Volvo Ocean Race: Warum die Frauen im Team SCA den Männern unterlegen sind

Das schwächere Geschlecht?

Es gibt verdammt viel zu tun auf diesen VO-Racern © team SCA

Es gibt verdammt viel zu tun auf diesen VO-Racern © team SCA

Das Damen-Team SCA konnte die männliche Konkurrenz bislang kaum fordern. Das liegt in der Natur der Sache, meint Judith Duller-Mayrhofer Textchefin der österreichischen “Yachtrevue”. Wird es bald eine Frauenquote beim VOR geben?

So viel Hoffnung. Sie hatten einen potenten Sponsor und ein mehr als ordentliches Budget. Sie durften die Baunummer Eins der neuen VOR-Einheitsklasse übernehmen und trainierten so lange am Wasser wie keine an­dere Truppe. Sie holten sich plan­mäßig Input von erfahrenen Spe­zialisten aus verschiedensten Bereichen, errichteten auf Lanza­rote ein Camp, durchliefen ein umfangreiches, ausgeklügeltes Programm.

Sie waren die Besten der Besten, aus­gesiebt aus über 350 Bewerberin­nen. Sie waren anders als die an­deren All-Female-Teams, die bislang am Volvo Ocean bzw. Whitbread Race teilgenommen hatten. Keine Randfiguren mit denkbar schlechten Vorausset­zungen, kein chancenloses B-Team, kein weiblicher PR-Auf­putz. Sie wollten Ernst machen und das Spiel mitspielen.Und jetzt das. Abgeschlagen lie­gen die Frauen vom Team SCA nach vier von neun Etappen auf dem vorletzten Rang des Volvo Ocean Race-Rankings. Nur Team Vestas Wind kassierte aufgrund einer Strandung und zweier darauf folgender DNS noch mehr Punkte.

Die besten Hochseeseglerinnen vereint auf einem Schiff. © team SCA

Die besten Hochseeseglerinnen vereint auf einem Schiff. © team SCA

Blutleere Erklärungsversuche

War es ihnen in der ersten Etappe noch im letz­ten Moment gelungen, die rote La­terne an das vor dem Ziel in einem Flautenloch parkende spanische Team Mapfre abzugeben, gingen sie in den nächsten Teilstüc­ken als Letzte über die Ziellinie. Der Rückstand auf den jeweiligen Sieger lag zwischen 13 Stunden und beinahe zwei Tagen. Das ist eine herbe Enttäuschung, darüber können die optimistischen Parolen, die weiterhin in Interviews und Po­stings abgegeben werden, nicht hinwegtäuschen. Die öffentlichen Erklärungsversuche für das schlechte Abschneiden klangen blutleer.

„Wir wachsen erst zusam­men und lernen mit jeder Etappe“, ließ etwa Crewmitglied Dee Caffari wissen, die einzige Frau, die den Erdball alleine und nonstop in bei­de Richtungen umsegelt hat. Mehr Gemeinplatz geht nicht. Kollegin Elodie Mettraux versuchte es diffe­renzierter: Man habe zwar zwei Jahre lang trainiert, aber kaum Wettkämpfe bestritten, meinte die gelernte Umweltingenieurin vom Genfer See, deshalb gäbe es an Bord keine Routine unter Stress. Und zudem könne der Großteil der Crew keine Volvo-Ocean-Race-Erfahrung vorweisen, was sich in vielerlei Hinsicht be­merkbar mache.

Es ist ein Knochenjob, ohne wenn und aber © team SCA

Es ist ein Knochenjob, ohne wenn und aber © team SCA

Beides mag zutreffen, ist aber nichts, womit SCA alleine da­steht. Auch die Gegner hatten im Vorfeld wenig bis gar keine Gele­genheit, sich unter Echtbedingun­gen im Rennmodus zu messen. Und die fehlende VOR-Erfah­rung? Da hilft ein Blick auf die Statistik. Okay, die meisten VOR-Veteranen an Bord hat das nicht umsonst zum Favoritenkreis zäh­lende Team Abu Dhabi, wo man es gemeinsam auf beachtliche 26 vorhergegangene Teilnahmen bringt. Aber der Schwenk zum anderen Ende der Skala enthüllt Erstaunliches. Dort liegt näm­lich mit mageren drei Teilnahmen die franco-chinesische Truppe Dongfeng derzeit im Zwischenklassement punktgleich mit der führenden Abu Dhabi auf Rang Zwei.

Fehlende VOR-Er­fahrung kann also offensichtlich mehr als wettgemacht werden.

Was hat die männliche Kon­kurrenz den Frauen dann vor­aus? SCA-Skipperin Samantha Davies spöttelte bei einer Pres­sekonferenz in Alicante, der einzige Unterschied zu den anderen Teams sei, dass ihre Crew an Bord Sport-BHs trage. Gut für einen Lacher, aber deutlich zu kurz gegriffen. Die Wahrheit, die niemand ausspre­chen will, lautet: Die Frauen sind schwächer.

Kurbeln bis zum Abwinken. © team SCA

Kurbeln bis zum Abwinken. © team SCA

Macht der Muskeln

Körperlich schwächer, wohlge­merkt. Eine Million Kilogramm an Gewichten hat jedes SCA-Mädel während der zehn Mona­te, die das Team gemeinsam im Trainingscamp auf Lanzarote verbrachte, in der Kraftkammer gestemmt; diese beindruckende Zahl war öfters in offiziellen Aussendungen zu lesen. Trotz­dem lassen sich die von der Na­tur vorgegebenen Grenzen nicht verschieben. Erwachsene Män­ner sind im Durchschnitt größer, schwerer und verfügen dank ihrer längeren Extremitäten über eine bessere Reichweite. Sie haben in Relation zu ihrer Kör­pergröße mehr Muskeln, größe­re Herzen und größere Lungen, zudem rund zehn Prozent mehr Hämoglobin im Blut und damit eine bessere Sauerstoffkapazität.

Sie sind den Frauen in allen Krafteigenschaften, also Schnell­kraft, Maximalkraft und Kraft­ausdauer, deutlich überlegen, und besitzen sowohl im aeroben als auch anaeroben Bereich eine bessere Ausdauerleistungsfähig­keit. Der sogenannte „Gender-Gap“, also der Unterschied zwischen den sportlichen Spitzenleistungen von Männern und Frauen, liegt im Schnitt bei zehn Prozent.

Aber wehe, wenn sie losgelassen! © team SCA

Aber wehe, wenn sie losgelassen! © team SCA

In Sprint- und Sprungdisziplinen sind Frauen aufgrund ihres tieferen Körper­schwerpunkts (bedingt durch das breitere Becken) besonders benachteiligt, da hinken sie um 20 % hinterher. Im Schwimm­becken profitieren sie von Stromlinienform des Rumpfs und besserem Auftrieb (bedingt durch höheren Fettanteil und niedrigeres Gewicht) und ver­ringern den Gender-Gap auf bis zu sechs Prozent. Schließen können sie die Schere in keiner Sportart.

Das Reglement im Volvo Ocean Race erlaubt deshalb reinen Frauen-Teams drei Crewmitglieder mehr; an Bord der SCA-Yacht werken elf, auf allen anderen Schiffen acht Per­sonen. Aber das kann die oben angesprochenen Nachteile nicht ausgleichen. Mehr als vier Hän­de haben an einer Winsch nicht Platz. Segel setzen, Segel trim­men – das dauert auf der SCA-Yacht länger. Bei einem Segel­wechsel müssen die Frauen mit bis zu 600 Quadratmeter großen und bis zu 300 Kilogramm schweren Teilen hantieren. Und wenn eine Wende oder Halse ansteht, gilt es sämtliche Ausrü­stungsgegenstände in das neue Luv zu wuchten; da kommt Gewicht in der Größenordnung von mehreren Tonnen zusam­men.

Und immer wieder ackern und wulachen © team SCA

Und immer wieder ackern und wulachen © team SCA

„In meinem ganzen Leben war ich noch nie so fertig“, gab Charles Caudrelier, Skipper des Überraschungsteams Dongfeng, zu, nachdem er sein Schiff in der dritten Etappe mit 13 Wenden die Küste Vietnams hoch ge­zwungen hatte. Kollege Charlie Enright vom ähnlich agierenden Team Alvimedica schrieb von der „härtesten Nacht in meiner Karriere als Segler“. Beide sind voll austrainierte Mannsbilder im besten Alter …

Erfolg wird im Segelsport von so vielen Faktoren bestimmt wie in kaum einer anderen Sportart. Frauen schneiden im Vergleich zu Männern am besten ab, wenn sie ein Boot im Alleingang über eine sehr lange Distanz bewegen. In diesem Setting ist nicht Maximal- son­dern Willenskraft das Thema, gefragt sind Zähigkeit, Disziplin, permanente Selbstmotivation und mentale Stärke. Davon ha­ben Seglerinnen im Überfluss. Herausragendes Beispiel ist die 1,60 m große und 50 kg schwere Ellen MacArthur, die 2001 in der Vendée Globe Rang zwei belegte und 2005 auf dem Tri­maran B&Q den Rekord für die schnellste Solo-Weltumseglung auf 71 Tage und 14 Stunden her­unterschraubte.

Selbstredend sind die Frauen von SCA ausgezeichnete Segle­rinnen. Das ist in ihren Lebens­läufen nachzulesen, das stellten sie auch bei den In-Port-Regat­ten unter Beweis. Mit guten Starts und kluger Taktik gelang ihnen vor Kapstadt ein dritter Platz, vor Abu Dhabi sogar ein Sieg. Aber auf den langen Etap­pen scheint die körperliche Verfassung der Protagonisten ein entscheidendes Teilchen im Puzzle zu sein. Sind alle anderen Teilchen gelegt, macht es den Unterschied aus.

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26 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Warum die Frauen im Team SCA den Männern unterlegen sind“

  1. avatar Alex sagt:

    Wir stellen uns hier am Schreibtisch gerade vor, wie die Quotenfrau das Boot dirigiert und die Muskelmänner, welche vom Gewichtheben und Strongmen abgeworben wurden, an den Kurbeln zerren und die Segel schichten.

    Ich halte die Idee der Quotenfrau für totalen Blödsinn.
    Gescheiter wär doch, man versucht eine ordentliche Frauenkonkurrenz aufzubauen.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Genau. Frauen könnten es auch einfach mal einsehen, daß sie gewisse Dinge besser in reinen Damendisziplinen betreiben anstatt diese unentspannte Quotenattitüde an den Tag zu legen.

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  2. avatar Finn Mrugalla sagt:

    Ein Aspekt, der in der Betrachtung nicht angsprochen wurde, ist das Gewicht. Wenn eine reine Frauen-Crew mit drei zusätzlichen Personen an Bord unterwegs ist, bedeutet das auch gleichzeitig, dass für drei Personen mehr Verpflegung (auch gefriergetrockneter Hundfutter-Verschnitt für 3-4 Wochen wiegt etwas), Bekleidung, Rettungmittel etc. mitfgeführt werden müssen.
    Ich kenne keine verlässlichen Zahlen dazu, aber wenn man sich die Fotos vom Beladen der Schiffe vor den Etappen anguckt, scheint das schon eine Menge zu sein. Und in dieser Hinsicht haben die Frauen dann einfach 37,5% mehr Zuladung als die Männer.
    Bei derart engen Abständen und minimalen Speedunterschieden dürfte das ein weiterer durchaus erheblicher Faktor sein, vor allem auf den Etappen mit hohen Leichtwindanteilen.

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Frauen haben aber auch einen geringeren Grundumsatz als Männer und müssen daher weniger essen.

      Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, daß die Teams dazu gezwungen werden müssen, unter-dreißigjährige mitzunehmen, obwohl die körperliche Leistungsfähigkeit der unter-dreißigjährigen weitaus besser ist als die derer über dreißig!

      http://www.mountainbike-magazin.de/sixcms/media.php/6/Leistungsf%C3%A4higkeit.jpg

      Ist die körperliche Leistungsfähigkeit am Schluß doch nicht so entscheidend?

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    • avatar Alex sagt:

      Die Männer haben zumindest einen Teil der zusätzlichen Frauenausrüstung auch mit an Bord, so dass es wohl keine gravierenden Gewichtsunterschiede gibt.

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    • avatar Fh-02 sagt:

      Die Rechnung hinkt aber etwas aufgrund des geringeren Durchschnittsgewichts der Frauen!

      Das Crewgewicht sollte sich nicht signifikant unterscheiden, denke ich.
      Und Ölzeug in Gr. S ist auch leichter als in Gr. XL…da werden die +37,5% auch nicht zutreffen.

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      • avatar Finn Mrugalla sagt:

        Das Crewgewicht der Seglerinnen selbst ist sicherlich mit dem der Männer vergleichbar, aber eine Rettungsinsel für 11 Personen, 3 zusätzliche Überlebensanzüge, mehr Essen etc ist halt schwerer als für 8 Personen…auch wenn Ölzeug in Größe M (kleiner dürfte wohl keine der Damen sein) leichter ist als in XXL

        @ Alex: Warum sollen die Männer denn bitte Ausrüstung für 11 Personen mitschleppen, wenn sie nur 8 sind? Falls du das auf die Ersatzausrüstung beziehst, so ist davon auszugehen, dass auch die Frauen Material für 11 Personen + X mitführen.

        Im übrigen hat auch die Skipperin in einem Interview gesagt, dass sie wohl mehr Gewicht durch mehr Ausrüstung an Bord haben werden und dadurch wohl einen Nachteil haben dürfen, siehe z.B.:
        http://static1.squarespace.com/static/518aa3eee4b04323d507b898/t/5199a664e4b0129583ba5b23/1369024100275/SRM+May+2013+Issue+Final+G.pdf
        (–> siehe Seite 23 unten)

        Ich meine, anlässlich des VOR 2001/02, bei dem neben der Illbruck mit Amer Sports 2 eine reine Frauen Crew teilgenommen hat, gelesen zu haben, dass der Gewichtsnachteil durch eine zusätzliche Person bei mehreren hundert kg liegt.
        Sicherlich ist eine Frau + Ausrüstung leichter als ein Mann + Ausrüstung, aber im Vergleich zwischen 8 Mann + Ausrüstung und 11 Frauen + Ausrüstung dürfte das Frauen-Boot schon merklich mehr Gewicht an Bord haben.

        Wie viel Prozent das genau sind, weiß ich nicht…vielleicht kann Carsten da ein paar belastbare Zahlen in Erfahrung bringen.
        Fakt ist ja aber, dass bei identischen Booten und langen Strecken nur Kleinigkeiten den Ausschlag geben (wie man an den Abständen bei den Zieleinläufen sieht).
        Wenn wir unterstellen, dass die Mädels das Boot genauso schnell geradeaus segeln können(und ich denke, davon kann man in Anbetracht der an Bord versammelten Kompetenz ausgehen) und nur bei den Manövern ein paar Meter verlieren, muss es ja noch einen anderen Grund geben, warum sie im direkten Vergleich zu den anderen Booten den Speed häufig nicht halten können.

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        • avatar Alex sagt:

          Die haben sogar 3 zusätzliche Schlafplätze mit auf dem Boot. Die Veranstalter haben sicht tatsächlich schon im Vorfeld Gedanken über die Gewichtsunterschiede bei der Ausrüstung gemacht und das im Regelwerk geregelt. Das Problem ist tatsächlich nicht neu.

          Riskiere also gerne mal einen Blick ins Regelwerk und deine Bedenken lösen sich in Luft auf.
          Es gibt auch irgend wo ein Video, wo die Maßnahmen zu gleichem Kampfgewicht schön erklärt werden.

          Nur wie das mit dem Mampf ist? Ob die jeden Tag 3 Rationen den Fischen fütter müssen? Dass weiß ich jetzt nicht mehr.

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          • avatar Finn Mrugalla sagt:

            In Bezug auf Schlafplätze, Rettungsinsel etc. hast du wohl recht, an anderer Stelle wird in den Listen der vorgeschriebenen Minimalausstattung aber explizit zwischen Crews mit 8 oder 11 Personen unterschieden, z.B. bei den Rettungswesten, von denen jeweils eine mehr mitzuführen ist als Crewmitglieder an Bord sind.

            Ich lasse mich ja gerne eines Besseren belehren, aber in diesem Fall habe ich mir das Problem mit dem zusätzlichen Gewicht ja nicht alleine ausgedacht, sondern selbst die Crew hat dieses Problem im Vorfeld bereits erwartet (siehe den o.g. Bericht) und auch eine australische Freundin von mir, die mit einigen der Crewmitglieder von SCA befreundet ist und daher eine Reihe von Insider-Informationen haben dürfte, spricht davon, dass trotz aller Maßnahmen ein merklicher Gewichtsunterschied bestünde.

            Nic fliegt demnächst zum Inport-Race und Start nach Auckland, weil sie dort als Journalistin akkreditiert ist. Ich werde sie fragen, ob sie ein paar einigermaßen konkrete Zahlen in erfahrung bringen kann 😉

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          • avatar Alex sagt:

            Jetzt nehmen wir mal an, dass deine mehreren hundert kg pro zusätzlicher Person den Tatsachen entsprechen.
            Dann währen wir folglich bei einem Mehrgewicht von über einer Tonne!
            Über dem Kiel gestaut sicher einfach nur schlecht für die benetzte Fläche.
            Jetzt ist das aber alles trimmbares Gewicht, das meistens soweit wie möglich in luv gestaut wird.
            Glaubst du nicht auch, dass die Männer auf die Barrikade gehen würden, wenn die Frauen über eine Tonne mehr Gewicht zum aufrechten Segeln verlagern dürften?

            Ich denke, bei den Lasten ist das Problem. Ich bin schon öfter an einem Grinder gestanden und Du?
            Wenn man über 3-4 Wochen bei jedem “Trimm” nur 1-2 sec. langsamer ist wie der Gegner, wird man in der Summe einfach verlieren. Derjenige wo nach einer Wende sein Boot auch mit sämtlichem, trimmbarem Ballast am schnellsten auf eine optimale Schwimmlage einstellt wird ebenfalls bei jedem Manöver ein paar Meter gut machen und hat auf Dauer die Nase vorne, solange er nicht strategisch und taktisch patzt.

            Darin sehe ich auch den Kampf auf Augenhöhe bei den Inports. Da wird schon mal nichts gestaut, wo Zeit kosten kann und der Verlust bei denn Manövern ist marginal.
            Da zählt einzig das Können.

            Und deshalb ist das einzig gerechte Segeln in 2 Wertungsgruppen. Möglicherweise hat SCA ja den Werbermarkt etwas wachgerüttelt und man verspricht sich mit weitern Frauenteams einen höheren ROI als bei den Männern. Die müssen bekantlich gewinnen oder stranden für Werbezeit.

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          • avatar Finn Mrugalla sagt:

            Ja, ich habe schon am Grinder gestanden und auch andere körperliche Jobs an Bord wahrgenommen.

            Die Lasten am Grinder sind definitv ein ganz zentraler Punkt und wohl der Hauptgrund, warum die Frauen nicht wirklich konkurrenzfähig sind, da müssen wir gar nicht drüber streiten.
            Auch die Männer wissen, dass es so ist und dass sie durch ihre physische Überlegenheit den Vorteil, der möglicherweise aufgrund des zusätzlichen trimmbaren Ballasts besteht, locker ausgleichen. (der Ballast relativiert sich im Übrigen im Laufe der Zeit, wenn das Essen weggefuttert wird)
            …falls es tatsächlich so wäre, dass SCA domieren würde, dann wäre das Geschrei in jedem Fall groß. Aber solange die Mädels hinterher segeln, sagt doch keiner was.

            Der Aspekt mit dem Gewicht kommt dann zur Geltung, wenn die Bedingungen nicht so sind, dass der Trimm körperliche Anstrenungen bis an die Belastungsgrenze oder Manöver im Stundentakt erfordert (sprich bei konstantem Leichtwind). Und auch davon gab es in diesem Rennen deutliche Anteile, aber ohne dass SCA sich dort hätte absetzen können, sondern meist sogar verloren hat.

            Bei dem letzten Punkt stimme ich dir uneingeschränkt zu…auch ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass eine reine Frauen-Crew auf einem modernen Offshore-Racer jemals gegen eine qualitativ gleichwertige Männer-Crew bestehen kann. Ein VOR ist auch für Männer eine sportliche Höchstleistung, bei der letztlich zu großen Teilen die körperliche Leistungsfähigkeit über Sieg und Niederlage entscheidet. Und in dieser Hinsicht bestehen einfach Unterschiede, wie der Artikel zutreffend beschreibt.
            In keiner anderen Sportart, bei der es auf physische Belastbarkeit im Grenzbereich ankommt, treten Frauen in der gleichen Wertung an wie Männer…
            Deshalb würde eine reine Frauen-Wertung schon Sinn machen (wobei momentan wohl noch das Problem einer zu geringen Beteiligung bestünde)
            …die Mädels segeln ja auch 49er FX bzw. Laser Radial und nicht 49er oder Laser mit Gewichtsweste oder einer zusätzlichen Person

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      das ist ein wichtiger aspekt. hatte ich noch gar nicht dran gedacht. das zusätzliche gewicht durch die ausrüstung ist sicher ein nachteil

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  3. avatar steehl sagt:

    Zitat: “Die Seglerinnen würden in interessanten Posi­tionen Kompetenz zeigen und Fähigkeiten in die Gruppe ein­bringen, die Frauen über Jahr­tausende hinweg verfeinert haben. Klugheit. Intuition. Entscheidungsfreude. Kommu­nikationsgabe. Kreativität. Das Kurbeln könnten sie jenen überlassen, die dafür wie gemacht sind. Den Männern.”

    Das ist ja mal wieder eine typische Gender-Presspackung. Sicher sind ganz viele Frauen klug, intuitiv, entscheidungsfreudig, kommunikativ und kreativ, aber Männer eben genauso. Das ist hier das Problem: Männer und Frauen können alles gleich gut, nur nicht kurbeln und packen – das können Männer besser. Deshalb gibt es absolut keinen Grund, Frauen in die Teams aufzunehmen, zumal dann die Männer ja noch mehr kurbeln müssen und sich weniger abwechseln können.

    Ich hätte einen ganz anderen Vorschlag: einen weiteren Grinder (das Kurbelpaar, nicht den Bediener) auf das Frauenschiff – dann könnten sie ihr Mehrpersonal auch nutzen. Beim Umpacken müssten 3 mehr ja die geringere Kraft ausgleichen können.

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    • avatar Alex sagt:

      genau weil es “keinen Grund gibt [..] Frauen mitzunehmen”, macht die Quote ja erst Sinn. dann halt halt jedes Team welche an Bord und niemand ist im Nachteil. ohne Quote bleibt’s eine Männerveranstaltung, weil man sich sonst um die Siegchancen bringt.

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  4. avatar hmitter sagt:

    gerade dass SCA in den Inport-Races mehr punktet als auf den regulären Etappen, beweist doch, dass es gerade nicht um Kraft geht, sondern darum auf der geraden Strecke maximalen Speed zu finden!
    Im Inport muss alle paar Minuten gewendet/gehalst werden und genau dafür wird Kondition und Kraft gebraucht; bisher konnte das Team immer nur durch glückliche/gute Navigationsentscheidungen punkten; sobald es darum geht, geradeaus Meilen zu machen, fallen sie immer(!) kontinuierlich zurück und das nie in den Manövern selbst (siehe in-port);
    sie sind schlicht und ergreifend immer dann, wenn es NICHT um kraft geht, rund einen Knoten langsamer und das nennt man schlechter segeln…:-(

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    • avatar Alex sagt:

      die in ports sind sicher schwer zu vergleichen mit den Etappen. es gibt zwar viele Manöver aber dafür muss nicht gestackt werden, es sind alle 8 Männer bzw. 11 Frauen an Deck und nach einer Stunde ist alles vorbei.

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    • avatar Finn Mrugalla sagt:

      Wie kommst du zu der Annahme, dass langsamer wären, weil sie schlechter segeln würden?

      Genau das glaube ich nämlich gar nicht. Sie hatten eine lange, gründliche Vorbereitung, sollten ihr Boot gut genug kennen und haben eine Crew, die ausschließlich aus erfahrenen und erfolgreichen Seglerinnen besteht. Ich denke, es wäre ungerecht und unzutreffen, davon auszugehen, dass sie einfach konstant schlechter segeln würden!

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  5. avatar Alex sagt:

    finde die Idee gut. ob es funktioniert weiß man erst nachdem man es ausprobiert hat. alles andere sind Vorurteile.

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  6. avatar fabian sagt:

    Dongfeng hat Boot #1…

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  7. avatar pl_stefan.pastoor sagt:

    Ein sehr interessanter Beitrag!
    Ich möchte Teams ausschließlich mit Frauen in Zukunft nicht vermissen. Eine weitere technische Herausforderung sehe ich darin, das Equipment für Frauen zu verbessern: Die komplette Ausstattung von Booten und für viele andere techn. Geräten ist derzeit noch ausschließlich für Männer und deren Ansprüche entwickelt. Das muss verbessert werden um Chancengleichheit, Attraktivität und Markt zu generieren.
    Gruss aus Bremen.

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    • avatar steehl sagt:

      Aber es ist doch schon alles pink 😉 ! Wenn ich in andere Sport-Branchen gucke, dann ist der wirkliche Unterschied zwischen dem Frauen- und dem Männerkram die Farbe und für Frauen gibt es noch Blümchen. Ansonsten ist bei gleichem Anspruch alles gleich. Anders wird es, wenn der sportliche Anspruch anders definiert ist. Dann reicht natürlich auch leichteres / einfacheres Material. Aber sollen denn hier die Damen mit einer Class40 antreten, nur weil dann alles leichter ist?

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  8. avatar vansmieten sagt:

    warum ist dies thema so interessant, daß hier gleich 30 leute posten? ist es nicht ein ewiges thema? sich als mann mit einer frau sportlich zu messen, ist quatsch -siehe oben.trotzdem die sca-frauen teilnehmen zu lassen, ist wohl eher für den sponsor interessant, denn dem ist wohl klar, daß die damen hinterherfahren werden -und trotzdem sind sie immer im gespräch! das war nie anders. nicht, daß man mich falsch versteht- ich mag frauen und auch frauenbewegung, vor allem die rhytmische…..hihihi, nein spaß beiseite- VOR für reine frauenteams wird es nie geben, weil sich dann kein sponsor findet und es so viele hochseeregattafrauen wohl nicht gibt, oder?

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  9. avatar dubblebubble sagt:

    “…warum ist dies thema so interessant, daß hier gleich 30 leute posten?…”

    Es ist Monatsanfang und da gibt es Lesegutscheine vom Amt. ^^

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  10. avatar pjotr sagt:

    frauen an bord: sexueller proviant

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  11. avatar ... sagt:

    Ich bin mir sicher das es Möglichkeiten gibt es für die Frauen leichter zu gestalten und das auch auf den akutellen Schiffen. Sie könnten mehr übersetungen fahren, oder grinder mit anderen Abstufungen, das müssen sie zwar mehr kurbeln aber mit weniger Kraft. Und es gibt auch berichte das sehr lange hohe belastungen von Frauen beinahe gleichgut wie die von Männern beweltigt werden können.

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