Mitten im Trubel der Kieler Woche ist der historische Anker der Kieler Hansekogge gestohlen worden. Der rund 100 Kilogramm schwere Eisenanker lag als maritimer Blickfang am Liegeplatz des Traditionsschiffes am Sartorikai. Die Tatspuren sehen nicht nach einem spontanen Diebstahl aus.

Die Kieler Hansekogge gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Segelschiffen der Landeshauptstadt. Der 1991 fertiggestellte Nachbau basiert auf der Bremer Kogge, einem Handelsschiff aus der Zeit um 1380. Deren Wrack war 1962 bei Baggerarbeiten in der Weser entdeckt worden und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Schiffsfunden Europas. Anhand der außergewöhnlich gut erhaltenen Überreste konnten Wissenschaftler Bauweise und Konstruktion der mittelalterlichen Koggen detailliert rekonstruieren. Auf dieser Grundlage entstand die Kieler Hansekogge als möglichst originalgetreuer Nachbau, der heute einen Eindruck davon vermittelt, wie die Handelsschiffe der Hanse vor mehr als 600 Jahren aussahen und segelten..
Das rund 23 Meter lange Schiff liegt dauerhaft am Sartorikai neben dem Schifffahrtsmuseum. Betrieben wird es vollständig ehrenamtlich vom Förderverein Historische Hansekogge. Regelmäßig geht die Kogge auf Gästefahrten auf der Kieler Förde, nimmt an maritimen Veranstaltungen teil und vermittelt Besuchern einen Eindruck davon, wie Handelsschiffe der Hansezeit vor mehr als 600 Jahren unterwegs waren. Auch Schulklassen und Gruppen nutzen das Schiff für Führungen und Veranstaltungen.
Während der Kieler Woche wurde nun der Anker gestohlen, der am Liegeplatz als Blickfang diente. Die Spuren der Tat sprechen dabei eine deutliche Sprache. Was ist passiert?

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