Flying Dutchman küren bei den Finals ihre Deutschen Meister

FDs mit großem Publikum

Im Rahmen der Finals 2026 wurde auf dem Steinhuder Meer die Deutsche Meisterschaft der Flying-Dutchman-Klasse ausgetragen. Das Multisportevent mit 24 Deutschen Meisterschaften sorgte für große Aufmerksamkeit.

© Jöran Bubke

Im Rahmen der Finals 2026 in Niedersachsen wurde auf dem Steinhuder Meer die Deutsche Meisterschaft der Flying Dutchman Klasse ausgetragen. Das besondere Multisportevent brachte 24 Deutsche Meisterschaften an vier Tagen zusammen und sorgte mit Wettkämpfen vor Publikum sowie großer Medienpräsenz für zusätzliche Aufmerksamkeit der beteiligten Sportarten. Ausrichter der FD-Meisterschaft war der Hannoversche Yacht-Club (HYC).

Die Titelverteidiger aus dem Vorjahr sind auch die neuen Deutschen Meister: Kay-Uwe Lüdtke (Yachtclub Berlin-Grünau) und Kai Schäfers (HYC) segelten in fünf Wettfahrten mit nur sechs Punkten souverän zu ihrem achten gemeinsamen Meistertitel.

„Der erste Tag war gut, aber mit wenig Wind. Auch am zweiten Tag war es eher leichtwindig, da musste man auch ein glückliches Händchen haben“, berichtet Kai Schäfers. „Probleme hatten alle mit dem niedrigen Wasserstand. Einige sind aufgelaufen, auch wir hatten das Gefühl, einmal mit dem Schwert durch den Schlick zu rutschen. Als wir gesehen haben, wie andere auflaufen, haben wir versucht, etwas angeschrägt zu segeln, um gut durchzukommen.“ Der Untergrund des Steinhuder Meers ist schlammig, so dass es bei keinem der Boote zu Schäden kam.

Den zweiten Platz belegten Peggy und Torsten Bahr (YCBG), Rang drei ging an Kilian König und Johannes Brack (beide HYC). Die Abstände zwischen den drei Erstplatzierten waren auf dem Wasser deutlich geringer, als die gesegelten Ergebnisse vermuten lassen. Oft entschieden nur Zentimeter über die Reihenfolge des Zieldurchgangs. Insgesamt nahmen 43 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet an der Meisterschaft teil, die neben der Deutschen Meisterschaft der Raceboarder das einzige Segelevent der Finals war.

Das Treppchen der FDs 2026: In der Mitte die alten und neuen Meister Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers, links davon Kilian König und Johannes Brack, rechts daneben Peggy und Torsten Bahr. © Jöran Bubke

„Wir haben eine fantastische Meisterschaft hinter uns – mit über 50 ehrenamtlichen Helfern“, berichtet DSV-Vizepräsidentin Meike Greten, die eng in die Organisation eingebunden war und gemeinsam mit ihrem Mann Tom selbst an der Meisterschaft teilnahm. „Durch die Finals haben wir zusätzliche Fördermittel erhalten, sodass wir für die Seglerinnen und Segler eine richtig tolle Meisterschaft ausrichten konnten.“

Die leidenschaftliche FD-Seglerin ist seit vergangenem Jahr zudem die erste Präsidentin der internationalen FD-Klasse. Sie erläutert, welche Möglichkeiten die zusätzliche Förderung eröffnet hat: „Normalerweise müssen wir bei einer Meisterschaft immer knapp kalkulieren. Die Meldegelder müssen für den Sprit der Motorboote, die Ausstattung und Verpflegung der Helfer, die technische Infrastruktur und vieles mehr ausreichen. Diesmal konnten wir so planen, dass wir den Seglerinnen und Seglern auf dem Gelände des HYC eine wirklich herausragende Meisterschaft mit vielen Extras bieten konnten.“

Dass die FD-Klasse Teil der Finals wurde, ist Stefan Ibold, Wettfahrtleiter des HYC, zu verdanken. Als bekannt wurde, dass noch eine Segelklasse für das Multisportevent gesucht wurde, brachte er den Hannoverschen Yacht-Club als Ausrichter und die im Verein stark vertretene FD-Klasse ins Gespräch.

„Die FDs haben bei uns einen Schwerpunkt. Wir haben fast 20 FDs im Verein, auf dem Steinhuder Meer kommen noch einmal knapp 15 weitere Boote hinzu“, berichtet Meike Greten.

© Jöran Bubke

Die Vorbereitung auf das Medienereignis stellte die Organisatoren in den vergangenen Monaten vor besondere Herausforderungen. Im Vergleich zu einer regulären Meisterschaft mussten deutlich umfangreichere Planungen, Abstimmungen und organisatorische Maßnahmen umgesetzt werden – vom Sicherheitskonzept bis hin zum Marketing- und Kommunikationsfahrplan.

„Ich war quasi Generalunternehmerin für die Segel-Finals“, sagt Meike Greten. Über ihren außergewöhnlichen persönlichen Einsatz für den Segelsport drehte der NDR eine „Nordstory“, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll.

Um die Wettfahrten auf dem Steinhuder Meer möglichst zuschauerfreundlich zu präsentieren, wurden auf ausgewählten Booten – unter anderem bei Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers sowie bei Kilian König und Johannes Brack – Onboardkameras installiert.

„Dazu wurde ein Interview mit uns geführt und es gab eine rund fünfminütige Reportage über die Bootsklasse und das Segeln auf dem Steinhuder Meer. Das hat uns richtig gefreut“, berichtet Kai Schäfers. „Für gute Fernsehbilder sorgten außerdem die zwei roten, zwei gelben und zwei schwarzen Finals-Spinnaker, mit denen die Flotte ausgestattet wurde.“

Während die beiden roten Spinnaker von den Weltmeisterteams Lüdtke/Schäfers (Weltmeister 2022, 2024, Vizeweltmeister 2026) und König/Brack (Weltmeister 2025) gesegelt wurden, kamen die vier weiteren in einen Lostopf und wurden unter den jungen Nachwuchsteams ausgelost.

„Die DM war fast perfekt. Einziger Wermutstropfen war, dass am Samstag die Finalläufe nicht im Stream übertragen werden konnten – es war leider zu flau“, berichtet Meike Greten. „Aber die Finals waren eine tolle Möglichkeit, unseren wunderbaren Sport einem größeren Publikum bekannt zu machen.“

 

Quelle: DSV

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