Stephan Bodens Kolumne: Die Zeit ist vermutlich noch nicht reif, neue Segler zu machen.

Eine Idee ist auf Tiefe gegangen

In den letzten Woche habe ich telefoniert, versucht, Player aus der Branche zusammenzubringen. Ich hatte eine Idee im Gepäck und wollte herausfinden, ob die Zeit dafür reif ist. Vermutlich ist sie das nicht, was allerdings weniger an der Idee liegt, sondern an der Bereitschaft, neu zu denken.

 

© Stephan Boden

Ich hatte eine Idee. Eigentlich sogar eine ziemlich einfache, deren Grundansatz ist: Wenn wir mehr Menschen zum Segeln bringen wollen, müssten wir einmal aufhören, darüber nachzudenken, wer dabei vorne auf dem Plakat steht. Kein Verband, kein Medium, keine Messe und kein Hersteller müsste daraus sein eigenes Projekt machen. Man müsste sich einfach einmal gemeinsam an einen Tisch setzen und dabei nicht einmal überlegen, wie man Menschen dazu bringt, diesen einen Gedanken zu haben: Ich will segeln. Denn dafür hatte ich bereits eine Idee parat, eine Lösung, die ohne Kosten eine enorme Reichweite erzielt hätte. Und zwar nicht nur bei Menschen, die zur Zielgruppe gehören sondern vor allem bei denen, die ich als „Sehnsuchtsliebende“ bezeichne, und aus der man viele Menschen in die Zielgruppe holen könnte. 

Mittlerweile weiß ich, dass das keine Aussicht auf Erfolg haben kann. Und das hat Gründe.

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4 Kommentare zu „Stephan Bodens Kolumne: Die Zeit ist vermutlich noch nicht reif, neue Segler zu machen.“

  1. Lasse

    sagt:

    Ich bin mir gar nicht sicher ob ich das Will. Segeln wie campen als Massenbewegung. Ich fand campen vor 20 Jahren besser als heute. Die schönen Plätze sind alle ausgebucht oder zu Massenplätzen umgebaut. Wenn man es wie früher Möchte muss man entweder sehr weit fahren oder in die Nebensaison ausweichen.
    Ich habe viele Leute ans segeln herangeführt und einige ganz wenige davon sind auch dauerhaft geblieben, und das werde ich auch weiter machen.
    Aber wünsche ich mir das segeln eine Massenbewegung wird? Ich glaube eigentlich nicht.
    Ich bin froh um niedrige Gebrauchtbootpreise, und die Möglichkeit ohne jahrelange Wartezeit einen Liegeplatz zu bekommen.

    1. Grasbrook

      sagt:

      Mein Eindruck ist, dass wir ohne eine Massenbewegung demnächst den Laden zumachen können. In den Vereinen, die ich kenne, herrscht ein Nachwuchsproblem. Bei den Regatten, die ich kenne, ist das auch so. Das heißt: Die Infrastruktur unseres Sports droht, kaputt zu gehen. Was wiederum den Sport unattraktiver machen würde, weil ohne Vereine, die Häfen, Winterlager und Regatten betreiben, nur noch teure Marinas, Werften und High-End-Veranstaltungen für Profis bleiben. Die Gefahr, dass so viele Leute ins Segeln strömen, dass es für uns unattraktiver wird, sehe ich zumindest im Moment noch nicht.

  2. PL_info105

    sagt:

    Das Boot sehe ich als kleineres Problem. Aktuell sind die Liegeplätze schon sehr begrenzt und z.T. mit langen Wartezeiten verbunden. Wenn die Sommermonate weiterhin so trocken bleiben verschärft sich diese Situation noch weiter. Was nützt ein günstiges Boot wenn es keinen Liegeplatz dafür gibt.

  3. Stefan

    sagt:

    Ich bekomme auch nicht Lust auf Tennis, nur weil da vielleicht irgendein Superschläger total günstig zu haben ist.

    Wenn eine Maßnahme frisches Blut in die Szene schaffen kann, dann wäre das aus meiner Sicht eine Kampange mit dem Aufruf an alle Segler, ihre bislang segelunbedarften Freunde und Bekannten gezielt einmal für einen Schlag mit aufs Boot zu nehmen und spüren zu lassen, wie sich das anfühlt. Am besten bei gutem Wetter. 🙂

    Ein Gutteil wird dem nichts abgewinnen können, aber einige werden danach heftig Lust bekommen, weiterzumachen und sich je nach Möglichkeiten bei einem Freund, einer Segelschule, in einem Verein oder einer Kojencharter auf die nächste Stufe begeben. Und erst danach kann dann der Markt über sie herfallen und ihnen die Taschen leeren..

    Möglichst niedrige Einstiegshürden und ein maximal unkomplizierter Zugang zu dieser Erfahrungwelt können durch nichts anderes ersetzt werden.

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