Unter Segeln anlegen sorgt in den Häfen oft für große Bewunderung. Wie schnell aus Bewunderung Mitleid entsteht, zeigen diese schwedischen Segler, die das Manöver mit sehr sportlicher Geschwindigkeit machen. Was heißt Restfahrt eigentlich auf Schwedisch?
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Præstø Havn liegt im Südosten der Insel Sjælland in dem schönen und idyllischen Præstø-Fjord. Von Schweden ist es hierher nur ein Katzensprung, weshalb in dieser Region sehr häufig Segler mit der blaugelben Flagge Nationalen am Heck zu sehen sind.
An einem schönen Sommertag mit einer leichten Brise erreicht wie jeden Tag ein Segelboot aus Schweden die Hafeneinfahrt. Da die Crew unter Segeln einläuft, zückt ein Hafenbesucher mit Namen Henrik Jarltoft sein Smartphone in Erwartung, dass er ein schönes Video von einem Anleger unter Segeln aufnehmen kann. Das Video nimmt er zwar auf, „schön“ ist es leider nicht geworden, dafür aber Aufmerksamkeitsstark. Und das hat einen Grund, der in der deutschen, dänischen und schwedischen Sprache gleich klingt: „Restfahrt“ (D), bzw „restfart“ (DK, SWE). Restfahrt bezeichnet in der Schifffahrt die nach dem Wegfall des Antriebs noch vorhandene Geschwindigkeit eines Schiffes, die durch seine Masse und Trägheit erhalten bleibt. Das Schiff bewegt sich also weiter, obwohl keine Vortriebskraft mehr wirkt oder diese deutlich reduziert wurde.
Eigentlich ist die Restfahrt eine tolle Sache. Sie hat allerdings einen Haken: sie muss sehr genau eingeschätzt bzw vorausberechnet werden. Faktoren wie Geschwindigkeit, Windstärke, Windrichtung, Kurs, restliche Segelfläche und das allgemeine Verhalten des Bootes spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ist zu wenig Restfahrt vorhanden, verhungert man auf dem Weg zum Ziel, ist zu viel vorhanden, kann man häufig schon mal nach dem Epoxi-Repair-Kit suchen.

Im diesem Video klar erkennbar, und das schon sehr früh: es ist zu viel Restfahrt vorhanden, und zwar wesentlich zu viel. Beim Einbiegen in die Box denkt man als Betrachter zunächst, dass man gleich einen aufheulenden Motor beim Aufstoppen hören wird. Aber nein – das passiert nicht. So kommt es dazu, dass das Aufstoppen in diesem Fall vom Steg selbst übernommen wird, und das ziemlich hart.
Dabei fallen besonders zwei Details auf:
Es kommt überhaupt keine Hektik oder Panik bei den jungen Schweden auf. Eigentlich müsste jeder an Bord wissen, was passiert – spätestens, als die Albin Epress an den Heckdalben vorbeifährt und dabei eine immer noch stattliche Anzahl an Knoten auf der Logge hat, würde man nach irgendetwas greifen, um sich für den Aufprall vorzubereiten. Stattdessen aber geht der Mann auf dem Vorschiff fast schon entspannt zum Bug, um dort mit einem ausgestreckten Bein abzuhalten. Übrigens: Keine gute Idee, denn Stege als auch Boote halten mehr aus als Beine und wenn solch eine Situation eine Sollbruchstelle fordert, wird das immer das Bein sein.
Wie zur Hölle hat das Crewmitglied auf der Backbordseite bei dem Speed den Palstek der Achterleine über den Dalben gelegt? Hut ab!
Zum Glück ist bei dieser Sache nichts Schlimmes passiert, außer vermutlich einem Sachschaden. Deshalb schließen wir uns dem Ersteller des Videos an und sagen: Velkommen til Præstø!

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