Stephan Bodens Kolumne: Über die Kunst, sich an Bord mit allem zu arrangieren

Legebatterien, Kabelbinder und arktische Frische

Während der Alltag weitestgehend komfortabel und reibungslos gestaltet wird, sieht es an Bord völlig anders aus. Wenig Platz, viel Improvisation, teilweise absurde Zustände. Und wir lieben das. Warum ist das so?

© Stephan Boden

Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Bereich im Leben erwachsener Menschen, in dem so viele Dinge gleichzeitig kaputt, provisorisch repariert oder „noch völlig okay“ sind wie auf Segelbooten. Und es gibt sicher auch kaum Bereiche im alltäglichen Leben, bei denen Menschen so viele Einschränkungen liebend in kauf nehmen, wie während der Zeit an Bord. Zu Hause würde niemand akzeptieren, dass eine Schranktür nur schließt, wenn man gleichzeitig leicht gegen die Ecke drückt. Knarzende Möbel würden einen wahnsinnig machen. Im Badezimmer würde spätestens beim dritten Tropfen aus dem Wasserhahn jemand den Handwerker rufen.

Auf Booten dagegen gehört genau das zum normalen Bordleben. Es knarzt, es klemmt, es kommt Wasser rein. Es riecht aus dem Sanitärraum. Ist das schön!

Der wichtigste Satz an Bord lautet nicht: „Das ist perfekt“, sondern: „Das hält.“

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