Hightech kann jeder! Beim Golden Globe Race setzen 16 Unerschrockene lieber auf Sextant, Papierkarte und jahrzehntealte Langkieler – und nehmen dafür eine der härtesten Herausforderungen des Hochseesegelns in Kauf. Dass beim derzeitigen Prolog gleich mehrere von ihnen am vorgeschriebenen Wegpunkt vorbeisegelten, verleiht dem Retro-Abenteuer schon vor dem Start eine gewisse Würze.
Eigentlich ist es nur die Generalprobe. Ein paar Tage segeln auf dem Atlantik, Systeme testen, Kommunikation überprüfen, noch einmal schauen, ob Mensch und Boot tatsächlich miteinander klarkommen. Am 6. September wird es ernst, dann starten die Teilnehmer des Golden Globe Race in Les Sables-d’Olonne zur Einhand-Nonstop-Weltumseglung. Rund 30.000 Seemeilen, einmal um den Globus, sieben, acht, vielleicht neun Monate allein auf See – was soll da bei einem kleinen Prolog schon schiefgehen?

Nun, Dramen passieren da gerade nicht. Aber so ein kleines Augenzwinkern kann man sich einfach nicht verkneifen: Beim derzeit laufenden SITraN Challenge, dem obligatorischen Prolog vor dem Golden Globe Race, haben offenbar gleich mehrere Teilnehmer einen vorgeschriebenen Wegpunkt nicht korrekt passiert. GGR-Organisator Don McIntyre sprach in seiner gewohnt dezenten Art auf Facebook von einem „Big Upset“ und bis zu fünf Kandidaten, denen theoretisch die Disqualifikation drohe.

Glücklicherweise ist es nur ein Test. Und irgendwie könnte man sich keinen passenderen Auftakt für das Golden Globe Race ausdenken. Denn in wenigen Wochen sollen dieselben Segler ohne moderne elektronische Navigation um die Welt segeln. Mit Papierkarten, Sextant und Chronometer, ohne GPS-Position auf dem Plotter oder Wetterrouting, ohne ständig aktualisierte GRIB-Files. Stattdessen Sonne schießen, rechnen, koppeln – und gelegentlich vielleicht hoffen, dass die Insel dort vorn auch wirklich jene ist, für die man sie hält. Also: Vorhang auf für das Golden Globe Race 2026.

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