Die Interaktionen, Sichtungen und Vorfälle im Bezug auf Orcas entlang der iberischen Küste nehmen erneut deutlich zu. Die portugiesischen Behörden reagieren und veröffentlichen eine interaktive Karte, um Probleme zu vermeiden. Ziel ist es, Kontakt bereits bei der Törnplanung zu vermeiden. Fraglich, worin der Mehrwert zur schon bestehenden Karte zu sehen ist.

In den vergangenen Tagen und Wochen haben die Orca-Vorfälle an der Atlantikküste Portugals und Spaniens wieder deutlich zugenommen. Allein seit dem 27. August verzeichnet Orcas.pt zehn als „Attack“ eingestufte Interaktionen vor Portugal und Galicien. Besonders dicht war die Folge Ende August: Am 27. und 28. August wurden Vorfälle vor Leça und Esposende gemeldet, am 29. und 30. August folgten mehrere Interaktionen vor Galicien. Seit Anfang September kamen weitere Fälle vor Leça, Cabo Vilán und Cabo de São Vicente hinzu; der bislang jüngste Eintrag stammt vom 7. September nordwestlich von Leça. Hinzu kommen mehrere reine Sichtungen.
Portugal reagiert auf die anhaltenden Interaktionen zwischen Iberischen Orcas und Segelbooten mit einem neuen Informationsangebot. Die portugiesische Marine und das Instituto Hidrográfico haben am 8. September eine interaktive Karte veröffentlicht, auf der Interaktionen und Sichtungen dargestellt werden. Ziel ist es ausdrücklich, Seglern aktuelle und möglichst verlässliche Informationen für die Törnplanung zur Verfügung zu stellen.
Aktuelle Orca-Positionen für die Törnplanung
Die neue Plattform stellt die gemeldeten Ereignisse auf einer Karte dar. Dabei wird zwischen Sichtungen und Interaktionen unterschieden. Segler können sich so bereits vor dem Auslaufen einen Überblick verschaffen, wo die Tiere zuletzt beobachtet wurden und in welchen Küstenabschnitten es zu Kontakten mit Booten gekommen ist. Die Daten sollen zudem möglichst schnell aktualisiert werden.
Wer Orcas sieht oder eine Interaktion erlebt, kann den Vorfall direkt beim Maritime Rescue Coordination Centre in Lissabon melden. Das MRCC ist unter anderem über UKW-Kanal 16 erreichbar. Die Informationen können anschließend an andere Schiffe weitergegeben und in das Lagebild aufgenommen werden. Auf der neuen Webseite ist auch ein QR-Code enthalten, hinter dem ein Link für Meldungen steckt.
Zusätzlich bietet das Instituto Hidrográfico einen automatischen E-Mail-Service an. Nutzer können sich dort registrieren und werden informiert, sobald neue Orca-Ereignisse gemeldet wurden.


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