Volvo Ocean Race: Brunel verliert – Patenthalse bei Dongfeng – Problem bei den Frauen?

"300 Liter Wasser im Schiff"

An Bord von Dongfeng:

Brunel musste Federn lassen beim Volvo Ocean Race. Lässt sich Bekking wieder einholen? SCA ist in den vergangenen Stunden deutlich zurückgefallen. Gab es genau so eine Patenthalse wie bei Dongfeng?

Geht das schon wieder los? Brunel hatte eine sichere Führung von 53 Meilen auf die Zweitplazierte Abu Dhabi. Aber nun sind gerade einmal acht Meilen davon übrig geblieben. Lässt sich Bouwe Bekking wieder wie beim vorherigen Abschnitt vom Feld schlucken?

Werden die Männer auf dem gelben Boot nervös? Sie haben viele Meilen hergegeben, um ihre extrem südliche Position in die nördlichste umzuwandeln. Nach einer klaren Strategie sieht das nicht aus. Die Holländer scheinen Probleme zu haben, wenn es darum geht, eine Führung abzusichern.

Kompliziertes Strategie-Spiel

Die Vorteile, die sie sich zu Beginn der Etappe durch sehr guten Speed auf dem harten spitzen Kurs zum Wind erarbeiten konnten, schwinden gerade wieder. Besonders das Abu Dhabi Team scheint das komplizierte Strategie-Spiel um die richtige Platzierung der Halsen sehr gut zu beherrschen. Die Flotte versucht zurzeit die Winddrehungen im Rücken einer nach Osten rauschenden Front gewinnbringend auszunutzen.

Immer näher pirscht sich Ian Walker an die Führungsposition heran. Dabei kann er ziemlich entspannt sein. Denn das in der Gesamtwertung punktgleiche Dongfeng Team offenbart große Probleme. Die französisch chinesische Mannschaft liegt nur auf Platz fünf.

Skipper Caudrelier äußert sich verdächtig oft über seine unerfahrene Crew, von der nur drei Segler schon einmal diese Strecke absolviert haben. Dabei haben besonders die Chinesen sehr mit Seekrankheit zu kämpfen. Bei dieser Etappe sieht sich Dongfeng offenbar nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Frauen konnten lange mithalten

Deutlich besser lief es dagegen lange Zeit für die Frauen auf dieser Etappe, die eigentlich als die physisch härteste gilt. Lange konnten sie im Dreikampf mit Dongfeng und Mapfre bestehen. Aber nach einer zu frühe Halse gen Norden verloren sie an Boden und nun sind sie in den vergangenen Stunden auch durch eine Patenthalse arg eingebremst worden.

Dongfeng On Board Reporter Yann Riou berichtet wie es ihnen selber erging. In der sehr dunklen Nacht sei es für den Steuermann extrem schwer, bei 30 Knoten Wind die Wellenberge abzusurfen. “Es kann sehr schnell passieren, dass man das Boot ein wenig zu tief steuert und die ungewollte Halse einleitet”. Man müsse sich das Ergebnis dann so vorstellen, wie es die Russen beim vergangenen Volvo Race dokumentierten (Video).

“Es dauerte zwei bis drei Stunden bis alles wieder sortiert war. Wir lagen in absoluter Dunkelheit auf der Backe, der Neigekiel auf der falschen Seite und gut 300 Liter Wasser im Schiff. Schön auch in meiner Koje und im Schlafsack.” Die angepeilte Aufholjagd war damit erst einmal beendet.

An Bord beim Team SCA:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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