Stephan Bodens Kolumne: Die ewige Frage nach dem richtigen Boot

Braucht man in Kiel einen Kiel?

Mit einem Wohnort- und damit einhergehendem Revierwechsel stellt sich nun die Frage nach einem Bootswechsel. Über Gedanken, Sinnhaftigkeit, Seelen, Liebe zu Booten und über Vernunft vs. Unvernunft.

Jollenkreuzer Gisela
Gisela, 20er Jollenkreuzer von 1954

Seit über einem Jahr wohnen wir nun in Kiel. Gisela, unser wunderschöner 20er Jollenkreuzer, 70 Jahre alt, liegt in Schleswig an der Schlei, derzeit noch bei Ilensee-Boote, um das Boot fit für die See zu machen. Die Schlei ist eigentlich ein perfektes Revier für das ballastlose Schiffchen. „Eigentlich“ ist hier mal wieder das entscheidende Wort. Denn die Schlei hat einen Haken für einen Jollenkreuzer, und der heißt: Schleimünde. Dort, wo sich die Schlei zur Ostsee hin öffnet, ist die Ausfahrt rüber ins gelobte Land, nach Dänemark, die dänische Südsee, meiner seglerischen Heimat und Liebe. Und Gisela ist nichts für die Ostsee. Denn Gisela kann kentern, sie richtet sich nicht wieder auf sondern die 1800 Kilogramm Stahl gehen vermutlich unverzüglich auf Tiefe. Will man das? Will man das erst recht, wenn man seine Familie dabei hat? 

Die Ostsee ruft mich. Und mein Traum-Boot.

 

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3 Antworten zu „Stephan Bodens Kolumne: Die ewige Frage nach dem richtigen Boot“

  1. Lukas Luv

    sagt:

    Ach ja, du sprichst so vielen Seglern und Seglerinnen aus dem Herzen.
    Dann hat man ein Kahn und hängt trotzdem immer auf DEN Portalen rum. Wenn auch bestimmt aus unterschiedlichsten Gründen.
    Bei den einen die Familie, bei anderen der Speed oder einfach das klassische 3 Foot Problem.
    Danke für den guten, sympathischen Artikel.

  2. MAUERSEGLER

    sagt:

    ich teile Deine Liebe zu Jollenkreuzern und den Entwürfen von Peter Bruun. Jollenreuzer sind viel seetüchtiger, als ihr Schwert glauben lässt, falls du also über gute (schnelle) Reffmöglichkeiten und hochwertige Schotklemmen verfügst, würde ich es mindestens mal versuchen. Das größere Problem ist sicherlich die fehlende Reling.

    1. Ach, die Reling wäre mir egal. Das kann man dem Kind beibringen. Wind ist zwar eine Komponente, aber Wellen machen mir mehr Kopfzerbrechen. In der Marstal Bugt bekommt man die gern mal steil von der Seite. Da lag ich mit der Varianta 18 in einer Wende schon zwei mal auf der Backe. Und das wäre bei Gisela kritisch.

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