Volvo Ocean Race: Puma Drama im Flautenloch vor Sturmpause. 39 Minuten Rückstand

"Man will eine Winschkurbel werfen..."

Pünktlich zum Karneval haben sie die Volvo Ocean Race Hochsee-Yachten wieder als Sprint-Grand-Prix-Daysailer verkleidet und einen 40 Meilen Kurs vor der chinesischen Küste absolviert, anstatt die vierte Etappe nach Auckland zu beginnen.

Abu Dhabi nahe der Wendemarke bei der ostasiatischen Buddhismus-Figur Guan Yin. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

 

 

 

Die Organisatoren hatten aus Sicherheitsgründen diesen ungewöhnlichen Weg gewählt, weil ein Taifun den Weg versperrt hatte und das ohnehin kleine Feld durch Ausfälle nicht dezimiert werden sollte.

Der eigentlich unspektakuläre Etappen-Auftakt mit einem Anlieger-Start zur ersten Tonne geriet dennoch zu einem ungeplanten Drama für das Puma Team von Ken Read.  Mit einem starken Start zeigte Read, dass er sich viel vorgenommen hat und er baute den Vorsprung mit “Mar Mostro” immer weiter aus, während die Konkurrenz Fehler machte.

An der vorletzten Tonne hatte er die Führung vor Groupama auf über drei Minuten ausgebaut und musste ihn nur noch nachhause segeln. Aber das Wetter änderte sich, zwei Windsysteme kämpften um die Vorherrschaft und Puma geriet in die Flautenzone dazwischen.

Hilflos  musste die Crew um den Kieler Michi Müller mit ansehen, wie die Gegner unter Land besseren Wind erwischten. Sie schoben sich nicht nur knapp an Puma vorbei, was kein Beinbruch vor dem Restart am Montag Morgen gewesen wäre. Puma dümpelte schließlich eine halbe Stunde hinter der vorletzten Camper ins Ziel und muss nach der Sturmpause genau mit diesem Abstand die vierte Etappe wieder aufnehmen.

Der Sieger Iker Martinez von Telefonica hatte Mitgefühl mit seinem Gegener: “Sie hatten sehr viel Pech. Ich fühle sehr mit ihnen. Sie haben ein fantastisches Rennen gesegelt. Dann standen sie fast für eine Ewigkeit auf der Stelle.”

Ken Read sagte nach dem Drama: “Ich mag nicht besonders ärgerlich aussehen, aber ich bin es…Wir haben überlegt, was wir hätten anders machen können, aber wir wissen es einfach nicht…Der Wind verschwand einfach.

Man würde gerne eine Winschkrubel nehmen und sich durch das Deck werfen. Das ist die Reaktion. Aber nun müssen wir uns wieder zusammenfinden. Das wird eine sehr frustrierende Art sein, diese Etappe zu beginen”.

Ab 23:50 zeigt sich das Drama von Puma

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Puma Drama im Flautenloch vor Sturmpause. 39 Minuten Rückstand“

  1. avatar Marc sagt:

    Ich fands wirklich schon fast traurig. Die Puma Jungs hätten auch mal nen Sieg verdient und dann so etwas.
    Am meisten leid tat mir Ken Read der wie wild zwischen den beiden Steuerrädern hin und her sprang um vielleicht doch noch was zu machen und dann vor Wut auf eins draufkloppte 😉

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  2. avatar Martin sagt:

    alte Regel ; immer zwischen Gegner und Tonne bleiben.

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