Auch der Auftakt des zweiten, internationalen Teils der Kieler Woche litt am Donnerstag (25. Juni) unter der Schwachwindlage, die weniger als das halbe Regattaprogramm zuließ. Am Freitag werden indes absolute Topsegelbedingungen erwartet.

Die Weltmeisterschaft der Flying Dutchman hat ihre ersten Tagessieger. Jørgen und Jacob Bojsen-Møller aus Dänemark nutzten das einzige Abendrennen und verwiesen die Ungarn Szabolcs Majthenyi/András Domokos sowie Markus und Joshua von Lepel aus Berlin auf die Plätze. Ganz oben in der Tabelle des 29er-Eurocups stehen Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen vor Argentiniern und Australierinnen.
Idealer Start für die polnische Crew Sójkowska/Nagórska in den Eurocup der 29er. Sie gewannen gleich alle drei Rennen ihrer Gruppe und gehen mit strahlend weißer Weste in den zweiten Renntag am Freitag (26. Juni). Mit zwei Siegen und einem vierten Platz sind ihnen die Argentinier Felix Llauro und Lucas Cozar dicht auf den Fersen. Erneut Frauenpower auf Rang drei: Die Australierinnen Mia Austin und Zara Marks stehen nur einen Punkt schlechter als die Führungscrews.

Die ersten deutschen Wettfahrtsieger der Klasse heißen Quirin Waizenhöfer und Cassian Bötsch. Die beiden 15-Jährigen aus Tutzing und Starnberg kamen mit der leichten Nordostbrise vor der Küste von Schilksee zunächst bestens zurecht. Sie fielen danach allerdings zurück auf den 52. Platz. Beste Deutsche nach dem ersten Renntag sind David Plettner und Moritz Aigner aus Bayern als Zwölfte. Die Kieler Woche dient dem Nachwuchs als Generalprobe für die Weltmeisterschaft direkt im Anschluss an gleicher Stelle.

Die Engelsgeduld der erfahrenen FD-Flotte, die am Vortag noch komplett leer ausgegangen war, wurde am Donnerstagabend nach einem Wechsel auf die Innenbahn der Kieler Woche belohnt. Der oberste Wettfahrtleiter Fabian Bach hatte den 29er-Nachwuchs rechtzeitig auf drei Rennen verkürzt, um der WM nach sieben Stunden Wartezeit noch einen späten Auftritt zu ermöglichen. Am Ende quälte sich das Feld bei einschlafendem Wind nach 19 Uhr ein wenig über die Ziellinie, hatte aber ein Ergebnis zu Buche stehen.
In der ehemaligen olympischen FD-Klasse, die einst internationale Segelgrößen hervorgebracht hat, messen sich heute noch zahlreiche Weltmeister vergangener Jahre. Die vielleicht bekanntesten unter ihnen sind die dänischen Bojsen-Møller-Brüder. Es zwickt und zwackt zwar hier und da. Aber das Duo wollte sich die WM in Kiel nicht entgehen lassen und zeigte zum Auftakt eindrucksvoll, dass es das Segeln nicht verlernt hat. Der Konkurrenz blieb ehrfurchtvolles Staunen. Die Ex-Weltmeister Majthenyi/Domokos aus Ungarn hielten noch am besten mit und gelten bei frischeren Winden neben den Titelverteidigern Kilian König und Johannes Brack aus Hannover (14.) als Topfavoriten.

Deutsche und dänische Teams belegen in der J/70-Klasse die Topplätze im ersten Zwischenstand nach zwei Wettfahrten in stetem Wechsel. Kai-Uwe Holweg aus Bremen führt punktgleich vor Sten Mohr, gefolgt von Willy Sörensen (Hamburg), Kim Gardø Christensen und Severin Gericke aus dem Bayrischen Yacht-Club.

Das Geduldsspiel mit dem Warten auf Wind soll indes am Freitag (26. Juni) endlich ein Ende haben. „Das Hochdruckgebiet zieht rasch über uns hinweg. Und auf seiner Rückseite bekommen wir eine anständige Südostbrise mit frischen Böen“, prophezeite Meteorologe Sebastian Wache von der Kieler Wetterwelt. Es könnte der beste Kieler-Woche-Tag werden, bevor zum Wochenende bereits Gewitterstörungen drohen.

Das dürfte vor allem die Wingfoiler auf der Kieler Woche freuen. Sie benötigen konstante acht Knoten Wind für eine Wettfahrt und segelten am Donnerstag daher noch kein Rennen. Auch OK-Jollen und Contender kamen zum Auftakt nicht zum Zug und freuen sich auf Freitag. Die ILCA 4 und ILCA 6 open durften zwar auslaufen, mussten aber ebenfalls ohne abgeschlossenes Rennen zurück in den Hafen und lauern auf stärkeren Wind am Folgetag.
Ergebnisse Kieler Woche 2026
Quelle: Kieler Woche/Andreas Kling

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