ISAF Olympia-Entscheidung zum Kitesurfen: Spanier geben Abstimmungsfehler zu

"Entschuldigung"

Die ISAF Weltseglerin des Jahres Blanca Manchon aus Spanien kann nicht lachen über den Abstimmungsfehler des spanischen Delegierten. © Guillaume Durand DPPI/FFV

Der spanische Segler Verband RFEV hat sich öffentlich entschuldigt für einen Fehler beim Abstimmungsprozess, der zum Verlust des Olympiastatus der Surfer für 2016 führte. In einer Erklärung heißt es:

“Wir machen mit großem Bedauern bekannt, dass wir beim ISAF-Mid-Year in der vergangenen Woche falsch abgestimmt haben bei der Entscheidung zwischen dem Kite- und Windsurfing. Spanien unterstützt den Verbleib der RS:X Klasse bei den Olympischen Spielen 2016.”

Im letzten Moment habe der spanische Repräsentant im ISAF Council seine Stimmabgabe zugunsten der Kitesurfer geändert. Der Fehler sei durch eine Konfusion im Wahl-System entstanden. Der Präsident des spanischen Verbandes Gerardo Pombo übernehme die Verantwortung und möchte sich bei allen spanischen Windsurfern entschuldigen, heißt es in der Erklärung.

Die Kitesurfer gewannen die Abstimmung mit 19:17. Der deutsche Vertreter, DSV-Präsident Rolf Bähr, stimmte laut einer veröffentlichten Liste für das Windsurfen.

Die eigentliche Stimmabgabe der Spanier stammt von Gerardo Seeliger, einem internationalen Wirtschaftsberater und Universtitätsprofessor mit 30-Jähriger Segelerfahrung. Schwer vorstellbar, dass der Mann das System nicht verstanden haben soll.

Die Entscheidung Spaniens gegen das Surfen ist tatsächlich höchst erstaunlich. Die RFEV weist darauf hin, dass sie in den vergangenen Jahren  stark in die Entwicklung des olympischen Surfsports investiert habe und einige der besten Windsurfer der Welt hervorgebracht. 2010 wurde Blanca Machon mit ihren Windsurf-Erfolgen ISAF Weltseglerin des Jahres und Marina Alabau ist viermalige Europameisterin.

Auch in anderen ISAF Gremien hätte Spanien immer für das Windsurfen gestimmt. Als Folge aus dem Fehler rufen die Spanier dazu auf, die Petition gegen die Entscheidung zu unterstützen, um bei der ISAF Konferenz im November die Wahl rückgängig zu machen.

Tipp: Philipp Schreitmüller

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „ISAF Olympia-Entscheidung zum Kitesurfen: Spanier geben Abstimmungsfehler zu“

  1. avatar Andreas Ju sagt:

    Was tut man denn jetzt als Surfer, der irgendwie weitermachen will? Segeln (Nummer sicher) weiter surfen (man kann nie wissen), kiten lernen (macht in jedem Fall Spaß und kann was geben)?

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  2. avatar John sagt:

    Genauso wie die Entscheidung, die WM 2006 nach Deutschland zu vergeben. Es hat wohl die Aussicht auf ein Geschenkkorb mit viel Wurst drin für Verwirrung bei der Abstimmung gesorgt…

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    • avatar rodeo sagt:

      aber ganz ehrlich: die wurst war super angelegt damals – nur die italo-vegetarier waren doof 😉

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  3. avatar Christian sagt:

    Immerhin gestehen die Spanier den Fehler offen ein. Heutzutage ist sowas schon bemerkenswert…

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  4. avatar tobias sagt:

    Das ganze reiht sich prima in den Umgang mit dem € ein. Hätte auch den anderen Kollegen (PIGS) von “da unten” passieren können

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  5. avatar Flyer2 sagt:

    Man schiesst vor lauter Langeweile auch schon mal nen Elefanten tot, dort … und entschuldigt sich dann mit gespielter Reue.

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    • avatar martin m sagt:

      Hierzulande gibt es zwar keine royalen, Elefanten jagende Segler, aber im ISAF Gremium können wir ganz locker mithalten: Laut eigener Aussage stimmt der Vertreter aus GER schließlich auch mal ahnungslos für irgendwas…

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  6. avatar Segelsportfan sagt:

    Also – ich weiß ja nicht. Frage mich ja schon was für I oten respektive Funktionäre in diesen Gremien sitzen. Vor ein paar Monaten hat der DSV nicht gewusst, über welche Qualifikationsregeln er entscheidet. Jetzt entschuldigt sich Spanien, weil sie nicht zwischen Kite und Surfbrett unterscheiden können?
    Irgendwie kann ich das gar nicht glauben. Das sollen doch in gewisser Weise “Führungskräfte” des Sports mit entsprechend Einfluss sein. Gehört da nicht dazu, dass ich beim Abstimmen die Farbe der Stimmzettel auseinander halten kann oder annähernd eine Meinung zur Abstimmung habe?! Wenn sie Ihre – wahrscheinlich von der Allgemeinheit – finanzierten Tantiemen verhandeln, klappt das doch offenbar auch…

    Tschuldigung – mag ja sein, dass ich da ein bisschen in Schubladen denke – aber ich kann es einfach nicht fassen.

    VG

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  7. avatar Willi sagt:

    was für ein zirkus!

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  8. avatar Ingo sagt:

    “Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.”

    Auch wenn uns das nicht gefällt, aber offenbar gilt dieser Satz auch für uns “Seglervolk”…

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  9. avatar Schmalenbach sagt:

    Hallo zusammen,

    das darf ja wohl nicht wahrsein. Die beiden Sportarten sind so unterschiedlich, dass Sie getrennt betrachtet werden müssen.

    Ich bin dagegen, dass Windsurfen olympisch gstrichen wird.

    Schönen Gruß Uli Schmalenbach

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