Red Bull Youth America’s Cup: STG/NRV Team qualifiziert

Deutschland ist dabei

Die deutschen Junioren (19-23 Jahre) vom STG/NRV Team dürfen im September um den Red Bull Youth America’s Cup segeln. Sie treten zusammen mit Australien, Neuseeland, Portugal und der Schweiz gegen die Nachwuchsteams der America’s Cup Teams an.

 STG/NRV Team beim Red Bull Youth America's Cup

Das STG/NRV Team hat sich für den Red Bull Youth America’s Cup qualifiziert. © Martin-Raget

Die Entscheidung fiel in der Nacht parallel zur Oscar Verleihung. Das Auswahlgremium des Red Bull Youth America’s Cups um die Östereichischen Doppelolympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher hat fünf von zwölf Juniorenteams aus elf Ländern benannt, die vom 1. bis 4. September erneut vor San Francisco segeln.

Sie treten dort beim Red Bull Youth America’s Cup gegen die Jugendteams der regulären World Series Teams an. Dabei stellt das Oracle Team USA zwei Mannschaften, Neuseeland, Schweden und Frankreich jeweils eines. China ist von der Liste verschwunden und auch Korea stellt sich nicht der Herausforderung.

“Brilliante Woche”

Deutschland Youth America's Cup Team

Moment der Wahrheit. Roman Hagara gibt Deutschland als ausgewähltes Youth America’s Cup Team bekannt. © Gilles Martin-Raget

Der deutsche Teamchef Markus Koy freut sich über sein junges Team, dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Bootsklassen kommen und so schnell zusammengewachsen sind: „Mir zeigt die Leistungsentfaltung unserer Mannschaft, dass wir in Deutschland Spitzensegler zusammenbringen können. Die Jungs sind teamfähig, körperlich fit, taktisch ganz vorne und extrem motiviert.“

Skipper Philipp Buhl sagt: “Das war eine brilliante Woche. Wir haben nicht erwartet, Erster zu werden aber wir verbesserten uns ständig. Am Ende hatte jeder seinen Job gelernt und ihn einfach erledigt.”

“Die Qualität der Mannschaften ist deutlich höher als wir erwarten konnten”, sagt Hagara. Sie hätten eigentlich vorgehabt, die Nachwuchssegler mit den Rennmaschinen nicht über 15 Knoten und nur innerhalb der Bucht segeln zu lassen. Aber beide Regeln konnten sie schon am ersten Tag außer Acht lassen. “Sie haben uns gezeigt, wie sie die Boote bei Bedingungen beherrscht haben, die am Limit waren”, begeistert sich Steinacher. Er glaubt: “Jedes dieser fünf Teams kann im September gewinnen.”

Regattaergebnisse zählten

Die fünf Skipper, der Siegerteams mit Philipp Buhl

Die fünf Skipper, der Siegerteams. Philipp Buhl unten links. © Gilles Martin-Raget

Die Auswahl der Top Teams entsprach schließlich doch überwiegend den Ergebnissen der jeweiligen Abschlussregatten, die eigentlich nur zu 60 Prozent in die Wertung eingehen sollten. In der deutschen Gruppe kamen die punktgleichen Neuseeländer um die eingespielte Match Race Crew von Steuermann William Tiller weiter. Sie wusste schon vor der Qualifikation, dass sie auf der parallel laufenden Extreme Sailing Tour den GAC Pindar X40 Katamaran von Ian Williams übernehmen würden. Die Kiwis flogen direkt nach der Qualifikation in San Francisco für die ersten Trainingsschläge in den Oman.

In der zweiten Gruppe setzte sich das schweizer Team TILT durch, das sich mit immensem Aufwand, gutem Budget (Sponsor TAG Heuer) und professionellem Training auf die Qualifikation vorbereitet hatte. Es gewann sechs von neun Rennen. Steuermann Lucien Cujean kommt aus dem Laser und nahm zweimal bei der ISAF Jugend Weltmeisterschaft teil. Er sammelte Katamaran Erfahrung auf dem schweizer Décision 35 Circuit an Bord von Alain Gautier’s Foncia.

Portugiesischer 49er Olympionike

Akrobatische Einlage am letzten Tag der Qualifikationsserie in San Francisco

Akrobatische Einlage am letzten Tag der Qualifikationsserie in San Francisco. © Gilles Martin-Raget

Auf Platz zwei in dieser Gruppe wurden die Zweiten der Abschlussregatta aus Portugal nominiert. Dort sitzt ebenfalls wie beim deutschen Team ein starker 49er Segler an der Pinne. Bernardo Freitas belegte bei der WM in 2012 zwar nur Rang 34 im Vergleich zu Erik Heils siebtem Platz, aber Freitas qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Weymouth und wurde dort einen starker Achter.

Zu den jeweiligen Top zwei der beiden Regattagruppen wurde überraschend das australische Team Objective nominiert. Nach einem starken Start fiel es extrem ab und rangierte schließlich nur auf Rang fünf. Aber die Juroren müssen etwas bei dem Team um Katamaran ISAF Jugendweltmeister Jason Waterhouse gesehen haben, dass sich nicht durch die Rennergebnisse erschließt.

Waterhouse wurde schon australischer Meister im Formula 18 Katamaran mit Moth Weltmeister Josh McNight an der Vorschot und mag auch die Unterstützung von Clubkamerad James Spithill genossen haben.

Erstaunlicher Erfolg

Für das deutsche STG/NRV Team ist die Qualifikation ein erstaunlicher Erfolg. Die Mannschaft war mit heißer Nadel zusammen gestrickt worden und die Teilnahme stand immer mal wieder auf der Kippe. Die Vorbereitung fiel durch ein limitiertes Budget deutlich begrenzter aus als ursprünglich gelpant, aber die Jungs nutzten dennoch ihre Chance.

Der schweizer Skipper Lucien Cujean

Der schweizer Skipper Lucien Cujean holte mit seinem Team TILT die meisten Siege. © Gilles Martin-Raget

Die Kooperation der beiden olympischen Weltklassesegler Erik Heil und Philipp Buhl in Verbindung mit den starken Nachwuchkräften aus Laser (Kohlhoff), 49er (Böhme, Schmidt), 470er (Heitzig) und der Big Boat Erfahrung des physisch extrem starken Michael Seifahrth haben den Erfolg möglich gemacht.

Aber jetzt wird es Ernst. Aus einem Jugend-Abenteuer muss sich eine schlagkräftige Kampagne zusammenbauen. Dabei geht es in erster Linie am Anfang darum, ein Budget zu generieren, das ein hochkarätiges Training ermöglicht. Die Arbeit hinter den Kulissen fängt jetzt erst an, die Segler haben vorerst ihren Job erledigt.

Ergebnisse der zweiten Regattaserie:

1.  SUI  1/1/3/1/1/3/3/1/1 (15) Qualifiziert
2. POR 1/3/1/2/3/2/1/2/1 (16) Q
3. GBR 1/2/1/1/1/3/2/3/3 (17)
4. ARG 2/3/2/2/1/2/2/2/2 (18)
5. ITA  3/3/2/2/3/3/2/1/1 (20)
6. NZL 3/2/2/3/2/1/3/3/3 (22)

Ergebnisse der ersten Regattaserie:

1. GER 3,1,3,1,3,1,1,2,1 (16 points) Q
2. NZL 2,2,2,2,1,1,3,2,1 (16 points) Q
3. DEN 3,3,3,2,2,1,2,1,1 (18 points)
4. AUT 1,2,1,3,3,2,3,1,2 (18 points)
5. AUS 2,1,1,2,2,3,2,3,3 (19 points) Q
6. RSA 3,2,1,3,3,1,3,2,3 (21 points)

Jugend-Crews unterstützt von America’s Cup World Series Teams
FRA – Energy Team/Name TBC
NZL – Emirates Team New Zealand/Name TBC
SWE – Artemis Racing/Swedish Youth Challenge
USA – ORACLE TEAM USA/American Youth Sailing Force (SFO)
USA – ORACLE TEAM USA/USA45 Racing (USA)

Eventseite Red Bull Youth America’s Cup

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Red Bull Youth America’s Cup: STG/NRV Team qualifiziert“

  1. avatar dreiundzwanzig sagt:

    Woow, die Nachricht kam schneller als bei Sailing Anarchy!
    Und natürlich Glückwunsch!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar hurgahmann sagt:

    Super! Gratuliere! Spitzen Leistung.
    Aber bitte keine von diesen Poser Fotos mehr – der Fotograf hat unrecht wenn er sagt die Leute woll das Sehen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 2

  3. avatar Alex sagt:

    Es ist schön wenn von einem Team gesprochen wird. Außer auf Solobooten ist Segeln ein ja Mannschaftssport.

    Es ist schade, dass dennoch immer nur der Steuermann namentlich genannt wird. Das wertet den Rest des Teams irgendwie ab, obwohl sicher alle das Zeug zum Steuern haben.

    Ist es nicht so, der Steuermann ist dafür verantwortlich das Boot möglichst schnell dort hin zu steuern wo es ihm der Taktiker sagt und die Trimmer sorgen auf diesem Kurs für die maximale Power im Boot.
    Ein Team eben wo jeder den gleichen Teil zum Erfolg beiträgt.

    Ich fände es schön wenn entweder nur vom Team oder wenn namentlich dann namentlich von allen Teammitgliedern gesprochen wird.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 18 Daumen runter 2

  4. avatar Supporter sagt:

    Wer sich über Poser-Fotos beschwert, hat noch nie weiter als das dritte Programm geschaltet und geweint nachdem Hansi Hinterseers letzte Sendung lief.

    Also: Brust raus und Trizeps anspannen!!!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 5

  5. avatar G54 sagt:

    Super Ergebnis! Aber bin gespannt wie es weitergeht. Haben unsre jungens ausreichend professionelle Unterstützung ? Gibt es einen zusätzlichen Sponsor wie es die Schweizer haben ? Wie und wo können sie trainieren ? Ich drücke die Daumen !

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