Meinung Bootsbau: Segeln statt motoren – Wer richtig segeln will, soll sich bücken, basta!

Zischen muss es

Erdmann Braschos macht sich Gedanken über die Entwicklung im Serienbootsbau. Müssen moderne Cruiser-Pötte immer höher und breitärschiger werden? „Scheußlichkeiten“, die den Trend zum Nichtsegeln verstärken.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

73 Kommentare zu „Bootsbau: Segeln statt motoren – Wer richtig segeln will, soll sich bücken, basta!“

  1. Kennedy sagt:

    Baltic wulf, genauso sehe ich das auch.

    Diese „Artikel“ dieses selbsternannten „Experten“ sind unerträglich, arrogant und deshalb unprofessionell. Es gibt mehr als nur die Wahrheit des Herrn Braschos!
    Jeder hat sein eigenes Lastenheft und mir zum Beispiel ist es viel wichtiger, die Wochenenden mit meiner Frau und den Kindern verbringen zu können, als den letzten 1/10 kn Fährt aus dem Boot zu trimmen… Das soll doch jeder entscheiden, wie er es für richtig hält. Und: wer sagt denn, dass jeder die modernen Boote hässlich findet? Ach ja, der „Experte“ der SR Redaktion… Na, dann…

    vielleicht gibt es hier irgendwann ja mal richtigen Journalismus!?
    Grüße
    Kennedy

  2. Baltic wulf sagt:

    Solange hier solche „Experten“ Ihre beleidigenden und völlig weltfremden Meinungen in die Welt posaunen, kriegt diese Seite keinen cent Unterstützung oder gar Abo Gebühren von mir!

    Die Welt dreht sich und die Märkte entwickeln sich – wachen Sie auf Herr Braschos!

    Alt = gut, neu = hässlich und nicht segelbar? Ist ja wohl ein wenig zu einfach…

    wieso denken Sie eigentlich, dass Sie der einzige Mensch sind, der Geschmack und gutes Segeln definieren kann?

  3. Gnlpfths sagt:

    Warum erscheint so ein Artikel nicht auch einmal in der „Yacht“?

    Vielen Dank an den Verfasser.

  4. Baltic-wulf sagt:

    Wieder mal so ein Artikel, der eigentlich als Kommentar gekennzeichnet sein müsste. Diese Seite arbeitet journalistisch unsauber.

    Dieser Artikel ist anmasend, arrogant und DUMM!

    Das der Autor dann auch noch Leser und Kommentatoren seiner Artikel beleidigt, nur weil sie anderer Meinung sind zeigt auf welcher intellektuellen Stufe der Autor steht.

    Ich vermute Sie sind auch der Meinung, dass nur Leute mit einem Käfer aus den tollen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gute Autofahrer sein können!?
    Pfui!

  5. Erdmann sagt:

    Hallo Marc,

    hab mir gleich Deine Website angesehen. So hätte ich meine Elternzeit auch gern verbracht (Hätte – hätte – Fahrradkette, ich weiß). Och und nach Christianshavn wollte ich dieses Jahr eigentlich auch …

    Toll.

    Schönen Törn Euch noch

    Erdmann

  6. Marc sagt:

    Yep. Ich unterstreiche das erlebte. Mit unserem alten und schlanken Königskreuzer 29 waren wir oft als einzige unter Segeln unterwegs – und fühlten uns in einigen Häfen wie ein Tretboot unter Tankern.

    Lieben Gruß
    Marc

    http://www.elternzeitquerab.de

  7. Klaus sagt:

    ja – aber – bei mir hat es zB nicht für eine Swede 55 oder Luffe 37 oder xxx 44 etc. gereicht sondern NUR für eine 2bar Bav 30+ mit der ich auch bei 5+ segle, Regatten fahre und insg. sehr happy bin auch wenn sie nicht so schnell läuft wie ich es mir wünschen würde …. oder sind das alles Segler 2. Klasse für Dich ?

    • Das sind sicher (ach für Friedrich) nicht Segler 2. Klasse. Aber für das gleiche Geld wie die Bav 30+ hättest Du auch ein Boot kaufen können, was wirklich schnell ist, auch wenn es (vlt. wie bei dem Boot von Friedrich) auf den ersten Moment nicht so aussieht.

      Aber so (wie vlt. Du) entscheiden sich viele für einen „Wohnwagen“, weil sie von der Industrie gesagt bekommen, dass es nichts/kaum Besseres/Schnelleres gibt. Und solange die Referenz die X oder Swan oder … ist, haben sie (die Verkäufer von BavHanse/…) noch nicht mal groß Unrecht, da die Differenz nur 1..2 Knoten sind. Spannend wird es dagegen, wenn man durch Abfallen (und Spi setzen) nicht um 2 Knoten sondern um 4..6..10 Knoten beschleunigen kann.

      Auf meiner Ostseerunde (knapp 1000sm solo) hatte ich mit meinem 6,5m Schiffchen trotz stundenlangen Flauten und diversen Tagen hoch am Wind einen Schnitt von fast 6kn – sprich, wenn ich unterwegs war, dann war das sehr oft mit >7..8kn und fast einen ganzen Tag auch mit >10kn.

  8. Friedrich sagt:

    Danke für die Blumen und immer gern, Super-Spät-Segler (was auch immer das für ein Name ist…).

    • Super-Spät-Segler sagt:

      In einem Forumsbeitrag hatte sich eine Seglerin, die erst mit 24 angefangen hat, als Spät-Seglerin bezeichnet.
      Ich habe erst mit 44 angefangen :).

  9. Friedrich sagt:

    Herrliche Worte, Hans!

    Ich bin kein Neoliberaler, sondern ordoliberal und darf mich mit diesem schönsten Ordnungsprinzip, das die Menscheit entdeckt hat, zum Glück alltäglich beschäftigen. Dennoch, leider gibt es auch Marktversagen, und wenn der Markt auch nur ästhetisch versagt.

    Das hat auch die Autos getroffen. In den 70ern nach der ersten Ölkrise glaubten die Marktstrategen der Autoindustrie, Autos dürften nur noch funktional, einfach zu fertigen, sicher, sparsam, m.a.W. langweilig sein. Autouninteressierte Frauen pflegten seitdem zu sagen, dass alle Autos gleich aussehen (fand ich nie, aber der Trend zählt). Haben wir das nicht oben schon mal gelesen zu Booten?

    Und dann kamen irgendwann mal VW mit dem Golf GTI, Mazda mit dem MX 5, Fiat mit dem Barchetta, später dem 500 und BMW mit dem Mini um die Ecke und plötzlich wurde klar, mit Identität, Pfiff, Retro, was auch immer, jedenfalls mit SPASS am Auto, den man spüren und sehen kann, kann man auch Autos verkaufen, auf eine Marke einschwören, Identität schaffen. Siehe da, Sex sells eben doch. Heute gibts von fast jedem Hersteller, zumindest jedem erfolgreichen neben den sog. Volumenmodellen „schöne“ Autos, skurrile Autos (nicht zu glauben, aber der Nissan Juke ist ein Erfolg!), Supersportwagen, Exklusivmarken, you name it. Und jeder, auch die mit klammen Beutel, darf entscheiden, ob er sich einen Zweckpolo kauft (und den vielleicht auch schön findet) oder einen Fiat 500 oder Mini, bei den alle Mädesl süß oder so ähnlich rufen. Das war früher nicht so, denn da gabs nur Polo, Corsa oder Fiesta und die alikes, aber keiner davon war irgendwie süß oder richtig schön oder fuhr sich geil.

    Woran das bei den Autos liegt? Ich glaube (weiß es nicht), es liegt an der rationellen Fertigung und Entwicklung, dass ich auf einer Panda-Plattform ohne großen Entwicklungs- und Fertigungsaufwand eben eine tolle Kiste, einen Geländewagen, einen 500, einen Minivan etc. bauen kann. Nischenprodukte müssen kein Vermögen kosten, die Großserie bleibt. Und die Leute haben eben auch Spaß daran gefunden, weil es das gibt und weil man es ausprobieren kann etc.

    Und bei Segelbooten? Da beschränkt man sich bei der Indiviualität des Produkts bei den großen Werften zumeist auf die Länge des Mastes und dessen Material, entsprechend die Größe der Segel und die Tiefe des Kiels. Und im Wohnwagen-Bereich auf das Kajütlayout. Hammer, damit kann man sich echt identifizieren ;-). Seien wir ehrlich, die Hansevarianeteaus, also alles im Normalbürgerbereich sieht nahezu gleich aus. Gibt es ernsthaft Leute, die sagen, sie kaufen sich eine Bavaria, weil die so toll oder interessant oder knauffig oder sportlich oder was auch immer aussieht, wie keine andere?

    Ich glaube, die Industrie verpasst die Chance, Boote für den Massenmarkt (also im Segelbootsinne) anzubieten und zu entwickeln, die die Menschen emotional ansprechen und diesen Habenwollen, weil sieht so toll aus oder fährt so klasse–Instinkt wecken. Boote werden derzeit verkauft wie Wohnwagen: außen funktional, innen toller Platz. Und man wagt wenig, weil die olle Produktionsmethode für GFK-Yachten seit 40 Jahren kaum eine echte Evolution erfahren hat. Klar, es gibt Fräsen, man muss nicht mehr alle Hölzer mit der Hand Sägen und Hobeln. Aber dieser dumme Rumpf kommt immer aus so einer unflexiblen teuren Form, bei der sich Veränderungen, Varianten etc erst lohnen, wenn man min. sounsoviele Boote daraus backen konnte.

    Und die Kunden? Wollen die wirklich alle nur schwimmende Wohnwagen, einen dicken Volvo unten drin und chillen am Betonsteg? Ich fürchte, viele glauben, darum gehe es, weil sie es nicht besser wissen und lernen. So wie in den 70er, wo man Ford Granada oder Opel Rekord kaufte, weil es was anderes nicht gab für Otto Normalverbraucher.

    Ich weiß, ich bin genausowenig repäsentativ wie Erdmann-Braschos, aber ich hab mir vor ein paar Jahren für einen Appel und ein Ei einen abgerockten Minderheits-Kleinserien-Hobel gekauft, der vielleicht nicht schön, aber geil ist, weil leicht und abartig schnell, wenn der Wind aus richtigen Richtung bläst. Über inzwischen viele Jahre sind viele erfahrene und unerfahrene Segler durch die Crew gegangen, aber ganz viele bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem gesicht, als sie gesehen haben, was mit einem Segelboot mit Kiel unten dran ohne zu viel Stress geht, wenn es gleiten kann. Das sind, um einen langjährigen Segelfreund zu zitieren, magic moments, wenn der Mond in den Spi scheint und die Logge zwischen 12 und 20 kn pendelt.

    Das Glas Rotwein auf Achterdeck und das kühle Bier aus dem (bei mir fehlenden) Kühlschrank bei leise gurgelndem Diesel mögen manchen genauso glücklich machen. Aber er weiß nicht, dass es die anderen Magic Moments auch gibt, die vielleicht noch magischer sind.

    Nach diesem endlosen text: Braschos, wir bekommen wieder mehr Segel auf die Bucht und mehr zischende Schiffe, die auch so aussehen, wenn wir den Seglern und den potentiellen zeigen, wie geil das ist, auf dem Wasser nur mit dem Wind Fiat 500 oder MX 5 oder sowas zu fahren, weil es mehr ist, als nur die Prospektwahrheit. Und, liebe Werften, denkt Euch was aus, damit ihr wieder mehr magisch gute Segelboote und spannende Ästhetik zu guten Preisen auf den Markt bringt (Swan kann jeder, wenn er könnte…). Sex sells, ganz sicher.

    F.

    • Super-Spät-Segler sagt:

      Sehr schön geschrieben, Friedrich, das macht große Lust auf mehr!

      Willst Du nicht ein paar Törnberichte für SR verfassen?

      A propos Magic Moments. Vorletztes Wochenende, Lübecker Bucht, ablandiger Wind, abwechselnd Schauer und Sonne, Samstag teilweise 8er Böen und Hagel, sind wir Sonntag erst nachmittags spät gestartet… Rechts und links zogen weiter die Regenfronten durch.
      Beim Zurückkreuzen im Trapez stehend dann der Magic Moment: Hinter dem Groß: eine Regenwolke über Pelzerhaken mit einem Stück Regenbogen drunter. Vor der Fock: eine Regenwolke über dem Radarturm bei Boltenhagen mit einem Stück Regenbogen drunter und dazu noch ein eigener kleiner Regenbogen in der leeseitigen Gischt. Herrliches Licht zum Segeln, wenn die Sonne etwas tiefer steht…

  10. Hans von Sonntag sagt:

    Leicht extreme Einstellung. Und mit Scheuklappen geschrieben. Im Kern natürlich richtig. Die Volumenhersteller haben den Segler zum Glück nicht ganz aus den Augen verloren:

    Angebot von Benetau: First 30, First 35, First 40 und drüber

    Angebot von Hanse: Dehler 32, Dehler 35, Dehler 38, Dehler 41

    Angebot von Bavaria: Äh. Ok. Nur Boote für Wassertouristen.

    Aber immerhin, der VW aus F und der VW aus D bieten der interessierten Kundschaft richtige Segalboote an. Dass sie nicht so häufig zu sehen sind, liegt am Markt. Die 1000senden von Quereinsteiger machen am liebsten Hafenhopping oder eine kleine Ankerung. Und weil ein Motor politisch inkorrekt, Motorboote entweder rentnerisch oder prollig sind und Segeln so schön romantisch und kontemplativ ist, wird eine „Segelyacht“ gebucht/gekauft. Dass so ein Gefährt unter 2-3 Bar steht und eher weiter wächst als zu einem vernünftigen Segelboot zurück zu schrumpfen ist unabwendbar.

    Aber es gibt auch weiterhin Vollathleten, echte Segelboote zu kaufen. Teilweise mit ganz viel Silber im Regal und es muss nicht X sein.

    —-

    Früher als die Segelboote noch schlank und schön waren und so schön zischten, gabs aber auch schon Enten en masse. Wibos, HRs, Najads und viele mehr, die weder damals noch heute zischen, sondern genauso wie die Hansarias bei wenige Wind blöde verhungern und im Grunde Motorsegler sind.

    Früher und heute sind also kaum weit auseinander und keins war/ist besser. Nur haben Enten eine größere Fertilität. Wie man kürzlich raus fand, werden blonde Haare wohl doch nicht aussterben. Rezessiv bedeutet also nicht notwendigerweise Untergang, sondern ist eher eine Dominanz in der Minderheit. Gute Zeiten für Segler und schöne Boote.

    Hans

  11. Carsten Kemmling sagt:

    Ich denke nicht, dass es Erdmann darum geht, anders segelnde Menschen zu verunglimpfen. Schließlich haben wir unseren Neapel Urlaub auch auf einem breiten, schweren Sun Odyssee Hausboot verbracht 🙂 Es geht um das Angebot der Werften, die eher Motor- und Wohnboote mit Stützsegeln anbieten. Ob das wirklich allein der Abbildung des Marktes geschuldet ist? Vielleicht gibt es viel mehr Menschen, die mehr segeln wollen aber nicht das passende Angebot bekommen. Das wäre doch schade.

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