Kieler Woche: Ole Schweckendiek an der ILCA-7-Spitze und Diesch/Markfort vorne

Vor dem Cut

Lokalmatador Ole Schweckendiek hat am Montag (22. Juni) bei der Kieler Woche die Spitzenposition der ILCA-7-Klasse übernommen. Durch einen Tagessieg verwies er den Gewinner des zweiten Gruppenrennens, Attilio Borio aus Italien, auf Rang zwei. Die Vize-Weltmeister Simon Diesch und Anna Markfort (Deggernhausertal/Kiel) bauten ihre Führung bei den 470ern mit zwei Tagessiegen deutlich aus.

Maru Scheel und Freya Feilcke aus Kiel sprangen bei erneut leichten Winden hauchdünn hinter den 49erFX-Führenden Georgia und Antonia Lewin-Lafrance aus Kanada sowie Freya Black und Saskia Tidey (Großbritannien) aufs Zwischenpodium. Am Dienstag (23. Juni) fallen in allen sechs Disziplinen des Sailing Grand Slams die Entscheidungen, wer in die finalen Medal Races der Top Ten einzieht.

Ole Schweckendiek vom Kieler Yacht-Club, hier noch in blau knapp hinter Topstar Philipp Buhl, führt die Kieler Woche 2026 an. © Sascha Klahn/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de

„Das fühlt sich richtig gut an. Es war ein langer, anstrengender Tag mit wenig Output, aber ich habe das Beste daraus gemacht“, sagte Schweckendiek. Ab Dienstag segelt er nicht mehr in blau, sondern ist der Gejagte. Hinter Schweckendiek und Borio folgt der Däne Mark Hestbæk. Der bisher führende Franzose Alexandre Kowalski hatte mit dem schwachen Wind zu kämpfen, fiel auf Rang sieben zurück. „Ich bin nicht an diese Bedingungen gewohnt, aber trotzdem zufrieden mit der Platzierung bislang“, sagte Kowalski. Der dreifache Olympia-Teilnehmer Philipp Buhl aus dem bayrischen Sonthofen muss um seine Teilnahme an den Medaillenrennen kämpfen, liegt aktuell nur auf Rang 16.

Anna Munch aus Dänemark streckte sich noch in Gelb, geht aber als Zweitplatzierte in den vorletzten olympischen Segeltag der Kieler Woche.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de
Danish Dynamite diktiert weiter die ILCA-6-Konkurrenz der Frauen. Allerdings musste Anna Munch nach der einzigen Tageswettfahrt ihr gelbes Jersey an die Landfrau Helena Wolff abgeben, die drei Punkte Vorsprung hat. Der Tagessieg ging an Viktorija Andrulyte aus Litauen, doch ist sie nach zwei Frühstartdisqualifikationen am Vortag nur 26. Julia Büsselberg (Berlin) fiel durch einen 32. Platz auf Rang zwölf zurück.

Fabian Rieger (rechts) und Richard Schultheis sicherten ihre 49er-Medaillenchancen. © Felix Diemer/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de

Das neue olympische Rennformat sorgt für maximale Spannung bei den 49ern auf der Kieler Woche 2026. Als einzige deutsche Crew segelten Richard Schultheis aus Malta und der Kieler Fabian Rieger in die Eliminierungsrennen und haben nun sogar noch die Chance auf den Gesamtsieg. Dank neuem Wertungssystem können sie ihren 19. Platz aus der Vorrunde nämlich noch egalisieren. „Die Karten werden neu gemischt. Wir waren nicht zufrieden, aber haben viel gelernt und fühlen uns für die anhaltenden, leichten Winde inzwischen besser vorbereitet“, sagte der Vorschoter, der seine erste Kieler-Woche-Medaille überhaupt gewinnen will.

Nevin Snow und sein Vorschoter Ian Macdiarmid (USA) dominieren das 49er-Klassement bei der Kieler Woche. © Felix Diemer/Kieler Woche/ media.sailing.kieler-woche.de

An der Spitze dominierten die US-Amerikaner Nevin Snow und Ian Macdiarmid auch den zweiten Renntag der Klasse und verteidigten das gelbe Trikot. Zweiter blieben Hernán Umpierre und Fernando Diz aus Uruguay vor den Neuseeländern Oscar Gunn mit Steuermann Mattias Coutts – Sohn der Segellegende Russell Coutts. Ein bitterer Tag war es dagegen für die Mitfavoriten aus Kiel und Hamburg, Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger, die durch eine verpatzte letzte Wettfahrt als 29. nicht mehr ums Treppchen kämpfen dürfen, weil neuerdings nur noch die Top 20 in die sogenannten Goldflotte einziehen. Auch die Brüder Per und Frederik Schwall (27.) sowie Moritz Dorau und Fynn Kaufhold (alle Kiel) fielen unter den Cut.

Mit einem Sahnetag schoben sich die einheimischen Maru Scheel und Freya Feilcke aufs Zwischenpodium der 49erFX vor. © Felix Diemer/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de

Im 49erFX preschen deutsche Crews nach vorne. Maru Scheel und Freya Feilcke (Kiel) rückten nach einem Rennsieg und einem zweiten Platz vor auf Rang drei, dürfen sich Dienstag auf das rote Trikot freuen. „Wir hatten endlich einen guten Überblick und uns besser freigesegelt als zuvor“, sagte die KYC-Steuerfrau, die am Vortag noch auf dem achten Platz lag. Auch die Duos Steinlein/Bartelheimer (NRV Hamburg) als Fünfte und die Zwölften Bergmann/Wille (Kiel/Hamburg) haben noch Chancen auf den Einzug in die Medaillenrennen am Mittwoch (24. Juni). Vorne liegen aktuell Georgia und Antonia Lewin-Lafrance aus Kanada vor den Britinnen Freya Black/Saskia Tidey.

Das 470er-Feld glänzt weiter in deutschen Farben. Die Olympia-Teilnehmer aus Paris, Simon Diesch und Anna Markfort, gewannen nicht nur die letzte Wettfahrt und verweilen dadurch erneut auf Platz eins. Bloß im sechsten Rennen, als die Seebrise aufkam, segelten sie auf 13. Rang. „Da haben wir aufs falsche Pferd gesetzt“, räumte Skipper Diesch ein. Danach segelten die Favoriten wieder stabil. „Gute Entscheidungen treffen und schnell im Kopf bleiben“, benannte Vorschoterin Anna Marktfort die Devise für den nächsten Renntag. Das gilt auch für das Verfolgerfeld, an dessen Spitze Malte Winkel (NRV) und Bente Batzing (Schweriner SV) vor der schwedischen Liljegren-Mannschaft lauern.

Mit gelben Trikots und weißer Weste auf dem Weg zum Kieler-Woche-Sieg: John Gimson und Anna Burnet aus Großbritannien. © Sascha Klahn/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de

Olympia-Medaillengewinner John Gimson und Anna Burnet überragen die Nacra 17 auf der Kieler Woche 2026. Im Multihull gewannen die Briten vier von fünf Wettfahrten bisher und haben die weiße Weste an. Dahinter folgen die schwedische Crew Järudd/Jonsson (2.) und die Australier Ruben und Rita Booth (3.). Julian Hoffmann und Alica Stuhlemmer vom Kieler Yacht-Club, die einzigen Deutschen im Feld der foilenden Katamarane, kämpfen auf Platz 16 um den Anschluss.

Der Däne Tue Steen Anderson und seine Crew der „Al Capone 2.0“ sind bei der internationalen Deutschen Inshore-Meisterschaft im Seesegeln eine Klasse für sich. Drei lupenreine Tagessiege verschafften dem Team auf einer Fast 40+ in der Wertungsgruppe ORC A/B vier Punkte Vorsprung vor ihren Landesleuten der „Dixi 5“ mit Steuermann Erik Stannow. Lars Hidde aus Hamburg folgt mit der „Pure“ vor dem Finaltag schon fünf Punkte zurück.

Wie ein dänisches Uhrwerk funktioniert die Mannschaft der „Al Capone 2.0“ und übernahm die Führung bei der Internationalen Deutschen Inshore-Meisterschaft. © Sascha Klahn/Kieler Woche / media.sailing.kieler-woche.de

Bei den kleineren Yachten (ORC C/D) wurde das Podium zunächst rein deutsch eingefärbt. Michael Berghorn übernahm zwar mit der „Halbtrocken 3.1“ die Führung, musste aber noch eine Disqualifikation fürchten, weil seine Mannschaft offenbar beim Kontrollwiegen das Gewichtslimit überschritt. Profitieren würden die „Niramo“ von Sönke Meier Sawatzki und Johannes Wackerhagen (beide Kiel), der die „Lil’Desna“ bei ebenfalls leichten nordöstlichen Winden auf der Seebahn zu zwei Tagessiegen steuerte.

Kieler Woche 2026 Ergebnisse

Quelle: Kieler Woche/Andreas Kling

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