Jörg Riechers: Neuer Sieg im alten Mini – Hoffnung für Barcelona World Race lebt

Zurück zu den Wurzeln

Jörg Riechers versucht nach dem Ausstieg seines Sponsors Mare, auf eigene Faust weiterzumachen. Er bestieg wieder seinen alten Mini 6.50 und gewann das Armen Race. Hier sein Bericht.

Jörg Riechers

Wo alles begann. Jörg Riechers trat wieder mit dem alten Mare Mini an und gewann. © Armen Race

Nachdem ich im letzten Jahr oft das Gefühl hatte zuviel gesegelt zu sein, war es dieses Jahr bisher leider genau anders herum. Insofern war ich sehr glücklich, Luke Berry, dem neuen Eigner meines alten Minis, ein wenig zu zeigen zu dürfen, wie man das Boot schnell macht.

Die Gelegenheit hierzu bot das Armen Race. Es führt von La Trinite durch die nördliche Biskaya. Dabei nehmen alle Yachten teil,  die in Lorient und Umgebung schnell auf dem Wasser unterwegs sind. MOD 70 und Multi 50 Trimarane, die Mini 6.50, einige Class 40’s und jede Menge IRC Boote. Eine bunte Mischung mit etwa 130 Booten am Start, davon gut 40 Mini’s.

Nachdem ich mir die Startliste angesehen hatte und voller Freunde gesehen hatte das keiner der beiden Magnum Plattbug Minis am Start war, gab es nur ein Ziel – diese Regatta zu gewinnen.

Dieses Vorhaben schienen Luke und ich von Beginn an auch recht gut umzusetzen. An der ersten Wendemarke lagen gleich auf Rang 1. Alles lief wie geplant. Im Laufe der ersten 12 Stunden bauten wir unseren Vorsprung  komfortabel aus.

Nur als der Wind recht leicht wurde kam und das Gewinnerboot des Transats 2013 (667)  gefährlich nahe. Es ist unglaublich wie schnell dieses Boot bei wenig Wind unter Gennaker ist. Allerdings ist man mit dem alten Finot Design auf dem Holzweg, sobald Power gefragt ist.

Aber keine Regatta ohne kleine Aufreger. Eine fiese kleine Flaute unter der Belle Ile und unser ganzer schöner Vorsprung von 3 Meilen schmolz dahin wie ein Schneeball in einen Fondue Topf.

Plötzlich waren wir nur noch dritter und mein Preparateur Pierre Dejean lag einen Platz vor uns. Das ging nun gar nicht. Er würde mir diese “Schmach” die nächsten 3 Monate in jeder Mittagspause vorgehalten.

Also nochmal alle Konzentration zusammengenommen Luke zum “hängen” gezwungen und so hatten wir 20 Meilen vor dem Ziel wenigstens den 2. Platz und die teaminterne Yep! Wertung wieder hergestellt. Auf dem Gennaker Gang zur letzten Tonne vor der Zielkreuz holten wir uns dann von Niko Boidevézi auch noch den 1. Platz zurück und gaben ihn dann auch auf der Zielkreuz nicht mehr her.

Fazit: Eine Mini Regatta zu segeln bringt immer noch einen riesigen Spaß. Die Boote sind einfach unglaublich toll zu segeln und das Ambiente in der Classe Mini ist nicht zu schlagen.

Aber auch wenn wir dieses Rennen gewonnen haben, sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Bei den großen Regatten wie dem Mini Transat und Les Sables Les Azores werden die beiden Magnums das Geschehen dominieren. Die Boote mit dem voluminösen Bug sind an der Kreuz und auf Reachkursen einfach zu überlegen. Und die leichten Schwächen, die sie bei wenig Wind unter Gennaker haben, reichen nicht aus, um die anderen Boote wieder ins Spiel zu bringen.

Ich werde jetzt wohl auch noch das Mini Fastnet mit dem 6.50  segeln. Danach hoffe ich, mich endlich auf das Barcelona World Race vorbereiten zu können. Zur Zeit geht es wirklich gut voran, so dass ich fast sicher bin, mit dem Team Yep! am 31.12. in Barcelona am Start sein zu können.

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3 Kommentare zu „Jörg Riechers: Neuer Sieg im alten Mini – Hoffnung für Barcelona World Race lebt“

  1. avatar andreas borrink sagt:

    Jörg, gut zu hören! Tolle Aktion – Du schaffst es an den Start vom Barcelona Race!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 0

  2. avatar breizh sagt:

    Schön endlich mal wieder etwas aus Lorient zu hören und dann noch mit so guten Nachrichten. Drücke weiterhin die Daumen, dass es mit dem Barcelona World Race klappt. Es würde mich noch interessieren, was denn aus der Mare Class 40 und dem Open 60 geworden ist? Ein Update zu den Planungen zum Barcelona World Race wären auch klasse.

    @ Segelreporter: Schade, dass es von Euch keinen Hinweis/Bericht zum obigen Rennen gegeben hat (vielleicht habe ich ihn ja auch übersehen).

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  3. Der Class 40 wird jetzt vom Teamwork Team um Bertrand Delesne gesegelt (die haben auch Justine im Mini gesponsert sowie zuvor David Raison mit dem Plattbug-Mini 747).

    Was mit dem Open 60 ist – hier kann Jörg hoffentlich ein Update geben. Ich würde ihm wünschen, dass er das Teil noch bis zum endgültigen Verkauf fertigstellen und segeln und vlt. sogar das BWR damit segeln kann. So ein halb fertiggestelltes Boot ist ja auch nicht so einfach zu verkaufen …

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