Kieler Woche Aufreger: Platoon vs Solconia – Vorfall im Video

+++ "Tut uns leid" +++

Bei der Kieler Woche wird immer noch das Manöver des großen 47 Fußers “Platoon” (ORC I) gegen die Salona 37 “Solconia” bei der Deutschen Meisterschaft diskutiert. Ein Video zeigt die Situation.

Platoon vs Solconia

Solconia (r.) nimmt vor der Leetonne den Spi weg. Die größere Platoon versucht, im letzten Moment innen reinzustechen.

Im SR Interview danach mit Taktiker Karl Gurgel hat der Hamburger sein Unverständnis über die despektierlichen Äußerungen von Steuermann Harm Müller Spreer ausgedrückt. “Plötzlich stand da eine Telefonzelle”.

Im Nachhinein hatte der Vorfall zwischen den beiden Yachten aus verschiedenen Startgruppen keine Auswirkunkg für die Entscheidung der Deutschen Meisterschaft auf der Seebahn. Beide Teams wurden Meister. Aber die Platoon Profis zogen den Unmut der Gegner auf sich, die in einer Protestverhandlung das Recht zugesprochen bekamen. Die einhellige Meinung: Eine Entschuldigung des Eigners und Steuermanns Müller Spreer wäre angebracht gewesen.

Nun meldet sich Taktiker Markus Wieser noch einmal zu Wort und präsentiert ein Video des Platoon Coach Boots von dem Vorfall. Er schreibt:

“Wir lagen in Strande, da unser Boot aufgrund seiner Länge und Breite nicht in das vorgesehene Nordbecken in Schilksee passt. Ich kam verspätet zur Protestverhandlung, da wir mehrere Schäden am Boot beheben mussten. Obwohl die Juryentscheidung bereits feststand, wurde ich noch angehört. Max Gurgel erläuterte seine Sichtweise, ich die unsrige, keinerlei böse Worte.

Ich habe mich bei ihm entschuldigt, und ihm persönlich mitgeteilt, dass uns das Malheur sehr leid tut. Es war unbeabsichtigt. Wir hätten da nicht in die Lücke fahren sollen. Zum Glück haben die Burschen und Mädels von der Solconia doch noch gewonnen und sind verdient Deutscher Meister geworden! Gratulation!”

Wieser lässt die Situation noch einmal Revue passieren: “Wir schießen mal in Lee, mal in Luv an den langsameren Booten vorbei. Etwa 20 Längen vor dem Leegate, das ziemlich klein ausgelegt ist, passieren wir auf Steuerbordbug ganz knapp noch ein Boot, das vorfahrtsberechtigt auf Backordbug das rechte Gate-Tonne anpeilt.

Alles verdichtet sich am Gate. Die Yachten, die ihre Spis bergen, werden sehr langsam. Wir überholen noch eine Yacht knapp in Lee, deren Spi sich ums Vorstag gedreht hat. Und dann ist da noch vor uns eine Yacht, die den Spi sehr früh birgt.

Ich sagte noch zu Harm , dass er auch dieses Boot in Lee überholen solle. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Crew gerade dabei den Gennaker zu bergen. Normal dauert das  nur vier Sekunden. Diesmal hakte jedoch die Einhol-Leine, an der der Gennaker ins Schiff gegrindet wird.

Es war hektisch an Bord , wir waren alle höchst beschäftigt und Harm hatte seiner Aussage nach keine freie Sicht mehr nach vorne. Alles ging ziemlich schnell, großes Geschreie und plötzlich sah ich die Tonne statt in Luv nun in Lee von uns! Max Gurgel machte zu, zum Glück  gabs keine Kollision. Max verlor leider viel Zeit, wir gaben das Rennen auf.”

[ds_preview] (Video vom Leetonnenmanöver für SR Clubmitglieder)

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Carsten Kemmling

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