hanseboot: Pauline testet den Action-Wert der Messe für die Jugend

Handstand im Trapez, Salto im Laufball

Hallo Leute, heute will ich Euch von meinem Tag auf der hanseboot 2013 erzählen. War ziemlich cool dort, habe hammerviel erlebt und ´ne Menge nette Leute kennengelernt. Los ging´s gleich kopfüber mit einem Handstand im Trapez …

Morgens um kurz vor 10 unterm Funkturm in Hamburg – ich stehe vor dem Eingang Mitte, immerhin ist es schon hell! Ich habe mir einen Plan gemacht, was ich auf der Messe alles sehen will und stürme gleich erstmal zur Jolleneinsteigerarena in Halle B6. Die besteht aus einem Segelsimulator (in den ich leider nicht mehr reinpasse), einem Laser Teva, auf dem man unter fachkundiger Anleitung von Segellehrerin Anja Düwel im Trockenen kentern kann und einer weiteren Jolle, vor der so ein komischer Typ mit einer komischen Hose steht.

Das ist Jan Martin Lührs. Und die Hose eine Trapezhose. Er quatscht mich gleich an und fragt, ob ich auch mal will. Was jetzt? Ah, im Trapez stehen. Als 420er Seglerin natürlich nicht so der Reißer, doch, ok, ich mach mit und häng mich auch mal rein. Richtig lustig wird es allerdings, als Jan mich fragt, ob ich auch Handstand im Trapez kann … hä, was?

Er führt mir das Kunststück, das seine Freundin immer auf dem Fourteen macht, wenn sie auf dem Wasser Langeweile hat, vor. Ich versuche es …und stehe wenig später kopfüber auf der Kante. Wie ich aus der Nummer wieder rauskomme, weiß ich zwar nicht, doch Jan rückt mich wieder gerade. Cool, muss ich mir unbedingt merken für meine nächste Regatta, wenn kein Wind oder das Training langweilig ist!

Nach diesen tollen Trockenübungen hab ich richtig Lust bekommen und will aufs Wasser. Klar, ist ja auch eine Wassersportmesse und es soll hier auch ein Wasserbecken geben … Wo nur? Halle B1, am anderen Ende der Messe. Das ist in diesem Jahr Gott sei Dank nicht wirklich weit, bedeutet aber das Passieren zahlreicher total langweiliger und voll spießiger Stände. Die sind nicht so mein Ding. Auch die Leute selbst auf einige Ständen scheinen nicht wirklich Spaß zu haben – aber egal.

In Halle B1 fühle ich mich schon wieder besser – hier sieht es ein bisschen aus wie auf einem Basar: 1000 Stände mit bunten Tüchern, Neos, Brillen, Taschen, Gabeln, Segeln, FlipFlops, Ketten … hier geht was!

Stimmt. So ein Typ mit einem Wackelroller, so würde ich das Gefährt auf den ersten Blick mal nennen, fährt an mir vorbei – ich werfe mich ihm in den Weg und will auch mal (geht ja schließlich um Action hier auf der Messe). Patrick, so heißt der Typ auf dem Wackelroller, erklärt mir, dass er aus Garmisch kommt und es sich bei dem Roller um einen X-Crosser handelt. „Magst auch mal?“ Klar, logisch.

Ich drehe eine Runde und finde meinem Hüftschwung eigentlich ziemlich genial (wenn nicht sogar sehr sexy). Auch komme ich ordentlich voran, überfahre fast ein Kind – macht Superspaß. Patrick will mir dann noch passend zu meiner Hüfte einen bunt gemusterten Wickelrock andrehen, doch ich lehne dankend ab … eigentlich wollte ich ja aufs Wasser …

 So, angekommen in der hanseboot arena – 20x20m Wasserbecken, drei Windturbinen, die gefühlt eine Windstärke zustande kriegen, langweilige Moderation, großer Blonder im Troko, der sich in kleine Jollen quetscht und knieend segelt – spitzenmäßig, denke ich.

Dann, endlich: die Ankündigung Programm SuP und Laufball. Das hört sich nach Action an! Juhu! Die durchsichtigen Laufbälle sind ca. 2 Meter hoch, ich klettere gemeinsam mit Hannah in den trockenen Innenraum und dann laufen, drehen, überschlagen wir uns. Ist total der Fun und Megaspaß!!! Wir sind nur am Lachen und nachher ziemlich platt. Aber hat echt Spaß gebracht!!! So ein Ding könnte man sich doch eigentlich auch mal im Hafenbecken an einen Poller ketten … !!! Ist so bisschen wie Hamsterlaufrad auf dem Wasser … .

Süße Belohnung zwischendurch: Zuckerwatte von den netten Damen vom  segeljournal © Sf

Süße Belohnung zwischendurch: Zuckerwatte von den netten Damen vom segeljournal © Sf

Jetzt bin ich erstmal komplett fertig und brauch was Ruhiges, nur mal was zum Anschauen und Raufsteigen, wie das hier alle so machen mit Überziehern oder auf Socken. Vielleicht schaue ich mir das größte Boot der Messe an, die Hanse 505? Nee, total langweilig. Oder das Schnellste? Ein dänischer Trimaran? Nee, irgendwie alles öde , null ansprechend oder motivierend – genauso wie das Standpersonal!

Ist wohl Zeit, zu gehen. Keine Action mehr auf der hanseboot, doch da sehe ich etwas sehr vertrautes – zwei Optisegel, die auf zwei Kajaks gebastelt sind! Sieht total komisch aus, wie ein Katamaran mit Jollenbeseglung. Cool! Und so ist auch der Typ, der auf mich zukommt und fragt, ob er mir mal zeigen soll, was da alles dran ist! Natürlich, gern .. und schon sind wir mittendrin.

Mit leuchtenden Augen erzählt mir Andreas Gabriel von seiner Reise ohne EC-Karte und Geld durch Europa, die drei Jahre gedauert hat und wovon er 14 Monate in Bewegung war. Davon, dass er die See liebt, auch viele kritische Momente erlebt hat, vor Mykonos zum Beispiel, bei schwierigen Windsystemen in der Straße von Gibraltar.

Andreas Gabriel zuhause.

Auf der Messe rasiert und in Jeans! Der Kajakmaran-Mann Andreas © Gabriel

Und davon, dass er unterwegs viele, viele nette Leute kennengelernt hat. Ich frage ihn, ob man so etwas seiner Meinung nach auch erlebt haben muss. Er antwortet: „Nicht unbedingt so, doch würde ich Jugendlichen ans Herz legen, zu überlegen, wer sie sind und wonach ihnen selbst ist. Vielleicht sollten sie in ihrem Leben darauf achten, es rechtzeitig für sich umzusetzen!“ Wow! Das muss ich erstmal für mich sortieren …

Kleiner segeln, größer leben

Schon durchgelesen: Kleiner segeln, größer leben von Digger

In die gleiche Kerbe haut dann auch noch der Typ am Nachbarstand mit dem kleinen Boot namens Digger: „Du musst wissen, was dein Ziel im Leben ist!“ erklärt er mir. Er selber hat sein Leben radikal geändert, alles verkauft, nicht immer noch mehr angeschafft, nicht immer weiter gemacht, sondern bewusst reduziert. Mit seinem kleinen Schiff, Freundin und süßem Hund Polly  ist er dann vier Monate segeln gegangen.

Darüber hat er auch ein Buch geschrieben „Kleiner Segeln, größer Leben“, heißt es, der Name ist Programm. Mir schenkt er am Ende ein Exemplar, oh, ich bin so glücklich!

Fazit: Action ist nicht alles, Reden ist manchmal mehr … und extrem motivierend! Die Messe war und ist gut, nächstes Jahr bin ich wieder dabei!

Eure Pauline

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33 Kommentare zu „hanseboot: Pauline testet den Action-Wert der Messe für die Jugend“

  1. avatar Digger sagt:

    Well done, Pauline! Erst einmal muss ich zu der Idee gratulieren, so einen Bericht zu machen. Mach weiter damit! Nur so bekommt man müde Säcke dazu, sich zu bewegen und mehr für Deine Altersklasse zu bieten. Ihr seid die, die in ein paar Jahren vielleicht mal ein neues Boot kaufen. Und darum muss euch bereits heute abseits von Sportförderung und Regatten ein gutes Programm geboten werden. Ich sage Dir: Fahrtensegeln ist arschcool. Leider gibt’s oft erhebliche Probleme, das zu vermitteln. Und sehr viele haben auch von Deiner Altersgruppe völlig falsche Vorstellungen.
    Deshalb: nicht locker lassen! Und nicht vom oft langweiligen Standpersonal abschrecken lassen. In einem Restaurant schmeckt einem auch nicht alles.

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    • avatar Pauline sagt:

      Na klar ist Fahrtensegeln cool !

      Mich ärgert nur, wenn wunderbare Segelboote zu Statussymbolen werden und es nicht mehr um den Sport oder das Lebensgefühl dabei geht.

      Danke Digger, und klar mach ich weiter! 😉

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  2. avatar das dings sagt:

    Ich fand diesen Bericht sehr schön.
    Und man könnte die Jugend heranführen indem man einen Messebesuch für die Schulen in HH und Umgebung ins Pflichtprogramm aufnimmt, dass würde auch die Besucherzahlen wieder steigen lassen 🙂

    Aber mal ehrlich, schreibt jetzt eigentlich jede/r der da war hier einen Bericht zum Thema Messe??

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    • avatar Heini sagt:

      “Messebesuch für die Schulen in HH ./. dass würde auch die Besucherzahlen wieder steigen lassen”

      Das gibt’s schon seit vielen Jahren.

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  3. avatar Heini sagt:

    Passt schon. Also das was Pauline cool und das was sie langweilig und spiessig findet. Aber bei wem in diesem Alter war das denn anders? Dickschiff segeln fand ich bis Anfang 20 auch total öde. Jolle oder Kat musste es sein, und am Besten richtig krachen.

    Fragen wir Pauline doch beim Besuch der Hanseboot 2033 noch einmal, was hop und was top ist. Und ob sie sich inzwischen ein Boot zum Fahrtensegeln gekauft hat. 😉

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      > Dickschiff segeln fand ich bis Anfang 20 auch total öde. Jolle oder Kat musste es sein, und am Besten richtig krachen.

      Ist bei mir mit Anfang Fünfzig immer noch so :D!

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  4. avatar Pauline sagt:

    Hallo erst einmal 🙂
    Also, auf jeden Fall liebe ich das Jollensegeln aber auch das wunderbare Fahrtensegeln mit einem Dickschiff ist jeden Sommer Programm.

    So wie ich das heraushöre, ist Spass und Lust auf Aktion also etwas, dass man mit dem Alter verliert.
    Wenn ich mir das vorstelle, dann wünsche ich niemals in ihr Alter zu kommen, lieber Heini.

    Auch 2033 werde ich neugierig sein und auch 2033 werde ich hoffenlich noch mein quirliges Wesen haben.

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    • avatar Digger sagt:

      Wenn Du 2033 was drüber schreibst, lesen viele bereits die http://www.pflegereporter.com

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    • avatar bagatell sagt:

      Nee Pauline,
      alt ist auch cool, nur eben anders cool…
      Ich bin jetzt 50, also “alt”. Aktion bleibt trotzdem angesagt: Bei 7Bft Regatta auf der Nordsee segeln, nur eben nicht per Handstand im Trapez, sondern einigermaßen geschützt, obwohl nass, im Cockpit auffm Dickschiff.
      Mach weiter so und vielen Dank für Deinen Bericht!!!

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      • avatar Pauline sagt:

        Schön zu hören 😉

        Hauptsache Segeln und dabei ist nichts öde. Nur eben manchmal spießig

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  5. avatar Olperer sagt:

    So pauschal kann man das nicht sagen. Zum Bleistift fahren viele Ältere Motorrad, was sich die Jüngeren nicht mehr trauen. Ein Teenie, der gleich auf dem Dickschiff startet, wird wohl auch später schwer zur Jolle finden, es sei denn er “diggert”, was aber die berühmte Ausnahme vielleicht ist.

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  6. avatar Olli sagt:

    Eine Varianta ist doch keine Jolle!

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  7. Super gemacht, Pauline. Das hier, ist nicht nur irgendein Bericht. Man hat das Gefühl, dass staubige Blaujacken mit goldenen Knöpfen zum Tanz aufgefordert werden. Super Sprachrohr- Nerv getroffen, 1-setzen:-)

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    • avatar Digger sagt:

      Andreas, haste Bock, bei ebay zusammen mit mir ein paar Dislikes zu verkaufen? Hab einige!

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  8. avatar Heini sagt:

    Pauline, das war nicht negativ gemeint, und auch wenn Du den Spass an der “Action” dein Leben lang behältst, wirst Du in 20 Jahren über viele Dinge definitiv anders denken.

    Mich stören eher Diggers gebetsmühlenartige Wiederholungen: “Mach weiter damit! Nur so bekommt man müde Säcke dazu, sich zu bewegen und mehr für Deine Altersklasse zu bieten. Ihr seid die, die in ein paar Jahren vielleicht mal ein neues Boot kaufen”.

    Ah ja. Das Erfolgsrezept für die Messen/Werften/Fahrtensegler lautet also: Einfach die ganzen langweiligen und spiessigen Stände und Boote in einer Halle zusammenpferchen und die restlichen Hallen mit Laufbällen füllen.
    Yeah, Fun und Action und vor lauter Begeisterung werden hinterher wie wild Boote gekauft. Wicked 😉

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  9. avatar Pauline sagt:

    Lieber Heini:

    Ja das klingt nach einer super Lösung, dann muss ich nicht in so viele gelangweilte Gesichter an den Ständen gucken und durch alle Hallen rennen!

    Was digger meint ist, dass Jugendliche für den Segelsport begeistert werden müssen um vielleicht in Zukunft eine Anschaffung zu machen.

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  10. avatar Heini sagt:

    Ich verstehe ihn (Digger) schon.

    Aber (Thema war ja die Hanseboot) “Jugendliche für den Segelsport begeistern um vielleicht in Zukunft eine Anschaffung zu machen” erreicht man durch mehr Programm für Jugendliche auf einer BOOTSMESSE?

    Funktioniert das auch bei Wohnmobilmessen? 😉 Im Ernst, wie viele Jugendliche gehen völlig unbeleckt auf so eine Ausstellung und entdecken dadurch ihr künftiges Hobby? Wie kommt denn der Nachwuchs wirklich zum Segeln? Über Eltern, Freunde, Vereine, Schulen, aber nicht über Messen. Bei mir waren es die Eltern, haben mich mitgeschleift und ich fand’s gut. Also reiner Zufall / Glücksache?

    PS: Ich überleg mir gerade …. anstelle zu versuchen, die spiessigen Bootsmessen mit dem gelangweilten Personal umzukrempeln, warum wird Segeln nicht dahin gebracht, wo die Jugendlichen bereits sind?
    Also statt mehr Laufbälle auf der Hanseboot bin ich dafür, das DIGGER auf der nächsten ‘gamescom’ ausstellt. 🙂

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    • avatar Digger sagt:

      Heini. Geh mal auf die Seite des DSV. Dort steht “Auf Kurs Zukunft”. Diue haben sogar einen Menüpunkt “Jugend” und dort steht, dass man durch eine Facebook Seite “noch mehr Jugendliche erreicht”.
      Stand heute: 269 likes. Das ist so gut wie gar nichts. Warum? Weil die Seite so attraktiv ist, wie der graue Teppichboden auf manchen Messeständen. Die “erreichen” nur Jugendliche, die sie eh schon haben.

      Ich habe im Gegensatz zu Dir mit Pauline eine ganze Weile gesprochen. Die war enttäuscht. Weil auch sie sich fragt, was eigentlich getan wird, um jungen Menschen das Segeln schmackhaft zu machen. Natürlich ist eine Messe nicht vorrangig dazu da. Aber eben auch. Auf einer Messe präsentiert sich die Branche. Und so, wie sie sich in als Gesamtbild präsentiert, braucht sie sich über die Überalterung nicht wundern. Wenn einen das nicht stört, ist es ja gut. Ich jedoch fänd etwas Auffrischung und weniger Patina gut.
      Mir wurde ein paar Mal gesagt, dass ich mit dem Social Media Gekröse ja viele junge Menschen erreiche. Stimmt auch. Der Altersdurchschnitt auf Facebook, Blog jund Co. ist wesentlich niedriger als in den Häfen. Das sollte einer Branche angesixhts meines Alters eigentlich peinlich sein. Ich wäre besser jemand, der die Menschen an barrierefreie Schiffe gewöhnt.

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      • avatar Peter der Zwote sagt:

        Ach, da geht es der Segelbranche halt wie den öffentlich-rechtlichen Sendern: Haben halt eine ältere Zielgruppe.

        Was ich, im Gegensatz zu anderen hier, aber als “oberspießig” finde, ist dieses widerliche und unnatürliche Herangewanze an die so hippe Jugend. Fun hier, Fun da.

        Ein Verband ist eine Interessensvertretung der Mitgliedsvereinee – in der Regel also Rentertreffs. Da muss nichts hipp sein. Wenn es hipp ist, dann schön, wenn nicht, dann halt eben nicht. Steuererklärung ist auch nicht hipp und wird es erst recht nicht, wenn man sich hipp gibt und heranschleimt. Das ist dann nur noch peinlich.

        Was dabei herauskommt, sieht man dann regelmäßig bei “Wetten dass”.

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        • avatar Too Old To Rock n' Roll Too Young To Die sagt:

          Wie hier. Den Beitrag sollten Kinder und Jugendliche lesen. Stattdessen wird der Untergang des segelnden Abendlandes von 40+X-Jährigen “Punkrockern” besungen.

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  11. avatar Pauline sagt:

    Wohnmobil fahren ist kein Sport. ! Natürlich funktioniert es da nicht…

    Fakt ist: Digger ist kein Jugendlicher und sieht das mit dem “spießiegen” ähnlich. Ich kann mir auch schlecht vorstellen, dass Erwachsene das alles so attraktiv dort finden… Das würde mich erschrecken.

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  12. avatar Tim sagt:

    Muss man sich wirklich verbiegen um Allen zugefallen? Die Bootsbaubranche ist zu 90% Erzkonservativ und da wird auch ein bisschen Punk Rock nichts dran ändern. Zumal Punk Rock auch kein Geld für Boote hat bzw. bereit ist es auf den Tisch zu legen wenn es drauf ankommt.

    Was soll den eurer Meinung nach das Ziel dieser Messe sein, jugendliche zum segeln zu bringen? Die Aussteller wollen da eigentlich eher Boote verkaufen und ein Meet&Greet mit den Wassersportbegeisterten abhalten.

    Lieber Digger/Plauline man kann im Wochenrhythmus drüber schreiben oder die Sache mal selbst in die Hand nehmen: Schnapp euch ein Anhänger mit Optis und klappert zusammen mit den lokalen Vereinen die Schulen ab und eure Arbeit wird Früchte tragen.

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    • avatar Digger sagt:

      Tim. Genau da sitzt der Haken. Solange nicht erkannt wird, dass auch”Punkrock” durchaus über Geld verfügt, solange wird das Problem bestehen. Solange weisse Hosen und goldene Knöpfe als Zielgruppenmerkmale gesehen werden, wird das nix.
      Meine engsten Freunde haben mich auf der Messe besucht. Sie waren 1 Stunde bei mir am Boot. Haben ein Bier getrunken, sind wieder gegangen. Ich habe sie gefragt, ob sie nicht mal durch die Hallen gehen wollen. Antwort: “Nö. Alles so langweilig und bieder.”
      Wenn Du jetzt denkst, dass sind kiffende Bullifahrer, hast Du Dich geirrt. Vielleicht sehen sie für manchen so aus. Aber spätestens, wenn Du deren Monatsmiete für Wohnung und Studio kennst, fallen sie auf einmal in die 36 Fuss Neuboot Zielgruppe. Locker.
      Man muss sich nicht verbiegen. Öffnen reicht. Aber der gülden bemalte Tellerrand in der Szene ist schon arg blickdicht und hoch.

      Und die Opti Nummer: ich bin mir nicht sicher, ob das so funktioniert. Die Kids springen ja oft ab, sobald sie älter werden. Ab einem bestimmten Punkt wird Segeln für die uncool. Ich denke, für manche ist das Leistungssegeln auf Dauer nicht interessant genug. Beim Snowboarden gehts ja auch nicht ums gewinnen.

      Die DSV Seglerjugend Facebookseite ist da ein schöner Gradmesser: da gibts hier und da mal eine Meldung über Sitzungen, über Regatten und Gewinner. Das wars. Damit – auch mit der Gestaltung der Seite – begeistert man glaube ich keine Jugendlichen, man schreckt sie eher ab.
      Erschreckend finde ich auch, wie wenig auf der DSV Homepage zum Thema Jugend geschrieben wird. Das ist für mich ein Alibi Menüpunkt.

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      • avatar strunz sagt:

        Zitat 1: “Meine engsten Freunde haben mich auf der Messe besucht. Sie waren 1 Stunde bei mir am Boot. Haben ein Bier getrunken, sind wieder gegangen. Ich habe sie gefragt, ob sie nicht mal durch die Hallen gehen wollen. Antwort: “Nö. Alles so langweilig und bieder.”

        Zitat 2: “Man muss sich nicht verbiegen. Öffnen reicht. Aber der gülden bemalte Tellerrand in der Szene ist schon arg blickdicht und hoch.”

        Die also, die da sind, die Aussteller, Firma, Klassenvereinigungen, Vereine, die sich, sicher nicht perfekt, bemühen, für die Besucher und potentielle Mitsegler, Kunden, Vereinsfreunde etwas zu bieten und für die so eine Messe nicht immer nur belangloser Spaß ist (Kosten, Zeit, Nerven), die sind also bieder, langweilig, spießig, gucken nicht über den Tellerrand, haben Scheuklappen auf.
        Aber die anderen, die coolen, die hippen, gutverdienenden Kumpels, die mal ganz downgesizet nur ein Bier trinken (hoffentlich haben die wenigstens den vollen Eintrittspreis dafür entrichtet), die sind so s****e ignorant, dass sie nicht mal über die Messe gehen?
        Und das ist dann cool? Um die soll man dann werben? Warum? Kann mir das mal einer erklären?
        Ich kann diesen ganzen Mist nicht mehr lesen. Klar, zwingt mich keiner, aber hier auf SR gab es auch mal etwas anderes als den neuen Platzhirsch namens D…
        Dieser Mann hat eine Agenda und das ist langsam unerträglich.

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        • avatar Digger sagt:

          Sag mir mal, welche Agenda. Ich weiss von keiner.

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        • avatar Digger sagt:

          Ja, die sind so scheisse ignorant. (Kannste ruhig ausschreiben, das Wort). Weil sie das nicht anspricht. Wie 99% aller anderen Hamburger auch. Ein Taxifahrer wusste nicht einmal, welche Messe überhaupt ist.
          Eine Bootsmesse, in Hamburg, am Wasser. Und kaum jemand findet sie interessant. Warum nicht? Weil dort so attraktiv präsentiert wird?
          Wenn ich Dich recht verstehe, weil sie alle ignorant sind.
          Auch ein Weg.
          Das ist, als wenn man einen Laden hat, keiner kommt und als Schlußfolgerung sagt man: “die sind halt alle doof.”

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          • avatar Heini sagt:

            Zitat: “Weil sie das nicht anspricht.”

            Was würde sie denn ansprechen?
            bzw.
            Wollen sie davon überhaupt angesprochen werden?

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          • avatar Digger sagt:

            Heini. Ansprechendes spricht so manchen an. Deshalb heisst der Begriff so.

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    • avatar Sven sagt:

      Ich glaube, dass viele Vereine ein gutes und auch ansprechendes Programm für Jugendliche haben. Aber was passiert mit den begeisterten Jugendlichen, die gerade 20 geworden sind und keine Jugendförderung mehr bekommen. Dann wird es in vielen Vereinen dünn. Da gibt es nur noch wenige Vereine, die für diese Altersklasse ein ansprechendes Konzept haben. Die Leute wollen Action haben aber noch nicht übermäßig Kohle. Aber hier werden die Weichen gestellt, wofür sie sich in den nächsten Jahren interessieren und Ihre ersten Gehälter nach dem Studium investieren.
      Eine Messe ist wohl nicht nur Auftragsmesse sondern die Hersteller machen PR und pflegen ihr Image. Das ist viel Wert, wenn man dann 2-3 Jahre später sein Gehalt in ein eigenes Sportgerät investieren möchte. An welchen Hersteller erinnert man sich dann positiv?

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  13. avatar Heini sagt:

    Der DSV soll’s richten? Haha…. 🙂

    Was ist denn der DSV?
    Wer hat denn im DSV das Sagen?

    Der DSV ist nicht anders oder besser als jeder andere Verband, nimm z.B. den DFB:

    http://www.dsv.org/index.php?id=95
    http://www.dfb.de/index.php?id=11016

    Bliebe nur die Frage, warum gehen 95 % aller Jungs kicken, aber nur 0,1 % segeln?

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    • avatar Pauline sagt:

      Ein Mitgrund dafür wäre eben der Segelsport, in diesem Falle kein Sport mehr, als Statussymbol.
      Dieses kann definitiv Jugendliche abschrecken.

      Außerdem wo liegt die Aussage? Wenn sich DSV und DFB nichts nehmen macht das den DSV nicht besser und wenn Probleme mit “bei den anderen ist es genauso” gelöst werden, sind wir zurück im Kindergarten.

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