Mini Transat: Hafen geschlossen, Countdown beginnt – 74 Minis in den Startboxen

Der Ruf des Atlantiks

Zum 20. Mal segelt die kleinste hochseetaugliche Einhand-Regattaklasse über den Großen Teich. Start in Douarnenez/Bretagne – Ziel auf Guadeloupe. Drei Deutsche dabei.

Im Prinzip fiebert die gesamte Classe Mini genau da drauf hin: Alle zwei Jahre „gönnen“ sich die „Ministen“ auf ihren rasenden Kisten mit der Mini Transat einen Einhand-Ausflug von der französischen Westküste in Richtung Westen. Die Transatlantik-Regatta gilt in der internationalen Hochseesegel-Szene als eines der wichtigsten Events überhaupt: Nicht umsonst bezeichnet man die Classe Mini und die Mini Transat im Besonderen als Testlabor für Mensch und Maschine.

Mini transat, mini 6.50

Am 19. September werden sie ähnlich aufgereiht wieder am Start sein: Die Minis auf ihrem Weg in die Karibik © classe mini

Hier wurden zahlreiche wichtige Innovationen des Segelsports erstmals unter Hardcore-Bedingungen ausprobiert (z.B. Doppelruder, Karbonmast, Wasserballast, seitlich schwenkbarer und longitudinal verstellbarer Kiel), und fast alle (heutigen) Stars der französischen und britischen Hochseeszene haben sich ihre Sporen auf den 6.50 Meter kurzen, aber drei Meter breiten „Lasern der Meere“ verdient. Darunter Bruno Peyron, Roland Jourdain, Yves Parlier, Laurent und Yvan Bourgnon, Isabelle Autissier, Bernard Stamm, Sam Davies, Michel Desjoyeaux und Ellen Mac­Arthur. Auch der deutsche Hochseeprofi Jörg Riechers hat sich mit “mare” bei der Mini Transat einen Namen gemacht.

Mini transat, mini 6.50

Auch diesmal werden wieder die Plattbug-Minis für Furore bei den Prototypen sorgen © classe mini

28 einsame Tage

Ab heute wird der Hafen von Douarnenez in der Bretagne für die 74 Minis neun Tage lang geschlossen bleiben – zahlreiche Sicherheits- und Regelkonformitätstests werden an jedem einzelnen Boot durchgeführt – bis sie sich (planmäßig) am 19.9. nachmittags an die Startlinie begeben werden, um das erste Etappenziel der Regatta anzusteuern: Lanzarote. Auf der Kanareninsel sammelt sich die Flotte dann erneut, es werden erste Wunden geleckt und angefallene Reparaturen erledigt, bis der endgültige Ruf des Atlantiks am 31.10. ertönen wird: Start zum großen Sprung über den Teich – von den Kanaren direkt nach Pointe a Pitre auf Guadeloupe.  Theoretisch ist die Strecke 4.021 Seemeilen lang, im Schnitt werden die Einhandsegler 28 einsame Tage auf dem Ozean verbringen.

Mini transat, mini 6.50

Dafür sind die Minis bekannt: Hoffnungslos übertakelt auf die Reach-Kurse und dann lange Strecken gen Westen heizen © classe mini

Die 74 Minis sind in zwei Klassen aufgeteilt: 46 Serienboote und Prototypen („Protos“). Nur vier Frauen wagen sich diesmal an die Mini Transat, 54 Segler nehmen zum ersten Mal teil. Das Durchschnittsalter der Segler liegt bei 33 Jahren – die Jüngsten werden am Start 22 Jahre jung sein, der älteste 56 Jahre.

Drei Deutsche dabei

Mit Teilnehmern aus 16 Nationen ist die diesjährige Jubiläumsausgabe des Kult-Rennens besonders international aufgestellt: „Vereinzelte“ Segler aus Australien, Belgien, China Spanien, Estonien, Großbritannien, Ungarn, Irland, Italien, Niederlande Polen, Portugal , Russland, Schweiz und Deutschland stehen sage und schreibe 30 Minis gegenüber, die unter französischer Flagge segeln.

Die Deutschen Teilnehmer

Mini transat, mini 6.50

Dominik Lenk © classe mini

  • Dominik Lenk auf GER 348, 26 Jahre, aus Hamburg. Dominik segelt auf einem älteren Proto aus dem Jahre 2001.
  • Chris Lükermann auf GER 732, 35 Jahre. Der Bremer ist auf seiner Serien-Pogo 2 „CA Technologies“ dabei
  • Jan Heinze auf GER 613, 41 Jahre. Der Hamburger Firmenchef segelt ein Serien-Tip-Top aus dem Jahr 2006.

Sieben (größere) Yachten werden die Minis auf ihrem Weg über den Atlantik begleiten, wie „Schäferhunde die Mini-Herde langsam vor sich hertreiben“ . Sie werden bei Notfällen von der Regattaleitung zu den Havarierten dirigiert.

Mini transat, mini 6.50

Chris Lükermann © classe mini

Doch ansonsten sind die Ministen, ganz im Esprit des „zurück zu den Wurzeln“ völlig auf sich alleine gestellt. Mit an Bord haben sie lediglich 15 Seekarten, einen Sextanten, Nahrung für 30-35 Tage, 87 Liter Wasser, ein Funkgerät. Plotter sind nicht erlaubt, GPS-Daten zur Standortbestimmung auf den Karten können verwendet werden. Während der gesamten Regatta haben die Segler keinen Kontakt zum Land, es können weder E-Mails noch Wetterdaten empfangen werden…

Website Mini Transat

SR wird regelmäßig über den Verlauf der 20. Mini Transat berichten

Mini transat, mini 6.50

Viele sind gespannt, wie sich der Schweizer Simon Koster auf seinem neuen Protoypen schlagen wird. © transgascogne

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Mini Transat: Hafen geschlossen, Countdown beginnt – 74 Minis in den Startboxen“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Ich wünsche allen Viel Erfolg und heiles Ankommen. Besonders drücke ich den 3 Deutschen die Daumen!!
    Es ist einfach eine coole Klasse.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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