Transat Jaques Vabre: Riechers hält trotz “Rücken” Platz zwei

Willenskraft und Aspirin

Nach zwölf Tagen beim Transat Jaques Vabre Rennen liegt die deutsche “mare” mit Jörg Riechers und dem Franzosen Pierre Brasseur immer noch auf einem komfortablen zweiten Rang. Der Rückstand zum modifizierten Schwesterschiff “GDF Suez” wird allerdings größer.

Jörg Riechers Prellung

Fiese Prellung an der Hüfte bei Jörg Riechers nach einem Sturz unter Deck. © Riechers

Tag für Tag verliert Riechers unter Gennaker ein paar Meilen zum offensichtlich etwas schnelleren Konkurrenten. In den vergangenen beiden Tagen wuchs der Abstand von 37 auf nun 55 Meilen. Aber dafür bleibt die Verfolgergruppe stabil gut 60 Meilen im Kielwasser.

Aber das Rennen geht für die mare-Crew langsam an die Substanz. Während sich Brasseur von der Fußball Niederlage der französischen Nationalmannschaft geschockt zeigt klagt Riechers über schlechte Träume. Er schreibt von Bord: “Das TJV2013 ist so anstrengend, dass ich nachts schlecht träume. Heute Nacht wurde ich beim Joggen von einem Rudel Hunde angefallen…Aber keine Sorge, wir sind wohlauf und haben das Rudel im Griff :-)”

mare, Riechers

“mare” glitscht über den Atlantik. © Riechers

Heftiger war da schon der Vorfall kurz nach dem Restart in Roscoff, von den er erst jetzt berichtet. “Wir haben meinen Unfall zwei Stunden nach dem Start etwas verschwiegen. Nach einer Wende, als ich unter Deck die beweglichen Teile nach Luv gestaut habe, fiel das Boot in ein Wellental. Ich hing kurz in der Luft und landete dann har mit dem Rücken auf einem Schott.

Das hat wirklich weh getan. Nachdem ich festgestellt hatte, dass ich noch lebe und immer noch Arme und Beine bewegen konnte, war es nicht klar, ob ich weitersegeln könnte. Erst als ich im Internet googelte war ich sicher, dass wir weitermachen können. Nun ja, Form und Farbe dieses Dings am Rücken waren etwas beängstigend aber mit Willenskraft und Aspirin sollte es kein Problem sein.” Riechers Blessur an der Hüfte sieht fies aus. Aber er weist nur darauf hin, dass Segeln ein gefährlicher Sport ist.

GDF Suez

Die führende Class 40 mit Skipper Sebastien Rouges. © Breschi/GDF Suez

Während die Class 40 Flotte nicht einmal die Hälfte der Strecke über den Atlantik nach Itajai in Brasilien absolviert hat sind die beiden MOD 70 Trimarane kaum 100 Meilen vom Ziel entfernt. Annähernd so viel Spannung wie die Kämpfe in der Class 40 verspricht aber nur die Open 60 Flotte. Dabei kommt es gerade zu einer möglichen Vendée Globe Revanche von Vincent Riou, der bei seinem Einhand Auftritt vor gut einem Jahr nach der Kollision mit einer Tonne aufgeben musste.

Nun hält Riou mit seinem Partner Jean Le Cam nach der Passage der Doldrums das Duell mit den vermeintlich überlegenen Francois Gabart und Michel Desjoyeaux offen. Seit einem Tag segeln die beiden Boote in Sichtweite und die “PRB” hält einen Mini-Vorsprung von 0,43 Meilen. Ob der Vendée Globe Sieger Gabart mit seinem Gegner spielt? Zuvor war seine “Macif” erneut das deutlich schnellste Schiff im Feld der zehn 60 Fußer.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Transat Jaques Vabre: Riechers hält trotz “Rücken” Platz zwei“

  1. avatar Wilfried sagt:

    Gabart wir wohl in der Nähe bleiben bis nach den Doldrums um kein Risiko einzugehen und dann wieder richtig Gas geben.

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  2. avatar Alex sagt:

    Vielleicht wird’s wirklich langsam Zeit für Körperpanzerung a la America’s Cup, Snowboarding etc.

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  3. avatar hanseatic sagt:

    Brasseur ist im Zweitjob Bodypainter? Nee – niemals! Wer erzählt denn sowas? 😀

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  4. avatar Ballbreaker sagt:

    Der Haupteinsatzbereich von Aspirin (Acetylsalicylsäure) neben der Schmerzmedikation ist die “Blutverdünnung” (Antikoagulation)

    Keine gute Idee bei so einem Hämatom, blutet halt noch mehr ein!

    Besser wär Paracetamol o.ä. gewesen.

    Nur so am Rande

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