Illegale Einwanderer: Schleuserring transportierte Albaner auf Charteryachten

Menschenhandel

Zwölf Festgenommene werden verdächtigt, mindestens 200 Albaner für 10.000 Euro pro Person illegal nach England gesegelt zu haben – auf Charteryachten!

Die Tageszeitung „Ouest France“ meldet, dass gestern zwölf mutmaßliche Schleuser in der Bretagne in Untersuchungshaft genommen worden sind. Ihnen wird vorgeworfen, allein im Jahr 2012 während 14 „Törns“ mindestens 200 Albaner mit Charteryachten von Häfen der bretonischen „Cote d’Armor“ und von französischen Ärmelkanal-Häfen an die Englische Südküste gesegelt zu haben. Die Ermittler und die Beamten der französischen Einwanderungsbehörde gehen jedoch von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus.

Von so einem Hafen an der Cote d'Armor könnten die Schleuser losgesegelt sein © Tourismus cote d'armor

Von so einem Hafen an der Cote d’Armor könnten die Schleuser losgesegelt sein © Tourismus cote d’armor

Menschenhandel mit Segelschiffen ist an den Küsten Frankreichs bereits seit Jahren „ein Thema“, kann von den Behörden aber nur schwer überwacht bzw. eingedämmt werden.

Der nun aufgeflogene Schleuserring war offenbar bereits seit Jahren aktiv. Zwischen 7.000 und 10.000 Euro soll die Überfahrt pro Person gekostet haben, Familien zahlten 15.000 Euro.

Die mutmaßlichen „Köpfe der Bande“ sind zwei Kosovo-Albaner, die (legal) in der Bretagne lebten und ihre Schleuser-Aktivitäten offenbar  auf buchstäblich länderübergreifender Ebene planten. Sie heuerten meist Junge bretonische Fischer oder Segler an, die über gute Revierkenntnisse im Ärmelkanal verfügten und häufig in der Region unterwegs waren.

Nachts gibt es wohl kaum Probleme, hier Illegale auf die Schiffe zu bringen © Tourismus Cote d'Armor

Nachts gibt es wohl kaum Probleme, hier Illegale auf die Schiffe zu bringen © Tourismus Cote d’Armor

Diese „Schleuser-Skipper“ charterten entsprechende Yachten, segelten damit in verschwiegene Buchten und übernahmen dort per Beiboot ihre „blinden Passagiere“ um sie anschließend an die Südküste Englands zu segeln.

Ein „Geschäft“, das offenbar über mehrere Jahre hervorragend funktionierte, bis im letzten Jahr durch Zufall von der französischen Marine eine auffällig tief schwimmende Charteryacht vor der bretonischen Küste kontrolliert wurde. Die beiden 20 jährigen bretonischen Segler hatten 14 Albaner „ohne Papiere“ unter Deck versteckt…

Tipp von SR-Leser André Mayer

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Michael Kunst

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