Fast drei Jahre nach der schweren Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023 zeigt der Yachthafen Damp seine Pläne für den Wiederaufbau. Eine neue Internetseite informiert über Stand der Sanierung und zeigt, wie der Hafen künftig deutlich widerstandsfähig gegen Sturmfluten werden soll.

Nach der schweren Sturmflut hat der Yachthafen Damp völlig neu gedacht und die Sanierungspläne an die künftig zu erwartenden Bedingungen an der Ostsee angepasst. Die Pläne gehen inzwischen weit über eine reine Reparatur hinaus. Statt den Hafen in seinem ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, wird das gesamte Konzept verändert. In das Konzept flossen Untersuchungen zu Wasserständen, Seegang, Strömungen, Versandungen sowie die Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre ein.
Neue Molen, schwimmende Stege
Ein zentraler Bestandteil sind die neuen Molen. Nach Angaben des Hafenbetreibers erleichtert diese Bauweise nicht nur den Bau, sondern ermöglicht auch schnelle und vergleichsweise kostengünstige Reparaturen nach möglichen Sturmschäden. Die Molen werden in Teilbereichen bis zu vier Meter hoch, im Durchschnitt rund 3,40 Meter.

Die Anordnung der Stege wird auch auf künftige Bedingungen angepasst. Ursprünglich war vorgesehen, lediglich die Stege im Nord- und Vorhafen durch Schwimmstege zu ersetzen und die südlichen festen Stege zu erhalten. Davon nimmt der Betreiber nun Abstand. Künftig sollen sämtliche Liegeplätze mit Schwimmstegen ausgestattet werden. Als Begründung verweist der Hafen auf die Erfahrungen der vergangenen beiden Winter. Selbst bei vergleichsweise schwächeren Stürmen seien die südlichen Stege regelmäßig überspült worden. Dadurch könnten Boote nicht mehr sicher festgemacht werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Stromversorgung, Netzwerktechnik und weitere Infrastruktur bei Hochwasserlagen leiden und beschädigt werden. Statt Boxen mit Heckpfählen sind künftig Fingerstege vorgesehen, die sich den wechselnden Wasserständen anpassen können. Nach Auswertung der sogenannten Met-Ocean-Daten sowie von Seegangs- und Strömungsgutachten soll diese Kombination die Widerstandsfähigkeit des Hafens deutlich erhöhen.
Schutz kostet
Die geänderte Planung hat allerdings ihren Preis. Nach aktuellen Angaben steigen die geschätzten Sanierungskosten von zuletzt rund 24 auf inzwischen etwa 31 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat der neuen Planung bereits grundsätzlich zugestimmt. Nun wird über eine entsprechend höhere Förderung des Landes Schleswig-Holstein verhandelt.
Auf der neuen Webseite des Hafens wird über den Stand der Sanierungen informiert. Demnach sind bereits mehrere Arbeiten abgeschlossen. Dazu gehören die Ausbaggerung des Vorhafens, Sandaufspülungen am Südstrand, der Rückbau der Gastliegerstege, der Bau eines Takelstegs, Vermessungsarbeiten sowie der Abbruch der Nordstege. Derzeit laufen die Detailplanung, Baugrunduntersuchungen für die neuen Molen und Gespräche über die Finanzierung. Anschließend sollen unter anderem eine neue Spundwand, eine modernisierte Tankstelle, ein neuer Bootskran, ein Mastenkran sowie die Ausbaggerung des Innenhafens folgen.

Mit dem eigentlichen Neubau soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 begonnen werden. Die Wiedereröffnung des Hafens ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen. Dann sollen wieder rund 365 bis 370 Liegeplätze zur Verfügung stehen, darunter etwa 70 Gastliegeplätze.
Der Yachthafen Damp gehörte zu den am stärksten betroffenen Sportboothäfen der Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023. Nach Untersuchungen der Bundesanstalt für Wasserbau lagen damals rund 100 Boote im Hafen. Etwa 35 von ihnen wurden schwer beschädigt oder sanken. Entscheidend war nicht allein der außergewöhnlich hohe Wasserstand, sondern vor allem der starke Seegang, der nach dem Versagen der Nordmole nahezu ungehindert in den Hafen eindringen konnte. Die festen Steganlagen konnten dem steigenden Wasserstand nicht folgen, Festmacher rissen und zahlreiche Boote wurden gegen Stege und Ufer gedrückt.

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