Volvo Ocean Race: Schreckmomente beim Etappenstart – Penalties für Brunel und Mapfre

"Aus dem Weg!!!"

Das Volvo Ocean Race ist spektakulär vor Alicante gestartet. Die Übertragung auf dem Rundkurs vor der spanischen Küste macht Lust auf mehr. An einer Stelle wurde es richtig haarig.

Volvo Ocean Race

Start des Volvo Ocean Race zur ersten Etappe von Alicante nach Lissabon. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

“Aus dem Weg, aus dem Weg!!” Auf “Turn The Tide” wird es richtig laut. Skipperin Dee Caffari schreit, damit das Groß gefiert wird. Sie kann sonst nicht abfallen und würde in das Zuschauer-Schiff knallen. In Lee droht auch noch “Scallywag” die Lücke zuzumachen. Auch Skipper David Witt wird richtig laut. Das kann hier richtig böse ins Auge gehen können. Das kann ein frühes Ende der Kampagne bedeuten.

Vollbesetzte Zuschauerboote fahren wild durcheinander. Nach der Rundung des letzten Kurs-Tores scheint für die VO65 plötzlich kein Weg mehr durch die Flotte zu führen. Ein schweres Versäumnis der Organisatoren. Die Zuschauer jubeln über so viel Nähe zu den Yachten, die Segler fluchen in panischer Stimmlage.

Das haarige Ausweichmanöver durch die Zuschauerflotte. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Die geistesgegenwärtigen Ausweichmanöver sind schließlich doch erfolgreich. Alle kommen mit dem Schrecken davon. Und so wird der Vorfall eine kleine Episode des Segel-Marathons bleiben. Sie zeigt aber, an wie viel haarigen Momenten eine Um-die-Welt-Regatta für die Teams scheitern kann.


Knapp wurde es auch zwischen den Spitzenbooten. Die Situation kurz vor einer Tonnenrundung zeigt, wie sehr die Skipper mit dem Messer zwischen den Zähnen segeln. Dongfeng zwingt mit Vorfahrt Brunel zur Halse und auch Mapfre muss mit dem Heck durch den Wind drehen. Die Manöver erfolgen so knapp, so spät, dass es fast zur Kollision zwischen den Yachten kommt. Schiedsrichter auf dem Wasser verhängen schließlich Drehungsstrafen gegen Becking und Martinez. Und sie reihen sich erst einmal am Ende des Feldes wieder ein.

Doppel-Penalty für Brunel und Mapfre an der letzten Marke:

Dort segelt insbesondere das AkzoNobel Team, das in letzter Minute nach einem beispiellosen öffentlich ausgetragenem Streit mit dem Sponsor doch noch vom Skipper Simeon Tienpont geführt wird. Er hatte die Verhandlung vor einem niederländischen Schiedsgericht siegreich geführt und Recht bekommen. Vier Segler aus dem Team traten daraufhin zurück und entsprechend mühsam holperte das holländische Boot mit einem schlechten Start und dazu passenden Manövern über die ersten Meilen des Rundkurses.

Brunel und besonders Mapfre halten sich vom Leeboot Dongfeng nicht frei. Wie werden mit Penalties bestraft. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Aber das Bild hat sich nach den ersten Meilen der 1450 Meilen kurzen Etappe bis Lissabon extrem geändert. Dongfeng führte zwar die Flotte hinaus auf die offene See Richtung Gibraltar, und hatte gleich die spanischen Top-Favoriten von Mapfre am Heck, aber der Absprung gelang nicht.

Stattdessen segelte vor dem Wind Vestas erstaunlich schnell und auch ausgerechnet AkzoNobel. Nach einem Schlag unter Land haben die Außenseiter die Führung übernommen während sich Mapfre und Dongfeng matchracemäßig an der afrikanischen Küste belauern.

So verlief der Start: Replay der Live-Übertragung:

Race Tracker Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Schreckmomente beim Etappenstart – Penalties für Brunel und Mapfre“

  1. avatar Südlicht sagt:

    Also Americas Cup war schon nicht immer aktuell, aber 24h nach dem Start erst vom begonnen Volvo OceanRace zu berichten finde ich schon sehr spät, man hätte mindestens einen link schalten können für den Live start, womit will man denn seine Anzeigenkunden überzeugen, viel traffic gab es gestern bestimmt nicht auf Segelreporter, oder immer nur sehr kurz, da man festgestellt hat, dass Segelreporter nicht vom Volvo berichtet.

    Ich werde mein Abo jedenfalls nicht erneuern, sorry, aber wofür soll ich hier zahlen?
    Irgendwie echt schade. Viel Spaß noch.

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    • avatar langalex sagt:

      also das video zum start habe ich auch ohne segelreporter gefunden. natürlich wäre live-berichterstattung nett, aber ich vermute mal das wird am budget scheitern. von daher wünsche ich mir von SR vor allem (längere) Hintergrundberichte, von mir aus auch ein paar Tage später. für Bilder und Live sorgen die Veranstalter schon selbst.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 16

  2. avatar steehl sagt:

    Cheffe musste halt selber segeln…

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  3. avatar Jörg sagt:

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  4. avatar Südlicht sagt:

    @ langalex, meinst Du den tief recherchierten Bericht wie z.B. Meuterei auf Akzo…
    Der Bericht liest sich wie meine Hausaufgaben die ich morgens im Bus von meinen Nachbarn abgeschrieben habe.
    Zusammengeschustert, schnell schnell ohne eigene Note, dafür darf man nicht zahlen.
    Die Fakten und wesentlich mehr konnte man Samstag schon lesen, auch ohne niederländisch Kenntnissen.

    GUte Berichte gibt es meist nur von MiKu. Ich finde es Jammer schade.

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  5. avatar jan sagt:

    Wir SegelReporter treten an, um die ganze Faszination zu zeigen. Die ruhige Seite aber lieber noch die laute. Geschichten, die Spaß machen, über die geredet wird.

    Szenen mit Wow-Effekt. Die attraktiven, mitreißenden Facetten des Sports sollen im Fokus stehen. Sie werden sichtbar bei Boris Herrmanns Mega-Glitsch im Southern Ocean, dem 49er-Ritt im Überdruck, einem Opti-Balance-Akt auf der Luvkante.

    Es soll um die Highlights des Sports gehen. Um die Persönlichkeiten und die schillernden Momente. Eben die Szenen, mit denen wir beim Nachwuchs auftrumpfen können. Man muss ja nichts beschönigen. Segeln ist einfach cool.

    Das steht im Leitgedanken von Segelreporter, die Realität, Cartoons von Mini’s und Videofundstücke…

    Gleichzeitig findet das Volvooceanrace statt über das nicht berichtet wird…und da gutbesetzte jede Menge Wow-Effekt…

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