Sach-Team gewinnt mit M32 Katamaran die legendäre Centomiglia am Gardasee

Champagner und Blumenstrauß

Es war die Feuertaufe auf der Regattabahn, und es wurde ein voller Triumph. Das Sach-Team aus Zarnekau in Ostholstein hat am Wochenende mit seinem neuen M32-Katamaran in Italien die 91. Centomiglia auf dem Gardasee gewonnen.

Der M32-Katarmaran mit den Sach-Brüdern am Gardasee. © CVG

Den Einhundert-Seemeilen-Klassiker Multicento für Mehrrumpfboote absolvierten Helge und Christian Sach sowie Herbert Vogel (Bielefeld) als Dreiercrew auf dem zehn Meter langen High-Speed-Kat in knapp achteinhalb Stunden und ließen den baugleichen M32 unter Skipper Gregor Stimpfel aus Italien mehr als eine halbe Stunde hinter sich.

„Die vielen tausend Zuschauer staunten an den Wendemarken, wie schnell wir trotz des leichten Winds unterwegs waren“, berichtete Steuermann Helge Sach begeistert. „Und im Ziel wurden Champagner und Blumenstrauß vom Motorboot gereicht – wie in der Formel 1.“

24 Stunden hatte die Leitung der wohl bekanntesten Gardaseeregatta für die Langstrecke angesetzt. Und das hätten manche herkömmliche Boote bei überwiegend schwacher bis mäßiger Brise mit zahlreichen Flautenlöchern beinahe auch gebraucht. Aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast zwölf Knoten, also gut 20 km/h absolvierte das Sach-Team, das für den Lübecker Yacht-Club startet, die Strecke ausgesprochen zügig.

Bereits um 8.20 Uhr war der Startschuss für die schnellsten Mehrrümpfer bei Maderno im südlichen Teil des Gardasees gefallen. Parallel starteten die langsameren Einrumpfboote etwa zehn Kilometer nördlich in Bogliaco, wo auch das Ziel lag. Rund 200 Teams insgesamt nahmen die legendäre Regattaherausforderung an. Alle kreuzten bei morgendlichem Nordwind Richtung Torbole, dem ersten bedeutenden Wegpunkt.

Das erfolgreichee deutsche M32-Team vom Gardasee (v.l.) Herbert Vogel, Helge und Christian Sach© Sach-Team

„Innerhalb kürzester Zeit haben wir das Einrumpffeld von hinten aufgerollt“, berichtete Christian Sach, „ein ausgesprochen motivierender Moment, und gegen Ende waren dann auch die Liberas fällig.“ Diese für den Gardasee typische Bootsklasse hat einen enorm großen Segelplan (Fläche) und wird mit der gesamten Crew im Trapez gesegelt. Der neuen M32-Konstruktion des Schweden Göran Marström, der seinen eigenen Kat an Gregor Stimpfel weitergegeben hatte, waren auch  die Liberas nicht gewachsen.

Doch die Centomiglia ist alles andere als Straßenbahnfahren geradeaus. Auf dem Rückweg vor dem Wind schlief die nördliche Brise allmählich ein, und die berühmte Ora, der klassische Südwind des Gardasees setzte sich durch. Die Übergangsphase wurde besonders heikel.

„Die taktischen Herausforderungen waren groß, Revierkenntnisse und ein Gespür für die Fallen hier und dort von großem Nutzen“, so Helge Sach, der am Ende sogar einmal von der Ziellinie wegkreuzte, um letztlich schneller dorthin zu gelangen.

Die großen Kats mit einer Länge von mehr als 30 Fuß mussten nach einer Tordurchfahrt im mittleren Abschnitt bis zum südlichsten Punkt bei Desenzano segeln, bevor es auf das letzte Teilstück ging. Unter Begleitung eines Hubschraubers mit Fernsehteam an Bord und zahlreichen Motorbooten wurde der Einlauf der schnellsten Teilnehmer so frenetisch gefeiert, wie letztlich bei den berühmten Hochseesegelrennen auch.

Der Marktplatz im Zielhafen Bogliaco war ein Wochenende lang die Bühne für ein Segelfest, das den Höhepunkt im reichhaltigen Regattakalender des Gardasees darstellt. „Die Italiener haben uns mit offenen Armen empfangen und mit lautem Applaus beglückwünscht“, so Crewmitglied Herbert Vogel, „das war eine Werbung für den M32 und für den Segelsport.“

Vogel ist Vorstandsvorsitzender der börsennotierten itelligence AG, dem Branding-Sponsor auf dem Katamaran. Sie hatte das Boot während der Woche für einen Incentive auf dem Gardasee genutzt. Bereits am Vorwochenende hatte das Sach-Team die Gorla Trophy, eine wesentlich kleinere Regatta an gleicher Stelle, als Generalprobe gewonnen.

Nach der Centomiglia ging es für den M32 bereits wieder aufs Heimatrevier nach Travemünde, wo der Kat noch bis zum 7. Oktober für Gästefahrten des Projekts High-Speed-Segeln bereit steht.

Ergebnisse Multihulls

Ergebnisse Monohulls

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7 Kommentare zu „Sach-Team gewinnt mit M32 Katamaran die legendäre Centomiglia am Gardasee“

  1. avatar John sagt:

    Verstehe ich das falsch oder steht in den Ergebnislisten nicht, dass Sach 1. von 2 in seiner Gruppe wurde und bei den unter 30 Fuß-Katamaranen einer knapp 5 Minuten schneller?

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  2. avatar Stefan Zeyse sagt:

    Procar ist aber auch um die Tonne 2 Acquafre gegangen. Ich nehme mal an dass die Säcke einfach eine längere Strecke segeln mussten.

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  3. avatar mike sagt:

    so ein Müll, der M2 war wesentlich schneller !!!

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  4. avatar Andreas sagt:

    Ich habe bei Helge nachgefragt. Sie waren First Ship home, von denen die die Langstrecke gefahren sind. Alles unter 30 Fuss segelt einen deutlich verkürzten Kurs.

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