Jules Verne Trophy

„Groupama 3“ auf der Flucht

Stève Ravussin (vorne) steuert "Groupama 3" © www.cammas-groupama.com

Der französische Skipper Franck Cammas hat sich mit seinen neun Crew-Mitgliedern und dem segelnden Untersatz, dem 31,50 Meter langen Trimaran „Groupama 3“, aus dem Staub gemacht. Gestern Abend gegen 18 Uhr schlug das Team einen Haken nach Nordosten, um einem schnellen und sehr starken Sturmtief zu entfliehen und Schaden vom Schiff fernzuhalten.

Die Franzosen werden in diesen Tagen von Naturgewalten schwer gebeutelt. Fast zeitgleich mit dem Hereinbrechen des mörderischen Tiefs „Xynthia“ über Frankreich, jagte ein ähnlich schwerer Sturm im Süd-Pazifik hinter Franck Cammas Trimaran her. Im Gegensatz zu seinen Landsleuten in der Heimat, konnte der französische Skipper jedoch ausweichen. Am gestrigen Abend riss er das Ruder seines Tris herum und floh nach Nordosten.

Schade eigentlich – immerhin hatte sein Team bis dahin einen Vorsprung von 525 Seemeilen gegenüber dem virtuellen Gegner und Jules-Verne-Rekordhalter Bruno Peyron mit seiner „Orange II“ (2005) heraus gesegelt. Und fast sah es so aus, als könne Cammas mit einem komfortablen Vorsprung das letzte der drei großen Kaps runden und dann mit dem größeren Speed-Potenzial des Tris beim Aufstieg durch den Südatlantik bereits eine Vorentscheidung im Rennen um die Jules Verne Trophy herbei führen.

Dem ist nun nicht so. Allein in der gestrigen Nacht büßte „Groupama 3“ über 200 Seemeilen seines Vorsprungs ein – und es werden im Laufe des heutigen Montags noch mehr werden. Zwar segelt der Tri derzeit mit 33,2 Knoten voran – aber eben nach Nordosten, weg vom Kap (derzeit: 48° 44.52 Süd/119° 09.84 West). Bruno Peyron konnte zu diesem Zeitpunkt seiner Reise einen direkten Kurs auf Kap Hoorn steuern.

Laut Sylvain Mondon, dem das Rennen begleitenden Meteorologen in Paris, wird das gefährliche Sturmtief den Trimaran bis morgen im Süden passiert haben. Erst dann kann Skipper Franck Cammas sein Schiff wieder halsen und nach Süden steuern – direkt auf Kap Hoorn zu. Das Team glaubt jedoch immer noch, die Südspitze Südamerikas mit einem kleinen Vorsprung vor der Referenzzeit von „Orange II“ passieren zu können. Und spätestens dann wird aus dem Fliehenden wieder der Jäger.

Auf der Flucht: Gut zu sehen, wie "Groupama 3" vor dem bis zu 45 Knoten starken Tief nach Nordosten ausweicht. © Groupama; www.cammas-groupama.com

Mathias Müller
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