Sextant, Papierkarte, Windfahne – und Starlink. Beim Golden Globe Race sollen die Segler technisch im Jahr 1968 bleiben, während wir ihnen 2026 rund um die Uhr zuschauen können. Mit dem neuen „Live Window“ wagt Don McIntyre eine Weltpremiere, die – so paradox sie sein mag – perfekt zu diesem herrlich widersprüchlichen Rennen passt.
Am Sonntag wird es ernst. Dann verlassen die Teilnehmer des Golden Globe Race Les Sables-d’Olonne und machen sich auf eine Reise, die bei den Schnellsten ungefähr sieben Monate dauern soll, bei anderen womöglich acht oder neun – falls sie überhaupt wieder segelnd in Les Sables ankommen. Das Prinzip dieser außergewöhnlichen Weltumseglungs-Regatta haben wir bei SR bereits mehrfach beschrieben (zuletzt hier): solo und nonstop um den Globus, auf alten Serienyachten, Navigation mit Sextant, Chronometer und Papierseekarten, kein Wetterrouting und so gut wie nichts von all dem digitalen Zauber an Bord, ohne den sich ein moderner Offshore-Profi inzwischen vermutlich schon auf dem Weg von Lorient rüber zur Insel Groix etwas nackt vorkäme. Rund 30.000 Seemeilen solo und nonstop um die Welt, technisch möglichst nahe an jener Epoche, in der Robin Knox-Johnston 1968/69 als Erster den Globus umrundete.
Und jetzt das: Ausgerechnet bei dieser Regatta hält nun Starlink Einzug. Nicht heimlich und auch nicht ein wenig, sondern mit Kameras, Satellitenantenne, Live-Regie, biometrischen Daten und einem YouTube-Kanal, der im Idealfall acht Monate lang rund um die Uhr laufen soll. Willkommen beim Golden Globe-Race 2026.

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