Gerade erst schien es, als könne der America’s Cup das zuletzt schwierige Fahrwasser verlassen und mit der ersten Regatta des neuen Zyklus im Mai neu und besser durchstarten. Nun droht Ben Ainslie großer Ärger. Seine ehemalige Männerfreundschaft mit Jim Ratcliffe wird immer toxischer.

Der britische Challenger of Record, Athena Racing, startete die Vorbereitung für den 38. America’s Cup in den vergangenen Tagen auf Sardinien mit einer Kenterung. Nun drohen der neuerlichen Kampagne von Ben Ainslie weitaus größere Probleme. Denn anders als gedacht, ist der Streit zwischen ihm und dem Finanzier der vergangenen Kampagne, Jim Ratcliffe, offenbar noch nicht ausgestanden.
The Daily Telegraph hatte am Samstag zuerst darüber berichtet. Die Schlagzeile: „Sir Jim Ratcliffe leitet rechtliche Schritte ein, um Ben Ainslie zur Rückgabe des 180 Millionen Pfund teuren Bootes zu zwingen“. Sie hatten es gemeinsam für den letzten America’s Cup gebaut, den Louis Vuitton Cup damit gewonnen und dem Team New Zealand einen Kampf fast auf Augenhöhe um den 37. America’s Cup geliefert.

So nahe war ein britisches Team dem Sieg noch nie gekommen. Anstatt danach aber gemeinsam den nächsten Schritt für einen endgültigen Erfolg des Projektes zu gehen, fiel die Partnerschaft auseinander und führte sogar zu einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht. Ratcliffe kündigte an, künftig ohne Ainslie an den Start gehen zu wollen, zog sich dann aber mit INEOS Britannia doch zurück.
Damit schien der Streit ausgefochten, auch wenn man sich Sorgen um Ainslie machen musste, weil ihm nun der Geldgeber fehlte. Doch schließlich verkündete er einen Tag vor Weihnachten den Ersatz: Oakley Capital würde die zukünftigen Rechnungen übernehmen. Peter Dubens (59) steht hinter der von ihm 2002 mitgegründeten Private-Equity-Investmentfirma Oakley Capital, die über ihre Fonds und Portfoliostrukturen rund 13 Milliarden Euro Vermögen verwaltet. Er war schon an Ainslies erstem America’s-Cup-Abenteuer Land Rover BAR bei den Regatten in Bermuda 2017 als Investor und Vorstandsmitglied beteiligt.

Damit schien der weitere Weg für den Aufbau eines neuen, starken Teams geebnet, zumal mit der America’s Cup Partnership (ACP) das Spielfeld mit vermeintlich besseren Chancen für alle Teilnehmer geschaffen wurde.

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