Transat Jacques Vabre: Gabart und Desjoyeaux mit Mastbruch auf “Macif”

Ausgeschieden

Vendee Globe Sieger Francois Gabart und Michel Desjoyeaux sind mit ihrer “Macif” aus dem Transat Jacques Vabre Rennen ausgeschieden. Auf der Höhe von Salvador de Bahia ist um Mitternacht rund 1000 Meilen vor dem Ziel der Mast von oben gekommen.

Gabart, Macif,

Die schnellste Open60 “Macif” hat einen Mastbruch erlitten. © Jean-Marie Liot

Das führende Duo informierte die Wettfahrtleitung von ihrer Havarie, damit der Schiffsverkehr in ihrem Umfeld vor dem Hindernis gewarnt werden kann. Beide Segler sind wohlauf. Sie haben das Rigg entfernt, das Schiff gesichert und sind unter Motor auf dem Weg nach Salvador de Bahia.

Die beiden Franzosen hatten diese Transat dominiert. Zu Beginn des Rennens konnten sie einen so großen Vorsprung heraussegeln, dass ein Reparatur-Boxenstopp in Portugal für den Tausch des beschädigten Steuerbord Ruders kaum ins Gewicht fiel. Danach lagen sie schnell wieder gleichauf mit der Spitze, segelten gemeinsam mit “PRB” durch die Doldrums und legten danach den Hebel auf den Tisch um zuletzt 12 Meilen Vorsprung herauszusegeln.

Im Januar 2011 ist dem Duo das gleiche Missgeschick beim Barcelona World Race passiert. Damals segelte Gabart noch auf der “Foncia” seines Mentors Desjoyeaux mit als der obere Teil des Mastes abbrach und die beiden auf Platz zwei liegend den Kampf um den Sieg abbrechen mussten. Die Zusammenarbeit der beiden Hochsee-Profis steht offenbar unter keinem guten Stern. Besonders Desjoyeaux scheint das Pech zurzeit an den Fingern zu kleben.

mare, Doldrums

Blick von Bord der “mare” auf die Wolkentürme in den Doldrums. © riechers

Derweil kämpft sich die Class 40 Spitze durch die Flaute der Doldrums. “mare” hat den Rückstand zu Platz eins an einem Tag von über 50 auf unter 20 Meilen drücken können. Aber auch die Spanier sind bis auf 25 Meilen herangerückt.

Die gesamte Spitze erlebt eine Kompression. Die erfahrenen Mitfavoriten Halvard Maibire und Miranda Merron liegen jetzt als Neunte nur 100 Meilen achteraus. Sie klagen allerdings über ihren gerissenen großen Spi, der schon jetzt die Hoffnungen auf einen Spitzenplatz deutlich verkleinert hat.

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Carsten Kemmling

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12 Kommentare zu „Transat Jacques Vabre: Gabart und Desjoyeaux mit Mastbruch auf “Macif”“

  1. avatar Addi sagt:

    was für ein Pech!

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  2. avatar Robert sagt:

    Schon komisch, dass die beiden wohl besten Segler auf dem Planeten nie ein Boot nach Hause bringen…

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    • avatar boatsailing sagt:

      Nu, der Gabart hat doch bewiesen das ers kann…!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

      • avatar Robert sagt:

        Es haben beide, deswegen sage ich ja auch “die wohl besten Segler”. Nur zusammen, da kommt es regelmäßig von oben. Bin gespannt zu hören, was da passiert ist. Starken Wind dürften sie ja nicht gehabt haben…

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        • avatar Stefan sagt:

          …bei starken Winden gibt es ja auch weniger Probleme in Sachen Materialbelastung, denn dann brauchst du auf diesen Booten nur noch wenig Segelfläche um auf Geschwindigkeit zu kommen. Gerade die mittleren windbedingungen sind da viel belastender, denn da wird das max. an Segelfläche gefahren, was deutlich größere Belastungen bewirkt. Und wenn dann noch bis zum Anschlag gepowert wird, dann ist der grad zur Überlastung sehr schmal.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Womöglich entsteht da ein falscher Ehrgeiz wenn die beiden teamworken sollen.

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      • avatar Robert sagt:

        Die Überlegung liegt nahe. Mittlerweile wissen wir, dass MACIF einen leichteren Mast gesetzt hatte als bei der VG, vielleicht war er auch einfach ein bisschen zu leicht. Wingmasten ohne Sallinge sind ja so schon etwas schwach gestützt…

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  3. avatar I-330 sagt:

    die haben aber auch ein unglaubliches pech! sowas wünsch ich niemandem…

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  4. avatar Heini sagt:

    Pech oder einfach nur zu viel riskiert?

    Zitat:
    “…und legten danach den Hebel auf den Tisch um zuletzt 12 Meilen Vorsprung herauszusegeln.”

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

    • avatar Robert sagt:

      Zuviel riskiert? Glaube ich nicht. Sie segeln das überlegene Boot und haben gut 2 Tage für 22 (nicht 12) Meilen gebraucht. Das lässt sich durchaus mit dem besseren Material erklären. Ein Mast bricht auch normalerweise nicht bloß von hoher Last, eher von einem plötzlichen Impuls (sehr starke Böe oder ungewollte Halse o.ä.)…

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      • avatar Stefan sagt:

        …die Boote liefern sich derzeit dort unter der Küste ein drag-race bei raumen bis halbwind Kursen. Zudem steht dort wie an jeder kontinentalen Schelfkante eine steile bis fiese Welle. Das was du als plötzlichen Impuls bezeichnest hast du dort alle paar Sekunden. Das nennt sich Welle 😉

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  5. avatar coist sagt:

    Le roi 🙂

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