Volvo Ocean Race: SCA Frauen im Ziel mit zwei Tagen Rückstand – Trotzdem gibt es Hoffnung

Endlich im Hafen

Der SCA-Crash mit Unterwasser-Objekten:

Das SCA Team ist mit einem Rückstand von 640 Meilen ins Ziel gehumpelt. Die Frauen konnten bei der härtesten Volvo Ocean Etappe im Southern Ocean nur knapp bis zur Hälfte mithalten.

Gut zwei Tage nach den ersten vier Yachten ist das SCA Team im brasilianischen Itajaí angekommen. Der Abstand zur männlichen Konkurrenz scheint immer größer zu werden.  Wie ist der große Rückstand zu erklären?

Eigentlich ist es diesmal ganz einfach. Die Patenthalse am 24.3 kostete sie nicht nur in der direkten Folge gut 80 Meilen. Das größte Problem war der Verlust eines wichtigen Vorsegels, das in den nächsten Tagen bis zum Kap Hoorn schmerzlich vermisst wurde. Danach war das Rennen gelaufen.

Volvo OCean RAce SCA

Der sehnlichst vermisste Nachwuchs. © Ian Roman / Abu Dhabi Ocean Racing

Skipperin Sam Davies schreibt am 27.3. : “Da draußen gibt es wenig Platz für Fehler. Ich fühle, dass wir unsere Limits gefunden haben. Aber wir konnten uns beweisen, dass wir in der Lage sind, hart zu puschen.”

Tatsächlich konnte SCA bis zu diesem Tag ordentlich mithalten. Bei den härtesten Bedingungen bisher im Southern Ocean waren die in Zweikampf-Situationen besonders mit Mapfre und Dongfeng nicht signifikant langsamer.

Der größere Rückstand zu Beginn kam vielmehr eher durch eine strategisch navigatorische Entscheidung zustande. Nach der Halse am 23. März gen Nord-Ost passierten sie nur knapp drei Meilen hinter Mapfre und segelten dann fast fünf Stunden im Vergleich zur Konkurrenz in einem schlechteren Winkel zum Wind. Danach hatten sie einen Rückstand von 30 Meilen zu Mapfre bevor dann die Patenthalse passierte.

Dongfeng machte es allerdings auch nicht viel besser zu dem Zeitpunkt und verlor durch einen schlechten Rhythmus wie auch technischer Probleme insgesamt viele Meilen.

Volvo OCean RAce SCA

Carolijn Brouwer mit ihrem Sohn. © Rick Tomlinson/Team SCA

So könnte man unter dem Strich etwas mehr Hoffnung für die Frauen hegen, als das aktuelle Ergebnis aussagt. Zumindest beim Speed scheinen sie auch bei harten Bedingungen inzwischen mithalten zu können.

Es sind mehr die kleinen taktischen, strategischen und navigatorischen Entscheidungen, die das Team zurückwerfen. Das wäre ein Manko, das auf die Schnelle nicht ausgeglichen werden kann. Andererseits besteht nach wie vor die Chance für Überraschungen, wenn der Speed inzwischen einigermaßen stimmt. Trotz des ernüchternden Ergebnisses auf der fünften Etappe spricht einiges dafür, dass SCA auf diesem Gebiet besser geworden ist.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: SCA Frauen im Ziel mit zwei Tagen Rückstand – Trotzdem gibt es Hoffnung“

  1. avatar Lyr sagt:

    Auf jeden Fall sehr toughe Frauen, die eine krasse Leistung abrufen! Respekt!

    Vielleicht braucht es aber insgesamt noch ein paar VORs mehr bis ein Frauenteam wirklich gut mithalten kann.
    Die fehlende Erfahrung muss erstmal aufgeholt werden, aber ich glaube die Richtung stimmt schon mal um an die krasse Leistungsdichte der anderen Teams anzuknüpfen.
    Ich hoffe sehr, dass es nächstes Rennen wieder mindestens ein Frauenteam gibt!
    Das wird dem VOR und sowieso dem ganzen Segelsport sehr gut tun…

    Sowieso ist es ingesamt ein super intensives Rennen geworden – Danke an Frostad und co, weiter so!

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 2

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