, …

      Was hast Du jetzt auf den Punkt gebracht?

      Es ist doch völlig klar, dass sich die Entwicklung, ob ein Boot nun eine funktionierende Klasse aufbaut, nicht von der tatsächlichen Segelleistung abhängt und leider nicht mal von etwas wie einem Segelleistung pro Geld-Quotienten. Da sollte man wohl eher realistisch sein.

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      • avatar Torsten sagt:

        Wenn Du schon alle Kandidaten gesegelt bist, schreib doch mal einen Vergleichsbericht zu den Segelleistungen. Das würde sicher noch mehr Leute interessieren (nein nicht alle…). Selbst kenne ich von den “Sportbooten” nur J/80, Platu und Streamline vom Segeln.

        Es gibt ja eine Reihe von Sportbootklassen, aber keine hat sich im ganzen Land verbreitet, am größten ist noch die J/24 mit 30 Booten in der Rangliste, und sehr viele konkurrieren um die selben Segler. Vielleicht kommt doch mal eine Klasse, welche die Sportbootsegler vereint und neue hinzugewinnt. So verstehe ich Carstens Artikel. Klar gibt es Klassiker wie das H-Boot , aber Stand der Technik ist doch, dass ein Kielboot raumschots gleiten kann.

        Von der Papierform scheint mir die J/70 auch geeignet, sie vereint eine Menge Kaufargumente, die sie massentauglich machen könnten: Renommierte Werft, gefällige Linien, kein exorbitanter Preis, kleine und daher nicht so teure Segel, schnell genug um bei Yardstickregatten mitzumischen, handlicher Mast, leicht, kleine Hütte mit Dachfenster im Vorschiff, mäßige Breite, manche Kielbootplätze sind schmaler als 2,50m.

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  17. avatar Eric sagt:

    Um diese Diskussion mal auf den Punkt zu bringen. Wer von euch, ist denn überhaupt schon mal ein derartiges” modernes” Sportboot und speziell die J70 gesegelt. Viele Leute reden ja meist nicht aus eigener Erfahrung und urteilen daher rein nach technischen Daten, Videos oder hören-sagen. Eigentlich keine gute Quelle. Ich kann nicht viel über die J 70 sagen, da ich sie noch nie gesegelt bin. Und bei einer Handvoll verkaufter Schiffe, sollte der Erfahrungsdichte eher klein sein. Daher bleibt die Aussagekraft einiger Kommentare anzuzweifeln.

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  18. avatar Lakesailor sagt:

    Also zum Entscheid am Bodensee kann man sagen, daß zum einen das Probesegeln natürlich ein Grund war, dann aber auch für die Vereine der Punkt, daß J-Boats im Normalfall keine Eintagsfliege baut, sprich nach 3 Jahren das Projekt einstellt. Natürlich war die Longtze das sportlichste und agilste Boot. Aber für die Vereine war das Boot zu technisch (zu viele Trimmmöglichkeiten, Strecker etc.) und damit wahrscheinlich im Unterhalt zu aufwendig gegenüber den beiden anderen Kandidaten. Fakt ist, daß sich die J70 bei der Bundesliga bestens bewährt hat und allgemein große Akzeptanz bei den Seglern hat. In Lindau werden seit kurzem 4 Boote bewegt und im Verein kommt bei jung und alt größter Segelspaß auf. Aber im Endeffekt haben bei einer Einheitsklasse alle das selbe Boot und wenn genügend Boote, gute Leute und gute Veranstaltungen aufgeboten werden, dann ist der Wettkampf das Entscheidende und nicht das Boot. Die J70, so simpel und einfach, sieht unscheinbar aus und wird daher zum Teil unterschäßt. Ich denke, daß diese Klasse Ihren Weg machen wird, obwohl jeden Monat neue Sportboote auf den Markt kommen.

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  19. avatar Mike sagt:

    Liebe Segelergemeinde, ich bin erst jetzt eher zufällig ueber diese “Spezialisten” Veroeffentlichung gestossen. Aufgrund der offensichtlichen Voreingenommenheit der meisten Beitraege mochte ich kurz mal meine Erfahrungen als Eigner sowie Regattasegler teilen.
    Seit Mitte 2013 bin ich stolzer Besitzer einer neuen B/One mit Race Ausstattung.
    Das Boot macht mir seitdem sehr grosse Freude und ueber die Qualität kann ich mich, gerade im Vergleich zu anderen Booten, wie bspw. UFO22 oder J/70 bzw. J/80 nicht im geringsten beschweren.
    Kleines Beispiel: bei einer Regatta am Gardasee erlebte ich leider eine Kollision mit einer groesseren Dolphin81OD, die sich mir mit nahezu Vollgas spitz und seitlich in den Suellrand bohrte.
    Ergebnis: Gelcoatschaden der bei der Herstellerwerft wieder in den Neuzustand versetzt wurde (Ausschneiden und Neulaminieren der betroffenen kleine Flaeche), 2 Tage Arbeit und rund € 800 Euro Kosten. Ich stelle jedem geneigten frei, diese Uebung mal mit einer Melges, UFOxx, J/70, esse oder aehnlichem zu machen. My guess: Diese Boote muessten mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Grund des Sees geborgen werden. Es macht also manchmal auch Sinn, etwas mehr Material sogar zu Lasten des Gewichts zu verbauen :-)))
    Spass beiseite, natuerlich koennte man das Boot werftseitig auch leichter bauen, das geht aber wieder zu Lasten der Kosten.

    Ueber die Performance: Ich kann mich nicht beklagen ! Bei diversen Yardtsickregatten mit durchaus nennenswerten Teilnehmerfeldern konnte ich intensiv das Geschwindigkeitspotential bspw. der o. a. Konkurrenten unter allen moeglichen Windbedingungen beobachten und kann nur sagen: Keines der vergleichbaren Konkurrenzboote, besonders J/70 (gesegelt von einer Profi crew aus monaco) konnte sich von uns (lediglich erfahrene Amateurcrew im Club Racing Bereich) absetzen, egal bei welchem Kurs, eher im Gegenteil.
    Ebenso geht mir der von euch so unglaublich in den Vordergund gestellte Achterstag auch nicht wirklich ab, vorausgesetzt, man hat genug Gewicht auf der Kante. Bei der erwaehnten MdM sah ich CRews, die zu viert gerade mal 250 kg auf die Kante gekriegt haben. Das war allerdings fuer die dort erlebten Bedingungen definitiv zu wenig (Das kann man aber auch aus den Angaben zum empfohlenen Crewgewicht entnehmen).
    Zum Thema MKII upgrade: Ja, ich habe mich tatsaechlich auch ueber die Vorgehensweise von Bavaria geaergert. Vor allen Dingen darueber, das mir der upgrade zwar angeboten wurde, aber doch erhebliche Kosten verursachte. Nach genauerer Analyse des upgrade Paketes sowie Gespraechen mit dem Hersteller habe ich inzwischen die fuer mich relevanten updates wie das neue Kielfixing sowie das update fuer die Ruderanlage einbauen lassen. Den Rest habe ich bisher nicht machen lassen, da dies aus meiner Sicht nur marginal fuer Verbesserungen sorgt, die ich vorher nicht nennenswert vermisst habe und ausserdem durchaus funktionierende Komponenten von Ronstan gegen Harken parts ausgetauscht werden sollen.
    Es ist aus meiner Sicht auch nicht verwerflich, das eine Werft wie Bavaria nach dem Release eines brandneuen Bootes, das ja durchaus erfolgreich im Markt ist, nach diversen Rueckmeldungen sinnvolle Anpassungen ja auch im Sinne des Kunden vornimmt. Wie gesagt, das upgrade fuer Bestandsboote haette aus meiner Sicht kostenlos sein muessen oder zumindest vom Hersteller deutlich interessanter aufgemacht werden muessen.
    Fuer mich machen derzeit lediglich das Kiel- sowie Ruderanlagenfixing wirklich Sinn.

    Fazit: Ich kann die B/ONE allen sportlich interessierten weiterhin bestens und mit gutem Gewissen empfehlen, auch wenn sich das Boot nicht allem technisch machbaren high end Carbon- und sonstigem Gedöhns hingibt.
    Darueberhinaus bietet das Boot gerade im Gegensatz der o. a. Protagonisten erheblich mehr Platz an Bord und somit einen deutlichen pluspunkt in Sachen Komfort und Nutzbarkeit.

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