America’s Cup Vorregatta: Burling siegt gegen seine Kiwis – Luna Rossa Kids mit kostspieligem Fehler

„Bittersüßer Sieg“

Das war sie also, die erste Regatta des neuen America’s-Cup-Zyklus. Hat das Spektakel in Sardinien dem Vergleich mit dem SailGP standgehalten? Wie die Italien-Youngster so dominieren konnten – und schließlich scheiterten.

SailGP und AC-Flotte
Die SailGP- und AC-Flotten beim Start. © SailGP/AC Media (bearbeitet)

Besser konnten die Bedingungen nicht sein an den drei Tagen vor Cagliari. Der Wettergott meinte es gut mit den Veranstaltern. Bis zu 21 Knoten stark wehte der Wind, bei starkem Wellengang, besonders am ersten Tag, waren spektakuläre Splashdowns zu sehen, und die AC40 erreichten über 40 Knoten Speed – kurz zuvor hatten sie sogar schon 51,3 Knoten als Maximum abgeliefert (Video).

Race Day 2
Die AC40 in Aktion vor Cagliari. © AC Media

Eine ordentliche Flotte mit acht Booten ist am Start, aber damit beginnt auch schon ein Problem. Denn drei Teams haben je zwei Foiler an die Startlinie geschickt, und man kann sie kaum auseinanderhalten. Nur je ein blauer oder grauer Masttopp bei Italien und Neuseeland stellt den Unterschied dar – so kann man dem Geschehen kaum folgen.

Und warum treten überhaupt gemischte Jugend- und Frauen-Teams gegen die erste Garde der großen Namen an? 2027 soll es zwar wieder einen Youth und Women’s America’s Cup geben, aber die Planung scheint unausgegoren. Wer macht da mit? Welche Segler haben Zugang? Längst geht die Schere zwischen Teams, die zu einem Cup-Team gehören, und eingeladenen Crews – wie Deutschland 2024 – immer weiter auseinander. Die Strukturen sind verwirrend.

Alinghi Goodison/Robertson mit Problemen. © AC Media

Das alles sorgt für den Zuschauer bei der ersten sogenannten Preliminary Regatta auch auf dem Wasser für Orientierungslosigkeit. Bei wem kann man mitfiebern? Worum geht es überhaupt? Die Ergebnisse haben schließlich nichts mit dem eigentlichen America’s Cup zu tun, der ja statt auf den One-Design-AC40 mit AC75-Cuppern ausgesegelt wird. Und schließlich sind die nachgemeldeten Cup-Teams aus den USA und Australien um Tom Slingsby wegen der kurzen Vorbereitungszeit von ihrer Verpflichtung zur Teilnahme entbunden worden. 

Das alles hilft wenig gegen die drückende Konkurrenz des SailGP, der den Durchbruch geschafft hat, während der America’s Cup nach Barcelona 2024 wieder einmal in das übliche Loch gefallen ist. Diesmal schien sogar das Ende der traditionellen Veranstaltung möglich. Erst in letzter Minute haben die Organisatoren den Turnaround geschafft mit der Einigung auf die sogenannte America’s Cup Partnership (ACP). Nun soll es Planungssicherheit geben.

Die 8 Fleetraces plus Match Race Finale in der Übertragung:
 

Die America’s Cup Preliminary Regatta war nur ein erster Fingerzeig. Wohin die Reise tatsächlich geht, wird sich wohl erst mit etwas Abstand zeigen. Entscheidend bleibt die Frage, ob der Markt langfristig Platz für zwei globale Hightech-Segelserien bietet – den traditionsgeladenen America’s Cup und das deutlich stärker auf Entertainment und Kontinuität ausgerichtete SailGP.

Dabei ist das Racing sportlich spannend.

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