Mini-Transat 6.50: Riechers dritter kurz vor dem Ziel knapp hinter dem “Plattbug”

Kontrollierte Offensive

Jörg Riechers mit kontrollierter Offensive auf das Podium. © breschi/www.ricochet17.com

Jörg Riechers beendet heute gegen Mittag auf Madeira die erste Etappe des Charente Maritime-Bahia Transat 6.50 Rennens über den Atlantik voraussichtlich auf einem starken dritten Platz.

Er sichert sich damit nach 1100 Meilen in zehn Tagen eine hervorragende Ausgangslage für den großen Schlag über den Teich, der mit 3100 Meilen nach Salvador de Bahia in Brasilien fast dreimal so lang ist. Gesamtsieger ist der Mini-Pilot mit der addierten kürzesten Gesamtzeit.

Die Situation am 4.10. um sechs Uhr kurz vor dem ersten Etappenziel Madeira. Der Führende Rogues ist nicht zu sehen, Riechers liegt knapp hinter dem Plattbug.

Dabei liegt Riechers nur knapp zehn Meilen hinter dem führenden Franzosen Sébastien Rogues zurück, den der Hamburger selber im Vorfeld als Topfavorit geführt hatte. Rogues ist seit einigen Tagen für die Fangemeinde im Blindflug unterwegs, weil sein Tracker nicht mehr funktioniert. Aber per Funk konnte er seinen Spitzenplatz bestätigen.

Dazwischen liegt der David Raison, mit dem Aufsehen erregenden Plattbug-Mini, der Riechers in den vergangenen Tagen noch abfangen konnte. Der Franzose war nicht nur schnell sondern auch schlau unterwegs. Vor drei Tagen hatte er mit einem unorthodoxen Schlag gen Osten den Kontakt zum Führungsduo hergestellt und danach auch bei harten Amwind-Bediungungen mit seiner “Schute” brilliert.

Der Topfavorit Sébastien Rogues liegt bei der ersten Etappe in Führung. © C. Breschi

Über den extrem Mini macht sich Riechers allerdings wenig Gedanken.  Bei SR hatte er gesagt: “Ich halte `Teamwork Evolution´ zwar für ein sehr schnelles, aber für das Transat zu extremes Boot. Es wird mit Sicherheit unter den Top 8 landen, doch eine Schwäche bei windigen Vormwindgängen bei Welle dürften eine Platzierung auf den Podium verhindern.”

Riechers hat bei dieser Etappe besonders strategisch eine Meisterleistung abgeliefert. Nachdem er schon früh in Führung gegangen war, sicherte er seine Position mit kontrolliertem Risiko und gutem Speed zum Feld ab. War er in der Vergangenheit schon mal durch Extremschläge aufgefallen, so zeigte sich der Hamburger auf diesem Gebiet diesmal stark verbessert.

Der Plattbug-Mini "TeamWork Evolution" liegt auf Rang zwei. © Loris von Siebenthal/My Image

Besonders der Abstand zum Verfolgerfeld gibt ihm etwas Luft für die zweite Etappe, die am 13. Oktober startet. Riechers Class 40 Partner auf “mare.de2” Etienne David liegt 23 Meilen zurück auf Rang vier. Aber ein Großteil der Mitfavoriten, wie sein Crash-Gegner Thomas Normand haben 40 oder 70 Meilen Rückstand (Boidevezi).

Bei den Serienbooten nähert sich der deutsche Amateur Björn Freels mit Rang 33 seiner angestrebten Top 30 Platzierung.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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