Orca-Interaktionen vor Spanien: Eine Yacht gesunken, drei weitere beschädigt

Vier Yachten an einem Tag

Vor der nordspanischen Küste hat sich am Donnerstag eine ungewöhnliche Serie von Orca-Interaktionen ereignet. Innerhalb weniger Stunden registrierte die spanische Seenotrettung vier Vorfälle mit Segelyachten im Seegebiet vor Estaca de Bares und der Ría de Viveiro. Eine Yacht sank, zwei weitere verloren ihr Ruder.

Nach Orca Begegnung gesunken. © Salvamento Maritimo (nachbearbeitet, geschärft)

 

Den schwersten Zwischenfall erlebte die Segelyacht „Idem“. Gegen 17.05 Uhr meldete die zweiköpfige Crew rund 1,3 Seemeilen vor Estaca de Bares eine Gruppe Orcas. Nach Angaben der spanischen Seenotrettung wurde das Ruder bei der Interaktion so stark beschädigt, dass die Yacht manövrierunfähig wurde. Kurz darauf meldete die Crew zusätzlich einen Wassereinbruch. Während die beiden Segler zunächst von einer vorbeifahrenden Motoryacht übernommen wurden. Ein alarmierter Rettungskreuzer traf wenig später am Unglücksort ein und brachte die Geretteten nach Cariño. Die „Idem“ lag zu diesem Zeitpunkt bereits tief im Wasser und konnte nicht mehr gerettet werden. Sie sank schließlich vollständig. Ein Rettungshubschrauber kontrollierte das Seegebiet anschließend auf mögliche Verunreinigungen durch austretende Betriebsstoffe..

Die „Idem“ sank vermutlich, weil die Schäden an der Ruderanlage so groß waren, dass über den Ruderschaft oder die Ruderlagerung Wasser in den Rumpf eindringen konnte. Gerade Yachten mit freistehendem Spatenruder können bei starken Krafteinwirkungen in diesem Bereich erhebliche strukturelle Schäden erleiden. Ob dies tatsächlich die Ursache des Untergangs war, ist bislang nicht bestätigt. Bekannt ist lediglich, dass zunächst keine Ruderwirkung mehr bestand und anschließend ein Wassereinbruch gemeldet wurde.

Drei weitere Yachten in Seenot

Bereits gegen Mittag war die britische Segelyacht „Glatisant“ in Schwierigkeiten geraten. Auch hier beschädigten Orcas das Ruder so stark, dass die Yacht nicht mehr manövrierfähig war. Ein Seenotrettungsboot begleitete das Boot bis nach Viveiro. AIS-Daten zeigen die Yacht zuletzt vor der Küste Galiziens.

Am frühen Nachmittag meldete anschließend die Segelyacht „Kador“ eine weitere Orca-Interaktion. An Bord befanden sich ein Einhandsegler und drei Katzen. Die Seenotrettung wurde vorsorglich alarmiert, ein Eingreifen war jedoch nicht erforderlich. Das Boot konnte Viveiro aus eigener Kraft erreichen.

Während des Einsatzes für die sinkende „Idem“ ging schließlich die Meldung über eine vierte betroffene Segelyacht ein. Auch dort war das Ruder beschädigt worden. Die Schäden fielen allerdings geringer aus, sodass die Crew ihre Fahrt ohne fremde Hilfe fortsetzen konnte.

Die spanischen Behörden empfehlen Skippern im Falle einer Orca-Interaktion inzwischen, die Fahrt – sofern Ruder und Maschine noch funktionieren – möglichst in Richtung Küste oder flacheres Wasser fortzusetzen und die Seenotrettung umgehend zu informieren. Gleichzeitig weisen Wissenschaftler darauf hin, dass sich die Tiere fast ausschließlich auf die Ruderanlage konzentrieren. Nach bisherigen Auswertungen entstehen Schäden nur bei etwa der Hälfte aller dokumentierten Interaktionen, allerdings betreffen diese meist genau diesen Bereich des Bootes.

Erschreckend ist vor allem die Häufung der Vorfälle. Seit Beginn der dokumentierten Orca-Interaktionen im Jahr 2020 wurden erstmals vier Segelyachten innerhalb eines Tages beschädigt.

41 Kommentare zu „Orca-Interaktionen vor Spanien: Eine Yacht gesunken, drei weitere beschädigt“

  1. Simone Spiller

    sagt:

    Die Spezies ‚Mensch‘ erlaubt sich seit langer Zeit alle Lebensräume rücksichtslos auszubeuten. Bisher findet kein Ende der Unvernunft statt, egal was es betrifft, Land und Wasser, Regenwälder, Fische, alles muß dem Egoismus und der Arroganz und GIER einzelner weichen, und die meisten machen mit, weil sie nicht wissen was sie tun, und mit dem eigenen Überleben beschäftigt sind. Aber jegliche Vernunft ist mittlerweile gewichen. Ich für meinen Teil bin gerazu enthuisiastisch erfreut darüber, daß die Tierwelt noch intelligenter wird, als sie ohnehin schon ist (was die meisten nicht verstehen), und sich zur Wehr setzt… immerhin wird den gleichwertigen Lebewesen auf unserem Planeten das die Nahrung von dem Menschen weggenommen, und deren Lebensraum verpestet!
    Ich hoffe das geht weiter, siehe Frank Schätzing, der Schwarm.

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    1. Tom Leinad

      sagt:

      Wenn es so weitergeht, wird eine Lösung wohl mit der Harpune, mit ein paar Kugeln oder Sprengstoff erfolgen. Also würde ich mir das lieber nicht erhoffen.

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      1. Entsprechende „Gegenwehr“ hat es bereits vor Andalusien gegeben…
        allerdings waren die Täter so schlau, sich dabei zu filmen.

        Entsprechende Strafen waren die Konsequenz

    2. Bernd Fischer

      sagt:

      Jeder darf seine Meinung haben, aber ist es nicht so, dass gerade Segelboote, die meistens lautlos und ohne Motorantrieb über die Weltmeere fahren, am wenigsten in die Flora und Fauna der Meere eingreifen und auch kaum eine Gefahr für Z.Bernd. Wale sind?

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  2. Fakt ist, dass Orcas gefährliche Raubtiere sind. Die wollen in erster Linie was zu fressen. Völlig Ok, solange sie mir nicht ins Gehege gekommen. Dann ist normalerweise, wie überall in der Natur der Kampf unausweichlich. Und bei diesen Orca Angriffen weiß ich nicht, warum man mit ihnen anders verfahren sollte, als mit jedem Drecksköter der Menschen angreift. Wird getötet, Punkt.
    Evolutionär gesehen müssen es wohl neuro-degenerativen Prozesse bei manchen Naturromantikern und Pseudo Wissenschaftlern sein, was alleine schon dazu führt diese potentiell tödlichen Orca Angriffe „Interaktion“ zu nennen. Eine perverse Scheinheiligkeit, Menschenverachtung. Ich halte es für völlig korrekt und unvermeidbar, diese Gibraltar-Orcas zu eliminieren. Das ist nichts als Evolution.
    Eventuell das Gejaule mancher Naiver hiermit auszulösen, ist auch in Ordnung, denn als echter Menschenfreund liebe ich auch sie. Wobei ich noch nicht sicher bin, wie die Evolution mit Ihnen „verfahren“ wird. Aber ist wahrscheinlich im Rahmen.

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    1. Die „perverse Scheinheiligkeit“ ist darin begründet, dass sich Meeresbiologen und Experten nicht sicher sind, warum die Orcas das machen. Wäre man sicher, dass es gezielte Angriffe mit dem Ziel der Zerstörung sind, würde man es „Angriff“ oder „Attacke“ nennen. Da derzeit noch davon ausgegangen wird, dass es eher spielerisches Training ist, wird es im allgemeinen Sprachgebrauch ohne Aufregung „Interaktion“ genannt.
      Das nur als Hinweis, wie schnell eine Wortwahl aus dem Ruder laufen kann. Ansonsten empfehle ich den Boulevard, wo Headlines wie „Angriff der Killerwale“ gibt.
      Ach, und Grüße von meinem „Drecksköter“ – eine Tierrasse, die der Mensch mal domestiziert hat.
      Vor diesem Hintergrund ist die Bezeichnung „Pseudowissenschaftler“ wirklich eine drollige Selbstentlarvung.

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    2. Helli

      sagt:

      Hast deine Coronamaske von 2020 vergessen abzunehmen, bekommst zuwenig Sauerstoff, echt abartig diese Einstellung.

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  3. Simone

    sagt:

    Der „Mensch“ die misstrauen Schöpfung Gottes!
    Ich wünschte mir die Tiere auf der ganzen Welt würden sich endlich wehren gegen soviel Egoismus, Dummheit und Grausamkeit wie die des „Menschen! Am liebsten alle Tier und Natur -Zerstörer und Hasser vernichten

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