Unfallserie in Kroatien: Ist das Zufall oder hat das Gründe?

Wildwest in der Adria?

In Kroatien häufen sich derzeit schwere Unfälle mit Booten. Auf der Adria ist Sommer, es ist voll, und wo viele Boote unterwegs sind, passiert auch viel. Auffällig ist die Dichte der Meldungen und die Schwere mancher Unfälle. Und das, obwohl gleichzeitig die Kontrollen verstärkt wurden. Woran liegt das?

 

(Direkter Video-Link)

Der schwerste Unfall ereignete sich letzte Woche in einer Meerenge zwischen Brač und Šolta. Dort kollidierte die Katamaranfähre „Krilo Eclipse“ in hoher Geschwindigkeit mit einer Segelyacht unter französischer Flagge. Vier tschechische Urlauber kamen ums Leben, die Yacht sank. Die Ermittlungen laufen noch, eine Person ist in U-Haft.

Es verbietet sich jedoch jede schnelle Schuldzuweisung, weil noch nicht klar ist, was genau passierte. Der Fall steht aber für eine Entwicklung, die in Kroatien bei vielen Menschen Sorge auslöst und immer wieder thematisiert wird: Auf manchen Wasserflächen ist inzwischen so viel Verkehr, dass selbst kleine Fehler kaum noch Auslauf haben. Und derzeit gibt es offenbar viele kleine und große Fehler. 

Unfallserie reißt nicht ab

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7 Kommentare zu „Unfallserie in Kroatien: Ist das Zufall oder hat das Gründe?“

  1. Peter Bodes

    sagt:

    ich bin seit 20 Jahren in Kroatien auf dem Wasser und zwar mit Segel und Motor. Vorher Bundesmarine und mit Motor und Segel auf Nord- und Ostsee. Gewässer und Klientel sind in Kroatien (HR)mit der Ostsee nicht zu vergleichen. Zahlenmäßig stehen Vercharter- Segelboote ganz oben. Diese Segel- Boote sind recht groß und den meisten Charteren sind die Windverhältnisse in der Adria nicht so geläufig wie es dienlich wäre. Bei den Motorbooten überwiegen zahlenmäßig eher kleinere Modele. Ab 45 ft wird es schwer Motorboote ohne Skipper zu chartern. Der Freitag und Samstag ist in HR Übergabezeitraum. Im Bereich Split und Sibenik überwiegen Segelboote mit enormer Anzahl. Der Freitag ist verbunden mit dem Tanken der C.- Segelboote vor der Abgabe, ein sehenswertes negatives Beispiel von Seemannschaft.C- Motorboote mögen nicht viel besser navigieren, aber fallen definitiv nicht auf. Der kroatische Nachweis zum Führen von Wassersportfahrzeugen ist den hiesigen Verhältnissen angepasst und auch beschränkt. Er war nie gedacht für Touristen die mal 2 Wochen nach HR kommen und schnelle Motorboote fahren. Man ist damit den Touristen und den Anbietern von Motorbooten entgegen gekommen. Man wollte den Touristen Motorboote zugänglich machen um die herrliche Inselwelt Kroatiens sicher befahren zu können. Mit den ehemals 5 PS Böötchen geht das nämlich nicht. Die Kroaten fahren überwiegend zum fischen aufs Meer und nicht um hin und her zu fahren. Also bitte nicht so abwertend über Nachweise anderer Länder urteilen. Wer hier in HR schlecht navigiert, macht das auch in seinem Heimatland. Ja die phantastischen Verhältnisse im Fahrtgebiet können zu Unachtsamkeit führen. M.E. ist das aber eher eine Charaktersache und kein Ausbildungsdefizit. Das sind doch alles Selbstverständlichkeiten. Ich hoffe die Seepolizei kontrolliert umfassend und ahndet gerecht.

  2. Safari

    sagt:

    Mehr als 20 Jahre Chartersegeln und nun ein paar Eignerjahre in der Ostsee kann ich als Erfahrung aufweisen. Ein paar grundlegende Unterschiede meiner Wahrnehmung
    ohne wirkliche Zahlen zu kennen.
    Ostsee – Kroatien
    Eigner: 100 : 1
    Charterer 1:100
    Anzahl Segelstunden pro Skipper und Jahr: 10:1
    Anzahl Fahrten unter Alkohol: 1:10

    Dazu kommt das Kroatische „Skipperpatent“ das einem in 2 Tagen Wochenendkurs die Befähigung zuspricht eine Yacht „meistern“ zu können …

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    1. Ich verstehe Ihre Wahrnehmung und auch die des Autors.
      Das Problem ist aus meiner Sicht jedoch klar zu benennen: Es handelt sich in erster Linie bei allen Fällen um Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten.
      Erst dann kann argumentiert werden, dass dies auf Alkohol, oder fehlende Erfahrung zurückzuführen ist.
      Es ist zu einfach und zu diffamierend, schwere Unfälle allein auf „betrunkene Charterer“ zurückzuführen. Der Großteil ist -logischerweise- unerfahrener mit dem gemieteten Material und gewähltem Revier, deshalb jedoch nicht pauschal verantwortungsloser als Sie.

      Ich bin Charterer.

      1. Ich denke, da das Fass Charterer vs. Eigner aufzumachen, ist zu kurz gesprungen. Vor allem, wenn es um Segler geht. Das Hauptproblem sind Motorboote.
        Wer ein Segelboot fährt, muss vorher schon mal zumindest die Grundsätze gelernt haben. Niemand chartert sich ein Segelboot, ohne das zuvor als Ausbildung gemacht zu haben. Das ist bei Motorbooten grundlegend anders. Da denken Viele: Lenker drehen, Gas geben. Damit ist es jedoch nicht getan, kroatisches Patent hin oder her.

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        1. Torsten Pohl

          sagt:

          Kann ich so nicht gelten lassen. Ich fahre seit Jahren in Kroatien Motorboot und jeder weiß das man bei der Meldung beim Hafenmeister die Versicherungspolice sowie das Patent und diese Taxe vorzeigen muss. Meine Beobachtungen in den all den Jahren sind die Überfordert der Segler. Es werden Boote ausgeliehen und raus. Die Einweisung sind sehr mangelhaft. Bei der ersten Bora knallt es erlebt in Juni 2025 in einer Bucht. 10 Chartersegler lagen vor Anker ich mit meinem privaten Motorboot mittendrin.Die ganze Nacht Sturm und von den 10 Segler waren nächsten Morgen Schrott. Es wurden die einfachsten Verhaltensregeln beim Ankern.auser Acht gelassen.

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        2. Safari

          sagt:

          Hallo Stefan,
          leider entspricht das auch nicht meiner Wahrnehmung. Da gibt es dieses unsägliche kroatisch Skipperpatent und ja Menschen chartern damit und Firmen verchartern ihre Boote auch diesen Kandidaten.
          Eine wunderbare Beobachtung kannst du machen, wenn mal ein wenig mehr Wind aufkommt, 4-5 reichen da und du siehst, wie viele Boote dann die Segel runternehmen und zu motoren beginnen. Idealerweise dann noch in Landnähe einer Leeküste.

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        3. Das mag sein, ich beziehe meine Aussage rein auf die Statistiken. Es sind in diesem Jahr mehrheitlich kleine Motorboote. Es mag aber sein, dass kleinere Schäden von Segelyachten gar nicht greifbar sind.
          In jedem Fall ist es nicht ein Problem, sondern offenbar viele. Eure Erfahrungen sprechen da ja auch für. Und viele Problemfälle treffen auf vergleichsweise engem Raum zusammen. Viel macht viel.

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