Volvo Ocean Race: „Puma“ 2., „Groupama“ schon fast durch

"Hohes Risiko gegangen"

Groupama mit vier Segeln lässt auch kurz vor dem Ziel in Lorient nicht locker. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Die französische „Groupama“ hat am Freitagnachmittag (15. Juni) die vorletzte Etappe beim Volvo Ocean Race gewonnen und damit beste Aussichten auf den Gesamtsieg in der Regatta rund um die Welt.

Skipper Franck Cammas steuerte die 21,50 Meter lange Rennyacht nach einer dramatischen Überfahrt mit schwerem Sturm von Lissabon/Portugal rund um die Azoren als strahlender Sieger in den Heimhafen Lorient an der Atlantikküste.

Die „Puma“ unter Skipper Ken Read mit dem einzigen Deutschen Michael Müller an Bord wurde eine knappe Viertelstunde hinter „Camper“ von Chris Nicholson aus Neuseeland nur Dritter.

Mehr unter als über Wasser. Groupama segelte die achte Etappe kontrollierter als es hier aussieht. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Das US-Team kletterte zwar aufgrund eines Ruderbruchs der spanischen „Telefoníca“ (Iker Martínez) im Zwischenklassement auf Rang zwei, hat aber vor der letzten Etappe und zwei noch folgenden Hafenrennen schon 23 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Die Regatta wird am 1. Juli nach einem In-Port-Race am Vortag fortgesetzt. Die letzte Entscheidung über die Podiumsplätze fällt am 7. Juli in Galway/Irland.

Windböen bis Stärke zehn türmten haushohe Wellen auf. Die Boote erreichten Geschwindigkeiten jenseits der innerorts erlaubten 50 km/h. Und das alles in stockdunkler Nacht. Das waren die extremen Zutaten auf dem vorletzten Teilstück, mit denen das Volvo Ocean Race seinem Ruf als härteste Regatta der Welt einmal mehr gerecht wurde.

Fall-Havarie und Ruderbruch

Camper hebt ab und war auf harten Vorwindgängen schnell. Bei spitzeren Winkeln läuft es aber gar nicht. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Held der Etappe war der Neuseeländer Brad Marsh. Als Vorschiffsmann kletterte er waghalsig in den 31 Meter hohen Mast der „Groupama“, als sich das Fall verklemmt hatte, mit dem das Großsegel hochgezogen wird. Trotz einer Schnittwunde an der Hand löste der 28-jährige das Problem in der stark schwankenden Mastspitze nach zwei Stunden und sicherte seiner Mannschaft letztlich den phänomenalen Triumph.

Pechvogel des Monats wurde dagegen Iker Martínez. Am Tag vor seinem 35. Geburtstag büßte der 49er-Olympiasieger von 2004 durch einen doppelten Ruderbruch praktisch alle Chancen auf einen Gesamtsieg der „Telefoníca“ ein. Zunächst hatte seine Crew ähnlich heldenhaft wie die „Groupama“ noch einen Ruderbruch überstanden und in einer Dreiviertelstunde das einzige Ersatzruder eingebaut.

Doch um halb zwei in der Nacht zu Freitag passierte es erneut: Bei neun Beaufort wurde das Team nach einer Halse an von einer Monsterwelle aus der Bahn geworfen, und brach bei der unsanften Landung das zweite Ruder. Auch das Ersatzruder wurde beschädigt, so dass die Mannschaft zwar aus eigener Kraft, aber nur noch deutlich langsamer zum Ziel segeln konnte.

Spenden
http://nouveda.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *