Olympia 2020: Tragflächen-Segler für Tokio – Foiler machen Druck auf Traditionsklassen

Alles geht ums Foilen

Der Wettbewerb um die Olympia-Disziplinen im Segeln 2020 ist neu eröffnet. Das IOC macht Druck, und Kitesurfen dürfte relativ sicher eine andere Segel-Disziplin aus dem Programm drängen.

Nach dem unsäglichen Hin und Her des Weltsegler-Verbandes bei den Entscheidungen um die zukünftigen Olympia-Klassen schien endlich Ruhe eingekehrt zu sein. Und nach der Festlegung der Disziplinen für 2016 und eben auch 2020 Planungssicherheit für die Athleten.

Kite Foiler

Kite-Foiler-Feld. 24 Knoten am Wind. © Steve McCormack

Aber nun ist das Spiel wieder eröffnet, seit das IOC seinen Wunsch nach Veränderung zum Ausdruck gebracht hat. Neue, moderne Klassen sollen auf der Bildfläche erscheinen, und da passt die Entwicklung des Foilens bestens zur Intention.

Kite Foil

Diese Apparatur schrauben sich die Kite Foiler unter das Board.

So gilt es schon fast als sicher, dass die Kitesurfer den Platz erhalten, den sie sich im Vorfeld der 2016-Entscheidung eigentlich schon von den Windsurfern erkämpft hatten, aber dann wieder verloren.

Diesmal können sie sich noch attraktiver präsentieren, weil die Entwicklung der Tragfläche unter dem Brett rasant fortgeschritten ist. Sie erreichen vor dem Wind bis zu 35 Knoten und am Wind 25 Knoten bei einer Windstärke um 17 Knoten.

Windsurfer mit Foil

Aber auch die Windsurfer sind nicht untätig. NeilPryde hat mit dem RS:X Convertible schon die nächste Generation Surfbrett entwickelt, mit der ebenfalls bei Olympia gefoilt werden kann.

So heißt es beim Weltverband World Sailing auch, dass alle bestehenden Klassen noch einmal für 2020 daraufhin überprüft werden, ob sie die neue IOC-Agende erfüllen. Eine zusätzliche Medaille wird es wohl nicht geben.

Es wird alles ums Foilen gehen. Auch die Nacra17-Klasse ist bestens darauf vorbereitet und will nach Rio schon die Schwerter wechseln. Das gebogene C-Foil, mit dem die neue Mixed-Klasse nur zeitweise aus dem Wasser hebt, soll für 2020 durch T-Foils zum permanenten Tragflächen-Segler werden. Das Update wurde schon beim Worldcup in Hyères vorgestellt.

Nacra 17 Foiler

Die neue Foil-Konfiguration für den Nacra17. © Nacra

Vielleicht ist auch schon die Zeit reif für einen Einhand-Foiler wie die Moth. Die ersten One-Design-Produkte kommen auf den Markt. Und traditionelle Klassen wie Finn, 470er und Laser sehen dagegen ziemlich alt aus.

Kitefoiler vs Moth:

Im Februar 2017 soll die entgültige Entscheidung bei World Sailing fallen, und das IOC will dann erst im Juni 2017 festlegen, ob es den Vorschlag der Segler zu den neuen Disziplinen annimmt. Bis dahin wird es noch viele Diskussionen geben.

 

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Olympia 2020: Tragflächen-Segler für Tokio – Foiler machen Druck auf Traditionsklassen“

  1. avatar Holger sagt:

    Die moderne Generation der ganzen 29er Segler haben es doch gerade vorgemacht und aufgezeigt und Platz 1-2-3-4 beim RedBull Foiling Event belegt. Die können das ! das ist eine ganz andere Liga von topfitten Jugendsportlern jetzt und niemand von denen würde sich jemals auf eine alte, langsame, konservative Klasse setzen.
    Aber…. wir benötigen auch Clubvorstände und Funktionäre in GER die sehen wohin der Zug fährt und was international abgeht und die modern umdenken in der Politik und nicht immer an dem festhalten was sie selber früher mal in ihrer Jugend gesegelt sind….. zumindest für den Leistungsbereich muss es weitergehen und zwar dringend und bevor alle lieber cool kiten gehen anstatt uncool alte Boote langsam zu segeln.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 4

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