Wann verlässt man ein Boot? Profisegler-StartUp will die Antwort darauf hinauszögern.

„Ein Rumpf, der nicht voll Wasser laufen kann, kann auch nicht sinken.“

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, das zu sinken drohende Schiff zu verlassen? Ein deutsches StartUp hat ein System entwickelt, welches diese Frage mit einer Sicherheitsreserve weit nach hinten stellen soll. Dahinter steckt viel seglerisches und technisches Know-How. 

Wann gibt man sein Boot auf? © Screenshot Produktfilm

 

Wer segelt, kennt die theoretische Frage, die irgendwann sehr konkret werden kann: Wann ist der Moment gekommen, das Boot aufzugeben? Die Antwort darauf fällt selten eindeutig aus. Zwischen strukturellem Schaden, eindringendem Wasser und wachsender Unsicherheit spielen auch Erfahrung, Bauchgefühl und Risikobewertung oft eine Rolle. Gerade vor ein paar Tagen war der deutsche Skipper Kai Linnenbrügger vor den Kanaren in einer solchen Situation und musste das Boot nach einer UFO-Kollision aufgeben. Solche und andere Fälle sind der Grund für ein neu entwickeltesSystem.

Simple Idee, ausgeklügeltes System

Swib – kurz für „Safety Water Inflatable Buoyancy“ – verfolgt einen ebenso klaren Ansatz: Boote sollen im Ernstfall nicht sinken. Statt erst dann aktiv zu werden, wenn die Crew bereits in die Rettungsinsel umsteigt, setzt das Konzept früher an – als Auftriebsreserve des Schiffes selbst, auf welche in Notsituationen zurückgegriffen werden kann.

© Swib

Gegründet wurde das Startup von drei Persönlichkeiten, die unterschiedliche berufliche Hintergründe mit einer entscheidenden Gemeinsamkeit verbinden: jahrzehntelange Erfahrung auf dem Wasser. Jan Schoepe, studierter Architekt und strategischer Teamleiter für komplexe Superyacht-Interieurprojekte, bringt nicht nur konstruktives Verständnis mit, sondern auch mehr als 30 Jahre Regattaerfahrung – von olympischen Kampagnen über Match Racing bis hin zum America’s Cup und professionellem Offshore-Rennsport.

Dr. Maximilian Miller ist promovierter Bioinformatiker mit Expertise im Bereich Medical-Tech und Künstlicher Intelligenz. Parallel dazu ist er leidenschaftlicher Segler und Vizeweltmeister der Double Handed ORC World Championship 2025. Sein Ansatz: die Lücke zwischen Hochtechnologie und Segelpraxis zu schließen.

Komplettiert wird das Gründerteam durch Nico Hamm. Aufgewachsen an der Küste, geprägt von einer Familie mit maritimer Tradition, ist seine Verbindung zum Meer biografisch gewachsen. Beruflich als Banker tätig, gilt seine eigentliche Leidenschaft dem offenen Wasser.

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