Minitransat: Fast zwei Wochen Startverschiebung wegen schlechtem Wetter

Kochwettkämpfe statt Hochseerennen

Minitransat, Mini 6.50, Startverschiebeung

Plattbug mit Favoritenstatus bei den Prototypen! © Vapillon

Die „Ministen“  müssen sich weiterhin in Geduld üben. Seit 10 Tagen hindert sie miserables Wetter in der Biskaya am Auslaufen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer…

Es bewegt sich was bei der Minitransat. Nach genau 10 Tagen Wartezeit rief Renndirektor Denis Hugues gestern den „Code Orange“ aus – hört sich dramatisch an, ist aber ein hoffnungsvolles Zeichen für die Skipper der Mini 6.50-Renner, sich „peu a peu“ wieder zu ihren Schiffen zu begeben.

Seit mehr als einer Woche halten hartnäckige Tiefdruckgebiete über der Biskaya selbst die hartgesottenen Mini-Helden „in Schach“; die Regattaleitung will „unter keinen Umständen ein zu hohes Risiko für die Segler eingehen und sie bei derart widrigen Bedingungen auf die Reise zum ersten Etappenziel Lanzarote/Kanarische Inseln schicken!“ erklärte Hugues.

Hoffentlich bietet sich uns ganz bald dieses Bild… © Vapillon

Hoffentlich bietet sich uns ganz bald dieses Bild… © Vapillon

Die Ministen nahmen es bisher durchweg gelassen. Viele Franzosen fuhren kurzerhand wieder nach Hause und warteten „im Kreise ihrer Lieben und/oder Familien“ auf einen Hoffungsschimmer am Horizont des Atlantiks; anderen wurde spontan von den Bewohnern des Startortes Douarnenez Wohnungen und Ferienhäuser zur Verfügung gestellt, es soll auch Hotels geben, die für Mini-Skipper 90% Nachlass geben.

Entsprechend locker gestaltete sich bisher der Stand-By-Zeitraum: Es bildeten sich spontane WGs, in denen „von morgens bis abends Kochwettkämpfe und Fressgelage“ stattfanden, andere hingen einfach tagsüber auf ihren Booten ab, nahmen sich für kleinere Arbeiten, die normalerweise in zwei Stunden erledigt werden, zwei Tage Zeit.

Viel Sport wurde getrieben, morgens und abends laufen größere Gruppen der (späteren) Konkurrenten freundschaftlich die Strände entlang. Andere wiederum nutzen den kernigen Wind und treffen sich regelmäßig zum… Strandsegeln!

Nur wenige profitieren, um nochmals das gesamte Boot zu checken – „wir waren zum Startpunkt alle fertig, noch fertiger geht nicht!“ , sagte etwa Jean-Baptiste Lemaire („Marin Breton“). Der übrigens zu den ganz Wenigen zählte, die für eine Woche wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind.

So oder so – echte Action ist angesagt © vapillon

So oder so – echte Action ist angesagt © vapillon

Doch seit gestern nun „Code Orange“ = ein Start ist in den nächsten 36 Stunden möglich. Was wiederum bedeuten könnte, dass die 88 Ministen auf ihren Prototypen und Serienbooten morgen um 6 Uhr in der Frühe den Startschuss vernehmen werden.

Zwei Szenarien hat sich Wetttfahrtleiter Hugues mit seinem Team ausgedacht:

1. Start am Freitag Morgen Richtung Lanzarote, aber mit Zwischenstopp im spanischen Gijon. Diese Option gilt für den Fall, dass sich über der Biskaya ein Wetterfenster für den Zeitraum von 48 Stunden öffnet und die Segler gefahrlos zur nordspanischen Hafenstadt gelangen werden. Von dort aus könnte ein zweiter Start am Dienstag erfolgen – nach bisherigen Wettereinschätzungen.

2. Das für Montag über der Biskaya vorhergesagte Wetterfenster „stabilisiert“ sich und lässt den Ministen einen Zeitraum von mindestens drei Tagen, um die gesamte Biskaya hinter sich zu lassen. In diesem Fall könnte, wie ursprünglich vorgesehen, ohne Zwischenstopp zu den Kanaren gesegelt werden.

Das Problem bei Option 2: Wahrscheinlich wird sich dieses Wetterfenster erst im Laufe des Wochenendes bestätigen – es könnte sich aber fieserweise auch wieder schließen. Womit die die Minitransat 2013 wieder bei Null angekommen wäre!

MiniTransat, Mini 6.50

Alte Welle wird den Seglern reichlich zu schaffen machen! © vapillon

 

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Michael Kunst

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