470er WM: Silber im Schlussspurt – Theresa Löffler und Christopher Hoerr feiern

Aus dem Schatten getreten

Theresa Löffler und Christopher Hoerr haben bei der 470er-Mixed-Weltmeisterschaft in Enoshima den bislang größten Erfolg ihrer gemeinsamen Karriere gefeiert. Die Deutschen segelten in den beiden Medal Races von Platz vier auf zwei und überholten dabei die spanischen Titelverteidiger.

Theresa Löffler und Christopher Hoerr freuen sich über WM-Silber. © 470 WM/Junichi Mirai

Es war ein Finale, das für Theresa Löffler und Christopher Hoerr kaum besser hätte laufen können. Als Vierte waren die beiden mit einer realistischen Chance auf Bronze in die beiden abschließenden Medal Races der 470er-WM vor Enoshima gegangen. Die japanischen Lokalmatadoren Tetsuya Isozaki/Yurie Seki lagen nur zwei Punkte vor ihnen. Davor rangierten die britischen Spitzenreiter Martin Wrigley/Bettine Harris fast uneinholbar, und auch die spanischen Titelverteidiger Jordi Xammar/Marta Cardona hatten bereits acht Punkte Vorsprung.

Das Duo im Interview vor dem letzten Tag:

Dann gelang dem bayerischen Duo vom Deutschen Touring Yacht-Club und Segelclub Breitbrunn Chiemsee mit 4/2 ein starkes Finale in den beiden Medal Races. Weil die direkten Gegner im letzten Lauf patzten, reichte es sogar punktgleich mit Spanien zu Silber.

Löffler/Hoerr auf der Kreuz. © 470 WM/Junichi Mirai

Für die 26-jährige Steuerfrau und ihren zwei Jahre älteren Vorschoter ist es das erste Edelmetall bei einer 470er-Mixed-Regatta mit voller internationaler Beteiligung. Aber sie kommt längst nicht überraschend. Schon vor der Weltmeisterschaft zählten Löffler und Hoerr zur internationalen Spitze und zeigten eine erstaunliche Konstanz mit zehn Top-Ten-Platzierungen in elf Regatten seit 2025 – nur bei der WM 2025 verpassten sie die Top Ten und wurden Elfte.

Ihre Leistung wurde kaum wahrgenommen, weil der ganz große Erfolg fehlte und die Konkurrenten im starken deutschen Nationalkader die Schlagzeilen beherrschten. In Enoshima allerdings gelang der Crew aus dem DSV-Perspektivkader nun der endgültige Durchbruch. Sie war das einzige deutsche Team, das es in die Medal Races schaffte – die Kaderkollegen erlebten dagegen eine Enttäuschung.

Start der 470er Goldflotte. © 470 WM/Junichi Mirai

Die amtierenden Vizeweltmeister Simon Diesch/Anna Markfort, die bei der starken Premiere auf dem nächsten Olympiarevier in San Pedro den zweiten Platz belegt hatten, mussten sich diesmal mit Rang 21 begnügen. Malte Winkel/Bente Batzing rutschten nach starkem Beginn – sie waren nach der Qualifikation Zweite – auf Rang 17 zurück. Denn nach dem neuen Format gingen die Vorrundenpunkte nahezu verloren. Nur die Zähler für den zweiten Gesamtrang verblieben in der Wertung.

Gute Position für GER beim Start im letzten Medalrace. © 470 WM/Junichi Mirai

Noch brutaler wirkte sich diese Regel für Theres Dahnke/Paco Melzer aus, die nach der Vorrunde Sechste waren, dann aber mit einem Frühstart die volle Punktzahl sammelten und den folgenden DNF nicht mehr streichen konnten. Sie landeten auf Rang 31. Dieser DNF war der Knackpunkt der gesamten Serie. Denn gleich 19 von 37 Teams wurden in diesem dritten von sechs Goldfleetrennen als Did not Finish gewertet.

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