Mini Transat: Dominik Lenk wieder im Rennen – wenig Wind für die Schlusslichter

Beginnt die Schussfahrt?

Mini Transat, Plattbug, Dominik Lenk

Davy Beaudart führt den Reigen der Minis auf seinem Plattbug souverän an © vapillon

In rekordverdächtiger Zeit konnte Dominik Lenk sein Elektrik-Problem lösen. 10 Knoten Speed bei den Führenden, Jan Heinze muss sich im hinteren Viertel bei drei Knoten in Geduld üben.

Die Taktiker und Wetterrouter waren sich schon vor dem Start der 20. Mini Transat einig: Wer bei dieser Wetterlage nicht bei den Allerersten seiner Wertung am spanischen Cap Finisterre vorbei segelt, wird kaum noch eine Chance haben, auf dem Weg nach Lanzarote in die Spitzengruppe aufzurücken. Denn nach den Wetterkapriolen aus zunächst leichten und drehenden Winden, später fiesen Böen bei aufgewühltem Seegang und Regen in der Biskaya erwartet man nun entlang der portugiesischen Küste und später, ab der Straße von Gibraltar, eher konstante Winde, die den führenden Minis lange Geschwindigkeiten im zweistelligen Bereich bescheren könnten.

Wohlgemerkt: könnten. Denn die Windgötter zeigten sich bisher ausgesprochen launisch und straften schon so manche bombensichere Vorhersage Lügen.

Mini Transat, Plattbug, Dominik Lenk

So ölig sah es zwischendurch bei Dominik Lenk aus. © vapillon

Davy Beaudart hat sich jedenfalls an die erteilten Ratschläge gehalten, setzte sich schon vor zwei Tagen an die Spitze des Feldes und segelt seit dem Passieren des Cap Finisterre langsam, aber sicher den anderen davon. Auf seinem Plattbug „Flexirub“ hat er (Stand heute Morgen, 9h) bereits 36 Seemeilen Vorsprung (derzeitige Geschwindigkeit: 8,8 kn) auf den Zweitplatzierten Axel Trehin (9,4 kn). Und der ebenfalls favorisierte Schweizer Simon Koster liegt auf Rang Acht bereits 58 Seemeilen zurück.

Plattbug souverän vorne

David Beaudart berichtete der Regattaleitung von der Nacht Montag auf Dienstag, in der er seinen Vorsprung kontinuierlich ausbaute: „Meine dritte Nacht auf See war ziemlich sportlich. Ich erwischte einen wunderbaren Wind aus NO und bin die ganze Nacht volle Kanne unter Gennaker unterwegs gewesen. Zunächst war das Meer noch sehr aufgewühlt, das Boot knarzte und knackte überall. Doch dann beruhigte sich die See, der Wind aber blieb. Ich raste mit 12-15 Knoten durchschnittlicher Geschwindigkeit über Stunden hinweg, in Spitzen mit 17 Knoten. Schlaf fand ich keinen, es waren ziemlich viele Containerschiffe unterwegs. Ich muss aufpassen, das mir keine Flüchtigkeitsfehler unterlaufen – der Weg ist noch lang bis Lanzarote. Und ich sollte bald mal eine Mütze Schlaf nehmen…“

 

Mini Transat, Plattbug, Dominik Lenk

Ian Lipinski führt die Serien Minis an © vapillon

Serien Minis: Führung dichtauf

Bei den Serien-Minis hat sich ebenfalls ein Favorit an die Spitze des Feldes gesetzt: Ian Lipinski macht auf seiner nagelneuen Ofcet wie erwartet gute Geschwindigkeit (11,3 kn). Doch sein Abstand zum Zweitplatzierten beträgt nur 2,3 Seemeilen – und die sind mit Vorsicht zu behandeln. Denn Benoit Hantzberg hat einen deutlich östlicheren Kurs gewählt als Lipinski und könnte in den nächsten Stunden mit ein wenig mehr Druck in der Luft an die Spitze des Feldes gelangen.

Doch zwischen den beiden Führenden könnte sich durchaus noch das Feld nach vorne arbeiten. Zwei bis drei Knoten mehr Wind in einzelnen Bereichen würden dann die Spitze der Serien-Minis wieder aufmischen.

Der Deutsche Chris Lükermann, der auf einer Pogo 2 dabei ist, segelt auf Rang 30, hat aber das Cap Finisterre bereits deutlich hinter sich gelassen und wohl gerade noch den Zug gen Süden erwischt (Speed 6,6 kn).

Mini Transat, Plattbug, Dominik Lenk

Geht bald die Schussfahrt Richtung Süden los? © vapillon

Denn im Norden, also im hinteren Bereich der Flotte, lässt der Wind schon wieder spürbar nach. Der Deutsche Jan Heinze (147 Meilen Rückstand auf den ersten Serien-Mini) macht gerade mal noch dreieinhalb Knoten Geschwindigkeit und muss sich in Geduld üben. Unweit von ihm ist der Chinese Xu Jingkun ebenfalls von den immer schwächer werdenden Winden betroffen. Der Chinese segelt auf seiner “Chinese Dream” übrigens mit einem echten Handicap: Ihm fehlt der rechte Unterarm.

Die nächsten Stunden werden zeigen, ob sich das Feld aufgrund der Wind-Fraktion auf Höhe Cap Finisterre noch weiter auseinander ziehen wird. Die Deutschen Dominik Lenk, der sich nach seinem Pitstopp wieder hinten einreihen musste und auch Jan Heinze brauchen jetzt starke Nerven…

Die Ausfälle: Gilles Avril, Mastbruch. Romain Mouchel: Finger gebrochen und Sehnen gerissen. Wird wahrscheinlich aufgeben. Florian Lakeman: Aufgabe wegen Krankheit. Vier weitere Boote haben einen Reparaturstopp eingelegt.

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Michael Kunst

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