Tour de France à la Voile: Cammas, Coville und Kito de Pavant gegen “Iskareen”

Lernen von den Seehelden

Die deutsche "Iskareen" will sich zum dritten Mal rund Frankreich kämpfen. © Iskareen

Die deutsche “Iskareen” will sich zum dritten Mal rund Frankreich kämpfen. © Iskareen

Auf der Pariser Ausstellung “Salon Nautique International de Paris” ist die 36. Auflage der Tour de France a la Voile präsentiert worden. Dabei wird besonders die Teilnahme von Volvo Ocean Race Sieger Franck Cammas als Sensation und Aufwertung der Tour de France bewertet.

Wir freuen uns riesig auf die Möglichkeit, mit “Iskareen” gegen solch einen Segelhelden zu segeln. Es verstärkt die Motivation, bei der Tour an den Start zu gehen. Die Chance sich von solchen Profis wie Franck Cammas eine Menge abzugucken und sie persönlich kennen zu lernen, wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Einheitsklassen-Segeln at it´s best. © Jean-Marie Liot / ASO

Einheitsklassen-Segeln at it´s best. © Jean-Marie Liot / ASO

Dazu haben weitere kommerzielle Segelteams ihre Teilnahme bzw. das Interesse an einer Teilnahme an der Tour 2013 angekündigt. Kito de Pavant, der mit seiner “Groupe Bel” nach einer Frachter Kollision aus der Vendée Globe ausschied, will mitmachen. Und Thomas Coville, der einhand seinen Maxi Trimaran “Sodebo” bewegt und mit Cammas das Volvo Ocean Race auf Groupama gewonnen hat.

Besonders die Offshorerennen über Nacht verlangen uns immer alles ab. Als Team über 48 Stunden wach, konzentriert und vor allem schnell zu bleiben, stellt die größte Herausforderung da. Denn in der Einheitsklasse segeln wir ständig mit den anderen Teams in Sichtkontakt . Unterunterbrochen vergleicht man, wie beim Inshore-Segeln, Geschwindigkeit und Höhe mit den Gegnern. Das ist oft sehr nervenaufreibend, besonders wenn die Kräfte nachlassen. Es ist keine Seltenheit, wenn mann auf der Tour fünf  Kilogramm Körpergewicht verliert.

Bei jedem Rennen geht es in der Flotte der Archambault 35 eng zu. © Jean-Marie Liot / ASO

Bei jedem Rennen geht es in der Flotte der Archambault 35 eng zu. © Jean-Marie Liot / ASO

Bei der Tour de France 2012 umfasste unser Team an Bord der “Iskareen” 26 Segler, fast alle deutlich unter 30 Jahren alt. Es ist eine ziemliche Herausforderung alle zu koordinieren und sich dabei vor allem noch aufs Schnell-Segeln zu fokussieren.

Offshore segeln auf höchstem Niveau

Wir stecken zurzeit in den Vorbereitungen zur neuen Saison mit Trainingsplanung, Terminierung der Vor-Regatten zur Tour im Frühjahr, Bootsbasteleien, Budgetierung und Creworganisation. Es ist ein sehr aufwendiges Projekt, aber seglerisch das Spannendste was wir uns vorstellen können: Heißes One-Design In- und Offshore Segeln auf höchstem Niveau.

Die Flotte bei der Tour de France soll auf 20 Yachten anwachsen. © Jean-Marie Liot / ASO

Die Flotte bei der Tour de France soll auf 20 Yachten anwachsen. © Jean-Marie Liot / ASO

Die Tour 2013 beginnt am 28. Juni wie seit einigen Jahren üblich in Dünkirchen an der französisch-belgischen Grenze. Von dort segelt die Flotte zunächst etwas ungewohnt in Richtung Osten, nach Breskens in Holland. Über die Etappenhäfen Dieppe, Deauville, Brest und Lorient geht es nach Saint Gilles Croix de Vie (nördlich von Les Sables d’Olonne) an der französischen Atlantikküste.

Hier werden die Schiffe verladen und auf der Straße in den spanischen Ort Roses transportiert, wo der mediterrane Teil der Tour beginnt. Nach Etappen in Gruissan und La Seyne Sur-Mer (Toulon) endet die Tour am 28. Juli in Marseille. Insgesamt sind für die Tour 2013 40 Wettfahrten geplant, davon 9 Etappenrennen über eine Gesamtdistanz von 1.200 Seemeilen, von denen das längste ca. 250 Meilen entlang der Küsten von Normandie und Bretagne verläuft.

Die neue Route rund Frankreich 2013.

Die neue Route rund Frankreich 2013.

Gesegelt wird 2013 wie seit zwei Jahren üblich in Booten der Einheitsklasse M34 von der französischen Werft Archambault. In den Etappenhäfen werden 31 Inshore- bzw. Coastalregatten gesegelt. Das Sportprogramm für 2013 ist anspruchsvoll mit einer vergleichsweise großen Anzahl Wettfahrten und taktisch sowie mental herausfordernden Langstreckenetappen, von denen viele als Nachtregatten geplant sind.

Neuer Tour Eigentümer sieht mehr Potenzial

Die Veranstaltung 2013 wird erstmals komplett durch den neuen Eigentümer, Amaury Sport Organisation (A.S.O.), geplant und durchgeführt wird. A.S.O. ist eine Tochter des französischen Medienkonzerns Groupe Amaury, welcher unter anderem die Sportzeitung “L’Equipe” und die Zeitung “Le Parisien” herausgibt.

Aufkreuzen unter Land. Ein guter Navigator ist wichtig. © Jean-Marie Liot / ASO

Aufkreuzen unter Land. Ein guter Navigator ist wichtig. © Jean-Marie Liot / ASO

Die Firma organisiert eine Reihe bekannter Sportevents, unter anderem die Tour de France (Fahrrad), die Rallye Paris-Dakar, den Paris-Marathon oder die Alstom Open de France (Golf). A.S.O. hat die Rechte an der Tour vor etwa einem Jahr erworben und mit der Tour 2012 eindrucksvoll die große Erfahrung und Leistungsfähigkeit bei der Organisation großer Sportveranstaltungen bewiesen.

Insgesamt rechnet A.S.O. für die Tour 2013 mit ca. 20 Teams aus mindestens 7 verschiedenen Nationen. Aus Deutschland wird das Hamburger Team ISKAREEN, welches im Norddeutschen Regatta Verein zu Hause ist, am 28. Juni 2013 in Dünkirchen starten.

 

Segeln in der Abenddämerung. Ausdauer ist gefragt. © Jean-Marie Liot / ASO

Segeln in der Abenddämerung. Ausdauer ist gefragt. © Jean-Marie Liot / ASO

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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

6 Kommentare zu „Tour de France à la Voile: Cammas, Coville und Kito de Pavant gegen “Iskareen”“

  1. avatar jorgo sagt:

    Die Franzosen machen uns vor, wie Segelsport attraktiv und spannend “unters Volk” gebracht wird.
    Super, das ein deutsches Team dabei ist …. viel Glück und Erfolg!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 19 Daumen runter 1

    • avatar Kai sagt:

      Die Franzosen machen vor allem vor, wie man durch ein überteuertes Konzept eine gute Veranstaltung zugrunde und eine solide Werft an den Rand der Insolvenz drängt.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 6

  2. avatar jollenfutzi sagt:

    echtes OneDesign – gleiche Boote – reeller Segelsport auf gutem Niveau
    sehr gut !

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  3. avatar Olli sagt:

    Es sei darauf hingewiesen, daß die A35 von Archambault ein anderes Boot ist, als die M34. Das eine ist daß, was X vorgemacht hat, wie man ein nach IRC erfolgreiches Boot baut und mit dem anderen wird Tour de France gefahren. Nur die Werft ist die selbe.

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  4. avatar AC sagt:

    schlicht und ergreifend: super

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  5. avatar wooling sagt:

    Das ist eine Superveranstaltung. Ich durfte das mal miterleben und ich war begeistert. Iskareen ist mir damals auch schon aufgefallen.

    Ich Deutschland hatte ich aber vorher noch nie etwas davon gehört.

    Also: viel Glück Iskareen.

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