Mallorca: Tierkadaver im Meer – Gefahr für Segler

Tote Kuh als UFO

Skurriler geht’s nicht: In einem der meistbefahrenen Charter-Gebiete des Mittelmeers riskieren Segler die Kollision mit toten Kühen. Bauernposse oder illegale Entsorgung auf See?

Wenn Seefahrer, im Besonderen Seesegler von UFOs sprechen, dann meinen sie nicht die fliegenden Untertassen am Himmel, die von Außerirdischen gesteuert werden und unseren Planeten wohl oder übel für die nächste Invasion inspizieren. Nein, des Seefahrers UFO sind „Unidentified Floating Objects“ und in allen Fällen durchweg irdischen Ursprungs. 

UFO, tote Kuh, Mallorca

So sieht das aus, wenn tote Kühe vor Mallorca treiben © mallorca magazin

Mit was sind Seesegler nicht schon alles zusammengestoßen: Wale, Haie, Mondfische, Baumstämme, Container und und und…  Als gemeinsamer Nenner ist bei den meisten dieser Crashs eine Ungewissheit auszumachen: Der Kollisions“gegner“ trieb unsichtbar knapp unter der Wasseroberfläche und konnte nur in den wenigsten Fällen mit Sicherheit identifiziert werden. 

Keine Unfallopfer

Vor den Balearen, immerhin einem der meistbefahrenen Chartergebiete des Mittelmeers, kommt nun ein weiteres Kollisionsrisiko hinzu: Tote Kühe! Ein„Floating Object“, bei dem es im Fall eines Zusammenstoßes kaum Probleme mit der „Identifizierung“ geben dürfte. 

Immerhin ein Dutzend Kuh-Kadaver wurden im Laufe der letzten zwei Jahre an die mallorquinische Küste gespült, wie lokale Medien bereits mehrfach berichteten. Behörden gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. 

UFO, tote Kuh, Mallorca

In den Bergen und nicht an der See zuhause: Kühe auf Mallorca © kompass

Dass es sich bei den Kadavern um „Unfallopfer“ handeln könnte, wurde von den mallorquinischen Behörden bereits ausgeschlossen: Die meisten Weiden liegen im Inselinneren, nur wenige Tiere sind in der Nähe des Meeres anzutreffen. 

Vielmehr werden die Bauern auf der größten Balearen-Insel verdächtigt, dass sie sich auf dem Meer auf illegale Weise der Tierkadaver entledigen. Denn Tierkadaver ab einer bestimmten Größe müssen auch auf den Balearen aus hygienischen Gründen eingeäschert werden. Nur in „abgelegenen Gebieten, wo im Umkreis keine Landwirtschaft betrieben wird“, sei ein Begraben der Kadaver erlaubt. Fünfhundert Euro kostet eine fachgerechte Einäscherung, plus die Überführungskosten nach Menorca – Mallorca hat kein Krematorium für Tierkadaver. 

Vom Transporter geworfen

Doch die lokalen Bauernvereinigungen, die eine solche ilegale Entsorgung ihrer Tierkadaver streng von sich weisen, erhalten nun Unterstützung vom spanischen Umweltministerium, das ebenfalls die jüngsten Fälle von Experten untersuchen ließ. Die gehen wiederum davon aus, dass die Tierkadaver von großen Viehtransportschiffen aus ins Meer geworfen wurden, die regelmäßig vom katalanischen Tarragona aus in den Nahen Osten überfahren und dabei in die Nähe der Balearen kommen.

Die Fischereibehörden sprechen bereits von einer Gefahr für kleinere Fischerboote, die beim Zusammenstoß mit den Kadavern erheblichen Schaden nehmen könnten. Und einige Charterunternehmen empfehlen ihren Kunden, verstärkt Ausschau nach UFOs zu halten. 

Tipp von André Mayer
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Michael Kunst

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