World Cup Weymouth: Leistungssprung bei Kohlhoff/Werner – Rivalität der Nacra17 Duos

Suche nach der Unbekümmertheit

Guter Start von Kohlhoff/Werner GER 211 in Lee:

Kohlhoff/Werner haben den Auftakt des Nacra17-Duells um die Olympia-Fahrkarte klar für sich entschieden. Nach drei Rennen liegen sie auf Rang drei. Aber Erichsen/Spitzmann lassen mit einem Tagessieg nicht locker.

Erichsen/Spitzmann beim Gennaker-Set in Weymouth. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

Erichsen/Spitzmann beim Gennaker-Set in Weymouth. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

Paul Kohlhoff und Carolina Werner sind beim Sailing World Cup im britischen Weymouth ganz stark aus den Startblöcken gekommen. Nach der Serie 4/3/5/9 liegen sie auf Position drei im Feld der 20 Boote kleinen Nacra17 Flotte.

Schon an diesem ersten Tag schien sich eine Vorentscheidung im Duell mit Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann anbahnen zu können. Denn die Flensburger sammelten mit den Plätzen 7/14/16 viele Punkte. Aber mit einem Tagessieg in Rennen vier zeigten sie das Potenzial und erreichten Schadensbegrenzung.

Dennoch liegt ein Kraftakt vor den Nacra17-Späteinsteigern. Denn sie müssen nicht nur die Top Ten schaffen, sondern am Ende auch noch drei Plätze vor ihren Rivalen liegen. Der Rückstand ergibt sich aus der Gesamtwertung der bisherigen drei Rennserien (EM, WM 2015, World Cup Hyéres 16).

Gegner kamen aus dem Nichts

Zuletzt hatten sie klare Vorteile gegenüber den Gegnern aus Kiel. Kohlhoff/Werner konnten im Olympiajahr bisher noch nicht an die sensationelle Saison 2015 anknüpfen, bei der ihnen durch WM-Platz fünf die deutsche Nationen-Quali für Rio geglückt war. Aber bei den internationalen Wettkämpfen 2016 folgten nur noch die Plätze 17 (Miami), 27 (WM), 25 (Palma) und 18 (Hyéres).

Carolina Werner verstaut das Vorsegel. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

Carolina Werner verstaut das Vorsegel. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

Mit dem Druck der finalen Olympiaqualifikation schien den Aufsteigern die Puste auszugehen. Denn plötzlich hatten sie sich auch mit einem Gegner auseinanderzusetzen, der so unverhofft aus den Nichts kam wie sie selbst ein Jahr zuvor. Und Erichsen/Spitzmann legten sogar eine noch steilere Entwicklung hin. 2016 lagen sie bei allen vier Events vor den Kontrahenten. Das Blatt wendete sich.

Die plötzliche Duell-Situation schien Eindruck auf die Kieler zu machen. Es ist kein ungewöhnlicher Vorgang bei jungen Spitzenseglern. Sehr oft geht nach schnellen Erfolgen die Unbekümmertheit verloren. Plötzlich spielt der Kopf eine größere Rolle. Wie haben wir das nur gemacht, als es so gut lief? Verkrampfung setzt ein.

Konkurrenten im Blick

So mag es zum Leistungsabfall 2016 gekommen sein. Besonders bei der vermeintlich finalen Qualifikation in Hyères wurde es ganz eng. Sie hatten die Konkurrenten im Blick, die an der Spitze das Rennen ihres Lebens segelten und den Rio-Spot endgültig zu holen drohten.

Erichsen/Spitzmann beim Gennaker-Set in Weymouth. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

Erichsen/Spitzmann beim Gennaker-Set in Weymouth. ©Pedro Martinez / Sailing Energy

So begannen sich beide deutschen Teams zu beharken. Insgesamt drei Proteste wurden gegeneinander ausgesprochen. Die Jury verteilte schließlich aber keine Strafen. Dennoch war die psychische Belastung hoch. Und besonders Erichsen/Spitzmann fielen von ihrem Spitzenplatz auf Rang 13 zurück.

Der Rückstand war schließlich zu groß. Die Flensburger hätten Platz drei statt 13 benötigt, um in der Nationenquali unter die Top Ten zu kommen. So rutschten sie in der Gesamtwertung auf Rang 14 ab. Für Kohlhoff/Werner hätte es Rang neun sein müssen in Weymouth, sie wurden aber 19. und damit 12. in der Nationenwertung. Holland (Sieg in Hyères) und Argentinien zogen in Frankreich noch an beiden deutschen Teams vorbei.

Aber das ist Vergangenheit. Nun sind die Karten neu gemischt. Und der Auftakt in Weymouth macht Hoffnung, dass in Rio doch noch ein deutsches Nacra17-Team an den Start gehen darf.

Das rote Leibchen für Kohlhoff/Werner nach dem ersten Renntag. ©Jesús Renedo / Sailing Energy

Das rote Leibchen für Kohlhoff/Werner nach dem ersten Renntag. ©Jesús Renedo / Sailing Energy

Wilhelm vorne

Die übrigen Olympiaklassen rücken in Weymouth aus deutschem Blickwinkel etwas in den Hintergrund. Die Konkurrenz ist nicht in allen Disziplinen auf höchstem Niveau. So hat Toni Wilhelm bei den Surfern mit zwei Chinesen eigentlich nur zwei Gegner auf Augenhöhe. Aber Aichen Wang ist immerhin Vize-Weltmeister von 2015 und ein echter Gradmesser. Wilhelm liegt in Führung und versucht, verlorene Match Praxis nach einer Verletzung aufzuholen.

Toni Wilhelm versucht, sich im kleinen Surfer-Feld in Rio-Form zu bringen und führt das Feld an. ©Marina García / Sailing Energy

Toni Wilhelm versucht, sich im kleinen Surfer-Feld in Rio-Form zu bringen und führt das Feld an. ©Marina García / Sailing Energy

Interessant ist auch noch der Blick zum stark besetzten 470er Feld, in dem sich die Olympiastartet Gerz/Szymanski in Olympia-Form bringen wollen. Der Auftakt ist mit den Plätzen 14/10/10 (Gesamt 14.) aber noch etwas schleppend verlaufen.

Ergebnisse World Cup Weymouth

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „World Cup Weymouth: Leistungssprung bei Kohlhoff/Werner – Rivalität der Nacra17 Duos“

  1. avatar Michael Kreuzer sagt:

    Peinlich dass ihr Archivfotos verwendet die wahrscheinlich aus 2015 stammen und mit dem aktuellen Klassement nichts zu tun haben.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 4

  2. avatar Fakt sagt:

    War es Verkrampfung (SR) oder auch einfach nur ein Gesundheitsproblem von Carolina Werner, die Probleme mit den Mandeln (OP) und einem Weisheitszahn hatte, was sich zwischenzeitlich leider auch in den Ergebnissen niederschlug. Inzwischen ist sie wieder fit, wie es ja auch die Weymouth-Ergebnisse sehr deutlich zeigen.

    SR sollte sorgfältiger recherchieren, statt Küchenpsychologie zu betreiben.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 4

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